Die Dorfbewohner von Bushushu im Osten der DR Kongo fragen sich, wo all die Kinder nach den gewaltigen Überschwemmungen und Erdrutschen Anfang des Monats geblieben sind. Hunderte Mädchen und Jungen werden noch immer vermisst, Tausende sind obdachlos geworden und Ernten und Ackerland wurden weggeschwemmt.

In der örtlichen Grundschule nimmt der 39-jährige Schulleiter Amos Masumbuko die tägliche Anwesenheitsliste entgegen und hofft, dass mehr Schüler als gestern anwesend sind.  Früher waren es 773 Schüler. Jetzt sind es nur noch 304.  Er befürchtet, dass Hunderte ums Leben kamen, fragt sich aber auch, ob ein Teil der Kinder die Dörfer verlassen haben, die durch die sintflutartigen Regenfälle Anfang Mai erwüstet wurden. Die Häuser wurden verschüttet, auseinandergerissen und weggefegt, als die Erdrutsche und der Schlamm das Gebiet verwüsteten. Die Schule ist eine von 35, in denen World Vision Lehrkräfte in zeitgemäßen Methoden des Lese- und Schreibunterrichts ausbildet, den Kindern Schulsets zur Verfügung stellt und Lehr- und Lernmaterialien liefert.

Bei der Flutkatastrophe starben nach bisher veröffentlichten Zahlen 443 Menschen, aber tatsächlich könnte es viel mehr Opfer geben, da viele vermisste Menschen noch nicht gefunden bzw. identifiziert wurden. Die Verwüstung war das Ergebnis sehr starker Regenfälle und der daraus resultierenden Sturzfluten und Erdrutsche, die steile, abgeholzte Hänge auf Häuser und Ackerland stürzen ließen.

Der Klimawandel wird die Bedrohung durch diese Art von Katastrophen in der DR Kongo, die zu den am stärksten durch den Klimawandel gefährdeten Ländern gehört, nur noch verstärken.

In der DR Kongo benötigen bereits mehr als 26 Millionen Menschen, darunter über 14 Millionen Kinder, humanitäre Hilfe. In den letzten sechs Monaten wurden große Gebiete in Kalehe, Kasai, Kinshasa, Tanganyika und Ubangi von mehreren extremen Regenfällen heimgesucht. Sie forderten Menschenleben, zerstörten Häuser und schwemmten große Teile des Ackerlands weg, so dass die Menschen in Not gerieten.

Die DR Kongo ist mit einer komplexen humanitären Situation konfrontiert.  Aufgrund von Konflikten, systemischer Ungleichheit, Krankheiten und Unterentwicklung rangiert das Land auf dem UN-Index für menschliche Entwicklung auf Platz 179 von 191 Länder. Angesichts des immer deutlicher werdenden Ausmaßes der Auswirkungen des Klimawandels warnt World Vision, dass noch viel mehr getan werden muss, um Menschen zu schützen, die ohnehin schon extrem gefährdet sind und nur mit Mühe über die Runden kommen.

Aline Napon, Direktorin von World Vision in der DR Kongo, sagt: "Diese extremen Wetterereignisse haben schreckliche Auswirkungen auf Kinder. Mädchen und Jungen verlieren ihr Zuhause und versinken immer tiefer in Armut und Hunger. Wenn ihre Eltern alles verlieren, einschließlich ihrer Ernte, sind sie gezwungen, ihre Mädchen und Jungen aus der Schule zu nehmen, ihre Töchter als Kinder zu verheiraten und sie zum Arbeiten zu schicken.  Die Auswirkungen auf die Menschen sind nicht nur physisch, sondern hinterlassen auch lang anhaltende psychische Narben.“

Celestin Ciza, ein ehrenamtlich bei Hungerbekämpfung engagierter Vater, ist ein Beispiel für den hohen menschlichen Tribut des Klimawandels. Er kämpft darum, die Scherben seines Lebens aufzusammeln:  "Ich habe vier Kinder durch die jüngsten Überschwemmungen in Bushushu verloren. Ich habe für meine Kinder gelebt und gearbeitet, und jetzt sind sie plötzlich weg. Ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll, mich davon zu erholen."

World Vision hat sich mit dem UN-Welternährungsprogramm zusammengetan, um die Überlebenden in Kalehe mit energiereichen Keksen und weiteren Lebensmitteln zu versorgen. Außerdem werden Wasser-, Sanitär- und Hygienekits, Seife und Wasserreiniger verteilt.

Um den langfristigen Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken, investiert World Vision in eine klimagerechte Landwirtschaft und fördert den Dialog vor Ort, um mehr für den Schutz der Menschen in gefährdeten Gebieten zu tun.  World Vision appelliert außerdem an die Geber und die Regierung der DR Kongo, ihre Anstrengungen zu verdoppeln, um die aktuellen Krisen zu bewältigen und künftige abzuwenden. Aline Napon: „Die Überschwemmungen und Erdrutsche in Kalehe sind ein Beispiel dafür, was wir im ganzen Land erwarten können.  Die DR Kongo braucht internationale Finanzierungszusagen, um nicht nur auf aktuelle Katastrophen zu reagieren, sondern auch in Entwicklungsarbeit investieren zu können, die die Auswirkungen des Klimawandels abmildert."

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