„And the Oscar goes to…“ – Tollwood. Die Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten aus München wurde am Donnerstag (9. März) mit dem Internorga Zukunftspreis, der auch als Gastro-Oscar gilt, ausgezeichnet. Damit ist Tollwood das erste Festival, das diesen Preis erhält. Das „Konzept, das Kulturgenuss, Lebensfreude und Engagement für die Umwelt vereint“ hat die Jury des Zukunftspreises der INTERNORGA, der Leitmesse für den Außer-Haus-Markt, in der Kategorie „Gastronomie & Hotellerie“ überzeugt.

Ernährungswissenschaftler und Jurymitglied Rainer Roehl begründete die Auszeichnung: „Tollwood vereint kulturelle Vielfalt, Lebensfreude und Genuss mit Engagement für Umwelt und Nachhaltigkeit in herausragender und beispielhafter Weise.“ Er lobte weiter: „Tollwood reagiert nicht auf Trends, sondern setzt Trends.“ Daniela Schmid, zuständig für den Bereich „Mensch & Umwelt“ bei Tollwood, und Norbert Keßler, Leiteung Gastronomie der Festivals im Sommer und im Winter, haben den Preis in der Handelskammer in Hamburg entgegengenommen.

Rainer Röhl formulierte im Namen der Jury: „Tollwood schmückt sich nicht mit Begriffen wie green oder vegan oder klimafreundlich – Tollwood macht es einfach! Bei Tollwood wartet man nicht auf Umweltauflagen und politische Vorgaben – im Gegenteil. Tollwood gestaltet Politik: Kulturpolitik, Ernährungspolitik, Gastronomiepolitik.“ Mit dieser Auszeichnung wird das beispielhafte Engagement von Tollwood für Bio-Gastronomie und als Vorreiter in der Außer-Haus-Verpflegung für Kitas und Schulen gewürdigt. Seit 20 Jahren sind die Tollwood Festivals bereits bio-zertifiziert. Neben dem Angebot an Bio-Speisen auf den Festivals, die größtenteils vegetarisch und vegan sind, engagiert sich Tollwood auch jenseits der Festival eigenen Gastronomie für nachhaltige Ernährung – etwa mit dem Projekt Bio für Kinder oder dem Forschungsprojekt „HoMaBiLe“ zum Thema True Cost Accounting.

Bio auf dem Festival

„Tollwood zeigt, dass Lebensfreude, Ökologie und Wirtschaftlichkeit miteinander vereinbar sind – im kulturellen Programm, im ökologischen Anspruch und im Engagement über die Festivalgrenzen hinaus“, sagte Daniela Schmid zum Internorga Zukunftspreis. Die Projektleiterin und Norbert Keßler als Gastroleiter wissen: „Natürlich müssen wir dafür oft die Komfortzone verlassen. Doch eins haben wir in den vergangenen 35 Jahren Festivalerfahrung begriffen: Aus dem Verlassen der Komfortzone wächst eine Kreativität, die spürbar und sichtbar ist. Etwa in der Festivalgastronomie, wo Menschen leckere Speisen aus vielen Ländern dieser Welt in Bio-Qualität genießen können.“

Norbert Keßler dankte der Jury im Namen des Festivals für die Würdigung und Wertschätzung der Arbeit von Tollwood. Er betonte: „Die Auszeichnung gilt allen, die an Tollwood mitwirken – denn alles, was wir tun und bewegen ist nur als Teamleistung möglich und gemeinsam mit unseren Standbetreiberinnen und Standbetreibern, Ausstellerinnen und Ausstellern, die die Tollwood-Philosophie unterstützen, auf den Festivals aktiv umsetzen und so mit in die Welt tragen“, sagte Norbert Keßler. „Und wir danken unserem Tollwood-Publikum, das uns mit seinem regelmäßigen Besuch auf dem Festival zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonte er.

Seit 2003 ist die komplette Festivalgastronomie auf den Tollwood Festivals nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung bio-zertifiziert. Tee, Kaffee, Reis, Wein, Bananen, Kakao, Zucker oder Schokoladenprodukte, die aus sogenannten Entwicklungsländern stammen, müssen zusätzlich zum Bio-Siegel das Fair-Trade-Siegel tragen. An jedem Gastro-Stand gibt es vegetarische Speisen; das Angebot an veganen Köstlichkeiten baut Tollwood immer weiter aus. Außerdem tragen weit mehr als 50 Prozent des angebotenen Fleisches die besonders strengen Verbandssiegel, etwa von Bioland oder Naturland, Demeter, Biokreis, Bio Austria und anderen. Dabei kostet ein Gericht in Bio-Qualität auf Tollwood nicht mehr als ein konventionelles Gericht auf einer anderen Großveranstaltung in München. Möglich machen das eine faire Kalkulation, die regionale und saisonale Auswahl von Zutaten, der Fokus auf pflanzliche Komponenten und Gerichte sowie die Beratung bei der Auswahl von Rezepturen und Speisen durch die Tollwood-Gastroexperten.

Mit Mut voran

Darüber hinaus engagiert sich Tollwood seit 2006 mit dem Projekt Bio für Kinder in der Außer-Haus-Verpflegung für Kinder und Jugendliche. Damit lässt sich die tägliche Essensversorgung in Kitas und Schulen gesundheitsförderlich und nachhaltig gestalten. Im Rahmen dieses Projekts wurde der neue digitale Biospeiseplaner auf der diesjährigen BIOFACH, der Leitmesse für den Biofachhandel in Nürnberg, präsentiert. Das neue Tool (www.biospeiseplan.de), das per Mausklick Kindertageseinrichtungen und Schulen bei der Umstellung auf nachhaltige Verpflegung unterstützt, schafft vollkommen neue Möglichkeiten in der Außer-Haus-Verpflegung.

