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Buchrezension
Jutta Eisele: Christ und Gendern?
Hintergrundwissen und Hilfestellungen zur eigenen sprachlichen Positionierung
Concepcion Seidel, Hammerbrücke 2024
172 Seiten, 19,95 Euro
ISBN-13: 978-3-86716-263-0
Diesem Thema widmet sich die evangelische Theologin und Heilpraktikerin Jutta Eisele (sie ist auch 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Christliche Naturheilkunde DGCN) in ihrem Buch. Die sprachliche Thematik rahmt dabei den Hauptteil, der anhand vieler Zitate und Bezüge zu einer gut begründeten Meinungsbildung aus christlicher Sicht beitragen will. Die dargestellte These einer differenzierten sprachlichen Nutzung von gendergerechter Sprache ist dabei einem eher konservativen Spektrum zuzuordnen, das den Differenzfeminismus als theoretische Grundlage für stimmig ansieht, den Gleichheitsfeminismus jedoch ablehnt. Auch der Gender-Dekonstruktivismus der Spätmoderne wird abgelehnt.
Zum Buch
Das Buch ist mit etwa 150 Seiten in 8 Kapitel gegliedert. Ein Vorwort und eine Einleitung führen zum ersten Teil, der mit geschichtlichem und sprachlichem Teil überschrieben ist. Im ersten Kapitel werden zunächst die Definitionen geklärt. Das zweite Kapitel thematisiert die geschichtlichen Hintergründe und Absichten. Weiter geht es mit der Bedeutung bewusster sprachlicher Positionierung. Kapitel 4 erklärt die Genderschreibweisen. Es werden immer wieder Quizfragen zur Selbstprüfung gestellt.
Im zweiten Teil wird es theologisch. Das 5. Kapitel stellt ausgewählte biblische-theologische Ansichten vor. Der Einfluss von Welt- und Menschenbild auf die Hermeneutik und Moral wird in Kapitel 6 thematisiert. Dieser Teil wird mit den Konsequenzen und Schlussfolgerungen beendet. Der dritte Teil besteht aus dem 8. Kapitel, das hilfreiche Handlungsstrategien aufzeigen möchte. Zum Abschluss wird ein Beispiel für eine Positionierung gegeben, die zeigt, wie sich ein Christ, der aus Gewissensgründen allein den Differenzfeminismus adaptieren kann, sprachlich positionieren kann.
Zum Inhalt
Das Buch ist ein kurzer Ratgeber mit klaren Hinweisen zur Positionierung. Auch wenn der Standpunkt der Autorin deutlich wird, ist es offen formuliert. Es liefert Hintergrundwissen, wie ein bibelorientierter Christ mit all den sprachlichen Sternchen und Binnenstrichen umgehen kann und dies theoretisch begründen kann. Auch wenn das generische Maskulinum von der Autorin bevorzugt wird, sind für sie auch andere sprachliche Einbezüge des anderen Geschlechts (im Singular) möglich. Natürlich formuliert man auf diese Weise nicht sprachlich inklusiv, doch diese Position lässt sich nach Ansicht der Autorin biblisch begründen. Diese Ansicht wird von denjenigen kritisch gesehen werden, die sich anderen theoretischen Grundlagen, beispielsweise dem Gender-Dekonstruktivismus, verpflichtet fühlen.
Auch wenn die Hauptargumentation im Mittelteil aus Zitaten anderer theologischer Quellen gespeist wird, um das mit der Bibel begründete Weltbild als Grundlage für die verwendete Hermeneutik herauszuarbeiten, was mitunter etwas beliebig wirkt, macht das Buch doch einen klaren Punkt zur sprachlichen Positionierung. Die Botschaft ist eindeutig: Christen sollten genderinklusive Schriftzeichen nicht unreflektiert übernehmen. Dazu seien theoretische Vorkenntnisse erforderlich. Auch wenn man die Sichtweise der Autorin nicht in allen Punkten teilt, hilft das Buch bei der Reflexion darüber auf christlicher Grundlage.
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