Prof. Dr. Mathias Löhnert, Chefarzt der Klinik für Koloproktologie am Klinikum Bielefeld Rosenhöhe, hat auf einem Berliner Urogynäkologie- Kongress ein wichtiges Gesundheitsthema angesprochen: Dammrisse bei der Geburt und ihre Auswirkungen auf den Schließmuskel des Enddarms.

Dammrisse treten häufig bei Geburten auf und können Haut, Bindegewebe und Muskeln betreffen. Besonders schwere Risse, die den äußeren oder sogar inneren Schließmuskel und die Darmschleimhaut betreffen, können Probleme wie Kontrollverlust beim Stuhlgang und Flatus-Inkontinenz verursachen.

Prof. Löhnert betonte im Rahmen seines Vortrages, dass eine rechtzeitige Behandlung dieser Verletzungen – idealerweise innerhalb der ersten sechs Monate nach der Geburt – entscheidend ist, um langfristig bessere Ergebnisse zu erzielen und die Entwicklung einer Inkontinenz zu verhindern.

Auf dem Kongress präsentierte der Bielefelder Chefarzt sein Behandlungskonzept namens "Modifiziertes Preanal Repair". Dieses Konzept ist speziell auf Fälle ausgelegt, bei denen gleichzeitig Schließmuskelverletzungen, ein Absenken der inneren Organe (Deszensus) und eine Ausbuchtung der Darmschleimhaut in die Scheide (Rektozele) auftreten.

Statt den äußeren Schließmuskel direkt aneinander zu nähen, bevorzugt Prof. Löhnert eine überlappende Nähtechnik ohne Entfernung von Narben. Er nutzt das narbige Bindegewebe vilemehr zwischen den Schließmuskelenden gezielt, um der Naht mehr Festigkeit zu verleihen und somit das Risiko von Verschlechterungen der Kontinenz nach der OP nachzu zu eleminieren.

Zudem betont Prof. Löhnert die Wichtigkeit, einen Speicherbereich im Enddarm zu erhalten. Statt den verdünnten "Rektumsack", der gegen die Hinterwand der Scheide drückt, zu entfernen, lässt er ihn intakt, rafft lediglich das Gewebe ziehharmonikaartig zusammen. Dies erlaubt weiterhin eine Ausdehnung des Mastdarmes durch den zu speichernden Stuhl. Um den Druck auf die Scheide zu verringern, passt er den Verlauf eines bestimmten Muskels an. Diese Methode war jedoch ursprünglich aufgrund eines möglichen Risikos für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) umstritten, weswegen Löhnert diese OP- Technik modifizert hat, was das Risiko solcher Beschwerden deutlich reduziert.

In Deutschland werden seit 2009 freiwillige Kurse für Ärzte und Ärztinnen zur Versorgung von schweren Dammrissen angeboten. Prof. Löhnert betont die Notwendigkeit einer solchen standardisierten Versorgung. Eine jüngste Studie aus Berlin zeigte, dass die Qualität der Behandlung für Frauen mit Dammrissen der Grade III oder IV verbessert werden konnte, was wahrscheinlich auf die konsequente Schulung der Geburtshelfer zurückzuführen ist.

Schließlich unterstreicht Prof. Löhnert, wie wichtig es ist, Frauen mit schweren Dammrissen frühzeitig in ein spezialisiertes Zentrum zu überweisen. Wenn eine Frau nach der Geburt über Kontinenzprobleme oder Schwierigkeiten beim Stuhlgang klagt, sollte die Funktion des Schließmuskels geprüft werden.

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