Bio für Kinder ist Partner und der neue Biospeiseplan Teil eines Forschungs-Praxis-Verbundprojekts der Tollwood GmbH mit der Universität Greifswald: „How much is the dish?“, Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch True Cost Accounting bei Lebensmitteln (kurz: HoMaBiLe). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft bis September 2024. Die Forschungsarbeiten zu den externalisierten Kosten in der Landwirtschaft (True Cost Accounting) beziffern die Umweltfolgekosten der Nahrungsproduktion etwa für Fleisch, Käse und Gemüse anhand von Parametern wie Schadstoffausstoß (Nitrate, Stickstoff), Klimagasen und Landnutzungsänderung. Damit liefert das Projekt, das Rainer Röhl bei der Preisverleihung als „großes und wichtiges Thema in der Lebensmittelwirtschaft“ bezeichnete, umfassende Preisdaten, auf deren Basis die Politik und Lebensmittelwirtschaft effiziente Maßnahmen zum Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt ergreifen können. Tollwood ist Praxispartner und trägt die Ergebnisse in die Gesellschaft. Mit dem Engagement für Umwelt- und Klimaschutz geht Tollwood als Festival voran. Daniela Schmid betont: „Was bei uns möglich ist, ist überall möglich. Deshalb wünschen wir den Menschen Mut, diese dünne Linie zwischen dem Möglichen und Unmöglichen zu überschreiten und sich im Kleinen wie Großen für unseren Planeten und die Zukunft unserer Kinder und Enkel einzusetzen.“

Über HoMaBiLe:

Das Forschungsprojekt „How much is the dish? – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch True Cost Accounting bei Lebensmitteln“ (HoMaBiLe) läuft seit September 2020, u. a. in Zusammenarbeit mit der Tollwood GmbH, an der Universität Greifswald. Die Wissenschaftler*innen arbeiten an der Berechnung wahrer Kosten von Lebensmitteln, und an der Lösung der Frage, wie die Umweltfolgekosten sozial gerecht in die Preise einbezogen werden können. Das Projekt läuft bis Herbst 2024 und zielt darauf ab, den gesellschaftlichen sowie politischen Diskurs in Deutschland bezüglich der Wertschätzung von Lebensmitteln voranzutreiben. Weitere Informationen: www.homabile.de

Ein weiteres Projekt der beteiligten Forscher*innen wird seit Juni 2022 auf EU-Ebene bearbeitet (FOODCoST): Zusammen mit renommierten Partner:innen aus der Wissenschaft (wie den Universitäten Wageningen (NL) und Oxford (UK) sowie der unternehmerischen Praxis (wie Danone oder REWE) wird ein EU-weit einsetzbares Modell zur wahren Bepreisung von Lebensmitteln erarbeitet und die Umsetzbarkeit dieses Modells in mehreren internationalen Pilotprojekten evaluiert. FOODCoST zielt darauf ab, die ökologischen und sozialen Folgekosten (Externalitäten) der Lebensmittelproduktion auf europäischer Ebene zu ermitteln und hierauf aufbauend sinnvolle politische Maßnahmen zu einer verursachergerechten Internalisierung von Lebensmitteln abzuleiten. Tollwood unterstützt das Projekt als Partner.

Das Projekt hinter dem „Biospeiseplan“: Bio für Kinder

Bio für Kinder ist ein Projekt der Tollwood GmbH mit dem Ziel, die Qualität der Gemeinschaftsverpflegung von Kinder- und Jugendeinrichtungen zu steigern. Bereits seit 2006 begleitet Tollwood Einrichtungen bei den Umstellungsprozessen, um die tägliche Essensversorgung von Kindern und Jugendlichen gesundheitsförderlich und nachhaltig zu gestalten. Mit Start des ersten Online-Biospeiseplaners wurde das Unterstützungsangebot auf Einrichtungen in ganz Deutschland ausgeweitet. Gestartet hat Tollwood das Projekt in München gemeinsam mit dem damaligen Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt.

Über Tollwood GmbH Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten

Die Tollwood Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten mbH in München veranstaltet zweimal im Jahr ein Festival: eines im Sommer, eines im Winter. Das erste Tollwood Festival fand im Sommer 1988 statt. 1992 kam das Winterfestival hinzu. Der Eintritt zu mehr als 90 Prozent aller Veranstaltungen des Festivals ist frei. Die rund 50 Gastronomiestände auf dem Festival sind seit 2003 biozertifiziert. Die privatwirtschaftliche Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten engagiert sich über die Festivals hinaus, u. a. mit der Initiative Bio für Kinder und im Rahmen des Aktionsbündnisses Artgerechtes München. Als Praxispartner unterstützt Tollwood ein Forschungsprojekt der Universität Greifswald, das fragt: „How much is the dish? – Maßnahmen zur Erhöhung der Biodiversität durch true cost accounting bei Lebensmitteln“ (HoMaBiLe). Für das Engagement und die Umsetzung der Bio-Gastronomie auf dem Festival erhielt Tollwood 2023 den Internorga Zukunftspreis.
Weitere Informationen: www.tollwood.de

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