…war das Thema des Pressegesprächs 2023 der Deutschen Saatveredelung AG (DSV). An der DSV Saatzuchtstation Asendorf (bei Bremen) stellte das Unternehmen den Pressevertretern die neuesten Innovationen aus der Züchtung, Themen rund um den Boden sowie die Ergebnisse des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts CATCHY vor.

„Die Landwirtschaft zwischen ‚Dürre und Starkregen‘ erfolgreich zu managen, stellte 2023 besondere Herausforderungen an die Landwirte. Angepasste, ertragsstabile Sorten und ein gesunder Boden sind wesentliche Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige und ökonomische landwirtschaftliche Produktion. Wir als Pflanzenzüchter liefern dafür die Lösungen“, eröffnete Dr. Eike Hupe, Vorstand der DSV, das Pressegespräch. „Wir bieten neue Sorten, die an die veränderten Bedingungen wie Trockenheit, verlängerte Vegetationsperioden und Hitze besser angepasst und widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge sind. Ebenso steht in unserer Beratung der Boden im Fokus – es geht u. a. um die Stabilisierung der Bodenfruchtbarkeit und die Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit im Boden. Bei diesen Themen ist die DSV seit langer Zeit sehr aktiv“, so Hupe. Zum einen bietet das Unternehmen seit mehreren Jahren jährlich die „DSV Bodenrundreise“ an: An nahezu 20 Standorten, nicht nur in Deutschland, beraten DSV- und namhafte Boden-Experten die Landwirte vor Ort über die komplexen Zusammenhänge des Systems Boden und bieten Lösungen für die Praxis. Zum anderen ist die DSV an verschiedenen Forschungsvorhaben beteiligt. Eines davon ist das Forschungsprojekt CATCHY „Zwischenfrüchte als agronomische Maßnahme zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und der Ertragssicherheit“.

Sortenentwicklung für das Ackerbausystem der Zukunft
„Krankheits- und Schädlingsresistenzen, optimierte agronomischen Eigenschaften, Toleranzen gegenüber abiotischen Stress und Nährstoffeffizienz, das sind die Säulen der Ertragssicherheit, die moderne Sorten mit sich bringen sollten“, sind sich Sebastian Hötte und Linda Hahn (DSV Produktmanager Raps | Getreide und Körnerleguminosen) einig. Auf mehr als 1.200 Hektar werden an neun DSV Saatzuchtstationen europaweit standortangepasste, gesunde und ressourceneffiziente Sorten für die Bedürfnisse internationaler Märkte und die unterschiedlichsten Klimabedingungen gezüchtet. Die Erfolge der langjährigen DSV Getreidezüchtung zeigen sich u.a. in Resistenzen gegen ertragsrelevante Virosen und Schädlinge. So ist z.B. die mehrzeilige Wintergerste FASCINATION resistent gegen den Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV), zeigt eine gute Blattgesundheit und Strohstabilität sowie sehr hohe Erträge (höchste Ertragswertzahl (EWZ) im Mehrzeiler-Sortiment 2021-2023). Ein weiterer Züchtungserfolg ist die Sorte JULIA. Sie ist resistent gegen den Gerstengelbmosaikvirus (BaYMV) und in diesem Jahr auf Platz 1 in den deutschen Landessortenversuchen (Liniensorten). Ebenso erfolgreich ist die DSV Weizenzüchtung mit den Sorten DEBIAN und EXSAL, die gegen die orangerote Weizengallmücke ein Resistenzgen (Sm1) aufweisen.

