Das Neue beginnt heute und in dieser Welt
In seiner Auslegung macht der indonesische Theologe deutlich, dass die biblische Verheißung kein fernes Zukunftsbild beschreibt, sondern mitten in die Realität von Leid, Ungerechtigkeit und Erschöpfung hineinspricht – damals wie heute. Er verbindet die Jahreslosung mit seiner eigenen Biografie und der Geschichte von Mission, die über Kontinente hinweg Hoffnung, Bildung, medizinische Versorgung und Gemeinschaft ermöglicht hat.
„Dieses Neue beginnt nicht im Himmel, sondern in konkreten Geschichten von Menschen, die den Mut hatten, Neues zu wagen“, betont der VEM-Generalsekretär. Daraus erwachse vor allem Dankbarkeit für das Wirken Gottes, das oft weiter reiche, als die Handelnden selbst es ahnen konnten.
Zugleich benennt Parlindungan die Herausforderungen der Gegenwart klar: wachsender Antisemitismus, Rassismus, rechtsextreme Ideologien, ökologische Zerstörung, sexualisierte Gewalt – auch in kirchlichen Kontexten – globale Kriege sowie die bis heute spürbaren Wunden kolonialer Geschichte. Gerade in diese Wirklichkeit hinein spreche Gottes Zusage: „Siehe, ich mache alles neu.“
Rückkehr von Mission als heilende und lernende Bewegung
Mission will der Generalsekretär der VEM dabei nicht als koloniales Projekt oder als Export von Wahrheit verstanden wissen, sondern als Teilhabe an Gottes Neuschöpfung. Daraus folge eine eindeutige Haltung der Kirche: ein klares Nein gegen Hass, Ausgrenzung und zu allem, was Menschen entwürdigt. „Das Evangelium kann nicht schweigen, wo Menschen herabgesetzt werden“, so Andar Parlindungan.
Mit Blick auf Deutschland und Europa spricht der leitende Theologe offen von einer kirchlichen Krise. Während Kirchen in vielen Teilen Afrikas und Asiens wachsen, weil Glaube und Mission dort lebendig seien, sei der Begriff Mission hierzulande häufig belastet. Wo jedoch die Freude am Evangelium verloren gehe, verliere die Kirche ihre Lebenskraft.
Deshalb braucht es eine Rückkehr von Mission, nicht in alter, überheblicher Gestalt, sondern als heilende, hörende und lernende Bewegung. Die Kirche in Europa ist heute mehr denn je auf Missionar*innen und Mitarbeitende aus dem Globalen Süden angewiesen. Stimmen aus Afrika, Asien, aus Black Communities und von People of Color bringen eine Spiritualität ein, die von Hoffnung, Vertrauen und gelebtem Glauben getragen ist. Ihre Präsenz bedeutet keinen Rückfall in alte Abhängigkeiten, sondern eine „spirituelle Rückgabe“ – ein ökumenischer Segen und ein sichtbares Zeichen gegenseitiger Sendung.
Dabei betont er, dass nicht Menschen die Welt oder die Kirche erneuern. Erneuerung sei Gottes Werk und jeder und jede sei Teil seines Wirkens. Die Aufgabe der Kirche sei es hier, diesem Neuen Raum zu geben und es glaubwürdig zu bezeugen.
Seine Videobotschaft schließt Pfarrer Andar Parlindungan mit einem Neujahrsgruß im Namen der 39 Mitglieder der VEM in Afrika, Asien und Deutschland.
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche EKD-Kirchen und den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.
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