Schichtarbeit ist für viele Bereiche in Gesellschaft und Wirtschaft ein Muss. Der Anteil an Erwerbstätigen liegt konstant bei 15-17,5 Prozent*. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl aufgrund vielfältiger Nachfrage nach „24/7 Dienstleistungen“ und vermehrter kapitalintensiver Produktion nicht geringer wird. In den Bereichen, in denen „rund um die Uhr“ gearbeitet werden muss, machen sich die Auswirkungen der aktuellen Fachkräftesituation stark bemerkbar. Stellen können nicht besetzt werden. Beschäftigte wandern in vermeintlich attraktivere Arbeitsverhältnisse ohne Schichtbetrieb ab. Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, bestehende Schichtsysteme attraktiver zu gestalten, um bestehendes Personal zu halten und Stellen besetzen zu können? Veit Hartmann, wissenschaftlicher Experte des ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft erläutert verschiedene Ansätze.

Neben den klassischen Themen wie dem Versuch der Verbesserung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Schichtbedienstete, sowie der Möglichkeit unterschiedliche Arbeitszeiten (auch ggf. Teilzeit) auch im Schichtbetrieb anzubieten, sind folgende Ansätze aktuell in vielen Betrieben in der Diskussion:

  • Bestehende Pläne attraktiver gestalten: zum Beispiel Freizeit auch in der Woche, Berücksichtigung von Schichtpräferenzen, regelmäßige Abfrage und Erhebung der Bedürfnisse, gesundheitliche Begleitung der Beschäftigten über das gesetzliche Maß hinaus, generell zumindest die Orientierung an den im Arbeitszeitgesetz verankerten Merkmalen für eine möglichst wenig belastende Schichtarbeit aufgrund von arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen.
  • Durch digitale Tools mehr Flexibilität erreichen: zum Beispiel für Schichttausch unter Kollegen, Schichtbörse, Abwesenheitsvertretungen, Urlaubsscheine …
  • Pläne nach medizinischen Erkenntnissen neu planen
  • Mobiles, zeitflexibles Arbeiten auch in der Produktion überprüfen: unterstützt durch Analysetools wie zum Beispiel die ifaa-Handlungshilfe: https://www.arbeitswissenschaft.net/mofapro-handlungshilfe/#/ 
  • Geringere Besetzungen für die Nachtschicht einplanen: Arbeitsanteile auf die Früh- und Spätschicht verteilen.
  • Reduktion der Nachtschicht nur noch auf elementar wichtige Funktionen: zum Beispiel durch vermehrte Digitalisierung oder durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz etc.

„Jedes Unternehmen hat andere Herausforderungen. Aus diesem Grund sind individuelle Möglichkeiten zu prüfen, um dann ein betriebsspezifisches Angebot machen zu können,“ so Hartmann weiter.

Weitere Informationen bei Christine Molketin (c.molketin@ifaa-mail.de / 0211 542263-26). Gerne vermitteln wir Interviews mit unseren Experten.

*EUROSTAT in den Jahren 2001 bis 2019.

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