Erst ein Kribbeln am rechten Unterbauch, dann Taubheitsgefühle im Oberschenkel, die nach und nach bis zu den Zehen herunterwanderten, Sven Gövert war zunehmend beunruhigt. „Dann veränderte sich auch noch mein Gangbild und mir wurde klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt!“ berichtet der 49-Jährige, der bis zu diesem Zeitpunkt ein begeisterter Laufsportler war. Der Gang zum Orthopäden war naheliegend, brachte aber kein Ergebnis. Es folgte der Neurologe, der eine Untersuchung im Magnetresonanztomografen (MRT) anfertigen ließ.

Die Aufnahmen zeigten eine Verlagerung des Rückenmarks nach vorne im Bereich des siebten und achten Brustwirbelkörpers, deren Ursache von den Medizinern zunächst in einer dahinterliegenden Zyste gesehen wurde. „Das war eine Fehldiagnose. Bei Herrn Gövert lag eine sehr seltene Veränderung vor, ein Loch in der Dura, das ist die Haut, die das gesamte Rückenmark innerhalb des Wirbelkanals umhüllt“, wie die Chefärztin der Klinik für Neurochirurgie des Clemenshospitals, Prof. Dr. Uta Schick, berichtet. Die Neurochirurgin ist Expertin für diese Art von Fehlbildungen und hat beim ersten Blick auf die MRT-Aufnahmen erkannt, dass dringender Handlungsbedarf bestand. „Das MRT zeigte eine typische V-Form des Rückenmarks. Wer sich damit auskennt, weiß sofort, dass ein Loch in der Dura vorliegt, durch das das Rückenmark durchgerutscht ist. Es zeigten sich außerdem die typischen Symptome einer beginnenden Querschnittslähmung. Ohne eine Operation hätte Herr Gövert sicher bald seine Beine nicht mehr bewegen können!“

Das Loch war über zwei Zentimeter groß und lag auf der Vorderseite. Um dort operieren zu können, mussten Schick und ihr Team zunächst die Wirbelbögen mit dem Dornfortsatz heraussägen und dann innerhalb der Rückenmarkshaut sehr vorsichtig das Rückenmark leicht zur einen und dann zur anderen Seite rotieren. „Das Rückenmark hatte sich bereits durch das Loch hindurchgezwängt und sah aus wie der Kopf eines Champignons, der am Hals eingeklemmt ist. Um diesen Teil zurückzuholen, mussten wir zunächst das Loch sogar noch etwas vergrößern“, berichtet Prof. Dr. Uta Schick. In Millimeterarbeit wurden sogenannte Fibrinschwämmchen mit einem speziellen Kleber eingebracht, um das Loch außen abzudecken und zusätzlich eine künstliche Faszie von innen ausgerollt zum Verschluss gebracht. Während des Eingriffs wurde laufend die motorische und sensible Leitung des Rückenmarks zu und von den Beinen überwacht. So wurde sichergestellt, dass die empfindlichen Strukturen nicht beschädigt werden. Zum Schluss wurde das herausgesägte Stück des Knochens wiedereingesetzt und mit Miniplättchen befestigt.

„Es geht Herrn Gövert schon deutlich besser, er konnte bereits kurz nach dem Eingriff ohne Hilfsmittel stehen und gehen, die Spastik hat sich verbessert, die Nervenströme sogar normalisiert. Leider erholt sich das Rückenmark nur mäßig von Schädigungen, hier ist Geduld gefragt“, wie Professor Dr. Uta Schick vom Clemenshospital, einem Krankenhaus der Alexianer, betont.

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