Die Erfolge der Rapszüchtung zeigen sich u. a. im Kohlhernie-Segment: Die Ertragsfähigkeit kohlhernieresistenter Rapssorten wurde in den vergangenen Jahren wesentlich gesteigert. Die in Deutschland über die RAPOOL-Ring GmbH vertriebene neue Sorte CROMAT ist kohlhernieresistent und bringt gleichzeitig überdurchschnittlich hohe Erträge. Eine andere, stark negativ auf den Ertrag wirkende Krankheit im Winterrapsanbau ist Phoma Lingam, die Wurzelhals- und Stängelfäule. Hier ist es der Züchtung gelungen, eine neue wirksame Kombination von Phoma Lingam Resistenzgenen zu identifizieren. In Deutschland steht im nächsten Jahr eine Sorte mit dieser Phomaresistenzkombination – dem Phoma-Blocker – zur Zulassung an und wird damit voraussichtlich die erste Sorte mit dieser Resistenzkombination im deutschen Markt sein. In Frankreich sind bereits erste Sorten mit diesem Merkmal für die DSV zugelassen.

Die Feinheiten des Bodensystems verstehen
„Die besten Zustände in Bezug auf das Bodenleben sind nur in der Natur zu finden. Jeder Eingriff durch Landbewirtschaftung hat eine Reduzierung desselben zur Folge“, so Dr. Gernot Bodner von der Universität für Bodenkultur Wien. „Ein gesundes Ökosystem verfügt von Natur aus über einen breiten Puffer, um Extreme abzufangen“, stellt er dar. Ziel einer landwirtschaftlichen Nutzung muss es sein, so nah wie möglich an die optimalen, natürlichen Bedingungen heranzukommen. Dabei spielt der Humus in landwirtschaftlich genutzten Flächen eine entscheidende Rolle. Sehr komplex ist das Mikrobiom. Wer es versteht, dieses richtig zu ernähren, kann viele Vorteile nutzen, um Wetterextremen zu begegnen.

Das Forschungsprojekt CATCHY: Die Ergebnisse von neun Jahren Forschungsarbeit
Die DSV ist seit neun Jahren Partner des Forschungsprojekts CATCHY. Das Projekt ist Teil der Initiative BonaRes, „Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie" und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Neben der DSV sind an dem Projekt Mikrobiologen aus Bremen, Bodenkundler aus Hannover, Pflanzenernährer aus Gatersleben, Pflanzenbauer aus Triesdorf und Sozioökonomen aus Gießen beteiligt. Die DSV konnte ihre langjährige Erfahrung mit dem Anbau von Zwischenfrüchten und der Zusammenstellung von intelligenten Mischungen für den Zwischenfruchtanbau in das Projekt einbringen. „In diesem langjährigen Projekt, das jetzt abgeschlossen wird, wurde in Fruchtfolgeversuchen die Wirkung des Zwischenfruchtanbaus in Form von Einzelkomponenten und Mischungen im Vergleich zur Brache mit den Schwerpunkten Bodenstruktur und -qualität, Mikrobiom, Nährstoff- und Wasserhaushalt, Ertragswirkung und Rentabilität untersucht“, erklärt Dr. Matthias Westerschulte, Teamleiter Produktmanagement Biodiversität der DSV. Durch das CATCHY-Projekt konnten neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die vielfältigen Effekte des Zwischenfruchtanbaus in Pflanzenbausystemen gewonnen und damit das Verständnis für deren Wirkung deutlich verbessert werden. Dies ermöglicht die weitere Optimierung des Managements von Zwischenfruchtbeständen. „Es hat sich gezeigt, dass die Nutzung von Mischungen und die damit gesteigerte Diversität zu mehr Resilienz im Pflanzenbausystem führt“, so Westerschulte. Wichtig ist, dass dieser Mehrwert nur durch kontinuierliche Integration in das Anbausystem zu erzielen ist. „Mit Blick auf die vielfältigen pflanzenbaulichen Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten kann die Nutzung von Zwischenfrüchten aber nur eine Maßnahme darstellen, um resiliente Pflanzenbausysteme zu entwickeln“, ist sich Westerschulte sicher. Der Schlüssel liegt in der ganzheitlichen Förderung der Bodengesundheit als Basis für gesunde Kulturpflanzenbestände. Dafür wird es notwendig sein, den Boden möglichst durchgängig aktiv zu begrünen, Eingriffe in den Boden soweit wie möglich zu reduzieren und die Vielfalt im System zu erhöhen – kurz: Immergrüne, biodiverse Fruchtfolgen zu kreieren. Die Basis sind weite Fruchtfolgen mit entsprechend platzierten Zwischenfrüchten. Darüber hinaus sollten die Übergänge zwischen den Kulturen möglichst fließend und die Vielfalt innerhalb der Hauptkulturen möglichst hoch sein. Dazu können auch Bei- und Untersaaten sowie Mischkultursysteme dienen, mit denen sich der Landwirt nach Baukastenprinzip betriebsindividuelle Lösungen zusammenstellen kann. Dadurch ergibt sich weiteres enormes Potenzial, die Mikrobiom-Interaktionen, die Bodenstruktur und -qualität sowie den Nährstoff- und Wasserhaushalt zu optimieren. So kann es langfristig gelingen, den Ertrag und die Rentabilität im Ackerbau standortadaptiert abzusichern.

