Handwerkliche Arbeit als Weg zurück in einen strukturierten Alltag: Für sein Projekt „FachWerk“ erhält der Werk-statt-Schule e. V. 1.000 € Preisgeld von der Town & Country Stiftung. Im Rahmen ihres nun schon 12. Stiftungspreises fördert die Town & Country Stiftung bundesweit Projekte der Kinder- und Jugendhilfe.

Bei „FachWerk“ arbeiten bis zu zwölf Jugendliche in einem niedrigschwelligen, praxisorientierten Lernumfeld. Ein zentraler Bestandteil ist hierbei das handwerkliche Arbeiten in verschiedenen Werkstätten, wie zum Beispiel in der Küche, einer Malerwerkstatt oder der Tischlerei. Die Jugendlichen erleben unmittelbar, wie aus ihren eigenen Ideen konkrete Ergebnisse entstehen. Diese Erfahrungen stärken ihr Selbstvertrauen und vermitteln Selbstwirksamkeit.

Das Projekt richtet sich an Jugendliche ab etwa 14 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten haben, im regulären Schulsystem Fuß zu fassen. Viele von ihnen bringen belastende Lebensgeschichten mit – etwa Erfahrungen mit häuslicher Gewalt, Flucht, Suchtproblematiken oder psychische Erkrankungen. Häufig sind auch Diagnosen wie Autismus oder ADHS sowie ein ausgeprägter Schulabsentismus Teil ihrer Biografie. Durch die Aufgaben bei „FachWerk“ finden die Jugendlichen Schritt für Schritt zurück in einen geregelten Tagesrhythmus und erhalten gleichzeitig Unterstützung bei ihrer schulischen und beruflichen Zukunftsplanung.

Mit dem Preisgeld der Town & Country Stiftung soll nun eine neue handwerkliche Arbeit durchgeführt werden: Ein Kleingarten als außerschulischen Lernort. Eine seit Jahren brachliegende Parzelle wird gemeinsam mit den Jugendlichen saniert und gestaltet. Geplant sind unter anderem die Instandsetzung eines Gartenhauses sowie der Bau von Hochbeeten, in denen künftig Obst und Gemüse für die eigene Küche angebaut werden soll. Die Arbeit in und mit der Natur wirkt dabei besonders positiv auf die Jugendlichen und eröffnet neue Lern- und Erfolgserlebnisse.

Stellvertretend für die Stiftung übergaben Stiftungsbotschafter Robin Klage und Matthias Hülscher der Hülscher Haus GmbH die Urkunde und würdigten das Engagement des Vereins. „Ihr Projekt FachWerk zeigt eindrucksvoll, wie wichtig praktische Erfahrungen für junge Menschen sein können, die im klassischen Schulalltag Schwierigkeiten haben. Hier erleben die Jugendlichen, dass ihre Arbeit etwas bewirken kann, und genau diese Erfahrung ist oft der erste Schritt zu neuem Selbstvertrauen und neuen Perspektiven“, betonte Stiftungsbotschafter Matthias Hülscher.

Mit großer Freude nahmen die Ausgezeichneten die Zuwendung entgegen: „Viele unserer Jugendlichen haben lange Zeit das Gefühl gehabt, im Schulsystem keinen Platz zu finden. Durch die praktische Arbeit in den Werkstätten und künftig auch im Kleingarten erleben sie wieder, dass sie etwas schaffen können und gebraucht werden. Die Unterstützung der Town & Country Stiftung hilft uns sehr, diesen wichtigen Lern- und Erfahrungsraum weiter auszubauen“, so Bernd Eßlinger, Projektleiter und Mitglied des Vorstands.

Über den Town & Country Stiftungspreis

Seit 2013 steht der Town & Country Stiftungspreis für Chancengleichheit und Gemeinschaft. Deutschlandweit unterstützt die Stiftung dieses Jahr 300 Projekte mit jeweils 1.000 €, um die wertvolle, oft ehrenamtliche Arbeit für sozial, geistig oder körperlich benachteiligte Kinder und Jugendliche zu fördern. Zwölf besonders herausragende Projekte werden im Rahmen der Town & Country Stiftungsgala am 9. Mai 2026 mit zusätzlichen 5.000 € ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury wählt die Projekte aus.

Erstmalig wird auf der Town & Country Stiftungsgala auch ein Sonderpreis vergeben. Unter dem Motto „Jung trifft Alt – Begegnung, die verbindet“ werden zwei Projekte, die auf kreative Weise intergenerative Begegnung stiften und Austausch zwischen Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen ermöglichen, mit 10.000 € auf dem 1. Platz und 5.000 € auf dem 2. Platz gefördert.

Über Town & Country Stiftung

„Mensch sein heißt verantwortlich sein“ – diesem Leitsatz folgt die gemeinnützige Town & Country Stiftung seit ihrer Gründung durch das Unternehmerpaar Gabriele und Jürgen Dawo im Jahr 2009. Neben der Förderung der Kinder- und Jugendhilfe engagiert sich die Stiftung für unverschuldet in Not geratene Bauherren und Eigentümer von zu Wohnzwecken selbstgenutzten Einfamilienhäusern, für Bildungsprojekte im Bereich Natur- und Umweltbildung, für Kunst und Kultur sowie für bürgerschaftliches Engagement.

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