Die Deutsche Bahn verlängert die Streckensperrung auf der Gäubahn zwischen Horb und Neckarhausen bis Februar 2024. Der Landesverband des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) bedauert diese Entwicklung und fordert für einen attraktiven Bahnverkehr mehr Verlässlichkeit von der Deutschen Bahn. Angesichts des späten Baubeginns und der nun mehrfach ausgedehnten Sperrpausen beim zweigleisigen Ausbau mit neuem Stellwerk bei Horb mahnt der VCD, bei zukünftigen Bauvorhaben in Anbetracht dieser neuen Realitäten längere Realisierungs- und Bauzeiten einzuberechnen. Obwohl in diesem Projekt abgesehen von der zusätzlichen Erneuerung auf erprobte elektronische Stellwerkstechnik keine Erschwernisse vorliegen, konnte die Planung verursacht durch die Engpässe nicht eingehalten werden. Zuvor ließen sowohl Finanzierung als auch Beauftragung unnötig auf sich warten. „Das bedeutet beinahe sechs Jahre von Baurecht bis Inbetriebnahme, etwa ein Jahr pro Kilometer offener Strecke, und anhaltend rund 30–45 Min. längere Fahrzeiten mit unattraktivem Schienenersatzverkehr, sofern die Anschlüsse auch funktionieren“, resümiert VCD-Landesvorstand Gero Treuner.

Verzögerungen beim Pfaffensteigtunnel zum Flughafen, der gering ausgelastet sein wird und die Wirtschaftlichkeit der Gäubahngesamtmaßnahmen senkt, können als wahrscheinlich gelten, zumal das Genehmigungsverfahren noch ansteht und sich Ausbauprioritäten auf Bundesebene ändern können. Die Deutsche Bahn geht von einer Fertigstellung ab dem Jahr 2032 aus. Damit würden viele Reisende über lange Zeit auf andere Verkehrsmittel statt auf die Bahn setzen – ein herber Rückschlag für die Verkehrswende. Der VCD dringt deswegen auf den Erhalt der Gäubahngleise bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof, was Umstiege und Komforteinbußen vermeidet.

Der Verband ruft Bürger und Kommunen entlang der Gäubahnstrecke zur Intervention auf, damit die Stadt Stuttgart die selbst auferlegten Denkverbote beende und den interimsweisen Bahnverkehr im Planungs- und Bauzeitraum des neuen Stadtteils mit dessen Entwicklung im übergeordneten Interesse in Einklang bringe. Wie jüngste Gutachten darlegen, steht einer entsprechenden Änderung des Bauverfahrens im Zuge des Projekts S21 technisch nichts Gravierendes entgegen, und Mehrkosten sind nach der VCD-Position wegen der langen Zeit vertretbar.

Bedauert wird weiter, dass die Deutsche Bahn durch die späte Erkenntnis, das Ende der Sperrung zu verschieben, nicht nur die Fahrgäste vor den Kopf stößt, sondern sich durch kurzfristig anzupassende Dispositionen auch selbst unter Druck setzt zu einer Zeit, wo Personal rar ist.

Die den Betrieb wenig behindernden aktuellen Instandhaltungsarbeiten auf der Panoramabahn werden begrüßt, da sie aufgrund des großen Wartungsrückstands notwendig sind, der im Sommer bereits zu Beeinträchtigungen führte und einen S-Bahn-Verkehr verhindert hat.

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