Mit Pflanzengesellschaften das Mikrobiom richtig ernähren
Den Boden zu schützen, den Humusgehalt zu erhöhen und das Bodenleben zu fördern, dafür steht auch das Markenprogramm TerraLife® der DSV – seit mehr als einem Jahrzehnt. „Wir entwickeln das Programm basierend auf den neuen CATCHY-Ergebnissen kontinuierlich weiter von einem reinen Zwischenfruchtprogramm hin zu kompletten Begrünungssystemen“, erklärt Jan-Hendrik Schulz, Produktmanager Biodiversität der DSV. Er sieht in der vielfältigen, intelligenten und möglichst dauerhaften Begrünung des Ackerbausystems die beste Lösung für eine ökonomische und nachhaltige Landwirtschaft. „Das Mikrobiom des Bodens müssen wir innerhalb der Fruchtfolge richtig füttern. So hilft uns ein resilienter Boden, die Wetterextreme besser zu überstehen und nachhaltig zu wirtschaften“, so sein Plädoyer.

„Sowohl die Erfolge der Pflanzenzüchtung als auch das Erlangen von Wissen um die Etablierung funktionierender Fruchtfolgesysteme und deren Wirkung auf die Bodenfruchtbarkeit sind langwierige Prozesse“, so Dr. Eike Hupe zum Abschluss der Veranstaltung. „Der Züchtungsfortschritt, die Entwicklung und der Vertrieb innovativer, angepasster und ertragsreicher Sorten stehen im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Unsere Züchter arbeiten schon heute an den Merkmalskombinationen, die wir 2035 benötigen, damit Landwirte auch zukünftig wirtschaftlich produzieren können. Ebenso sehen wir uns als Innovator für die Entwicklung neuer Anbausysteme, die die Bodenfruchtbarkeit im Blick haben. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des CATCHY-Projekts bestätigen uns in dem bereits vor mehr als 10 Jahren eingeschlagenen Weg, die ackerbaulichen Vorteile intelligenter Artenkombinationen für eine moderne Landwirtschaft zu nutzen. Denn: Der Boden ist eine der wichtigsten Ressourcen der Menschheit, um die Ernährung zu sichern.“

Die DSV feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und trägt seit ihrer Gründung mit Bodenständigkeit und Weitsicht, mit gesunden und ertragreichen Sorten und intelligenten Begrünungssystemen zur Bodengesundheit und somit zum nachhaltigen Erfolg der Landwirtschaft bei. Die DSV steht für Forschung, Züchtung, Produktion und Vertrieb aus einer Hand: Mit ca. 800 Mitarbeitern in 8 Tochterunternehmen weltweit erzielt die DSV heute rund 250 Mio. Euro Umsatz. Der Schwerpunkt liegt auf den Kulturen Gräser und Futterleguminosen, Raps, Mais, Getreide und Zwischenfrüchten.

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