Im Rahmen ihres Besuchs stellt die Raumfahrerin aus Berlin dem Technik Museum Speyer außerdem zehn Exponate für die Ausstellung „Apollo and Beyond“ zur Verfügung. Neun dieser Objekte begleiteten sie auf ihrer Mission und waren tatsächlich im Weltraum im Einsatz. Die missionsgeflogenen Stücke erweitern den Ausstellungsbereich „Deutsche Astronauten“ um aktuelle Artefakte der astronautischen Raumfahrt. Insgesamt umfasst dieser Bereich damit 239 Exponate von zwölf Astronauten und einer Astronautin. Während ihres Aufenthalts im All, der insgesamt 3 Tage, 14 Stunden, 32 Minuten und 38 Sekunden dauerte, umrundete Rabea Rogge 56 Mal die Erde und führte 22 wissenschaftliche Experimente im Auftrag von SpaceX, der NASA sowie internationaler Universitäten durch. Untersucht wurden unter anderem atmosphärische Lichtphänomene und die Auswirkungen der Raumfahrt auf den menschlichen Körper, darunter auch das erste Röntgenbild eines Menschen im Weltraum.
Weitere Höhepunkte des „Space Summer“ folgen mit zwei zusätzlichen Astronautenbesuchen: Am 18. Juli 2026 begrüßt das Technik Museum Speyer die NASA-Astronautin Kathryn Thornton, am 8. August 2026 ist der NASA-Astronaut Mark Lee zu Gast. Damit bietet der „Space Summer“ im Jubiläumsjahr ein kompaktes Programm mit hochkarätigen Einblicken in die bemannte Raumfahrt.
Exponate für den Bereich „Deutsche Astronauten“ im Technik Museum Speyer:
Für die Ausstellung „Apollo and Beyond“ stellt sie für den Bereich „Deutsche Astronauten“ insgesamt zehn Exponate zur Verfügung, von denen neun tatsächlich auf ihrer Mission geflogen sind. Ein besonderes Highlight ist ihr Amateurfunkgerät vom Typ ICOM IC-705. Dieses persönliche Ausrüstungsstück nutzte sie während der Mission, um mit Funkamateuren weltweit in Kontakt zu treten, und es misst für sie einen hohen ideellen Wert. Ergänzt wird die Auswahl durch sieben Kleidungsstücke, die Rabea Rogge während ihres Aufenthalts im All getragen hat. Dazu zählen Leggings, eine Cargo-Hose, Kurz- und Langarm-Shirts, zwei Paar Socken sowie ein Stirnband. Diese Objekte vermitteln einen authentischen Eindruck vom Alltag an Bord der Mission.
Das einzige nicht geflogene Exponat ist ihr Namensschild aus dem Quarantänebereich vor dem Start. Das etwa 25 x 25 Zentimeter große Schild ist in Form des Helms des SpaceX Raumanzugs gestaltet und zeigt den Schriftzug „ROGGE“ als dreidimensionales Element in den SpaceX-Farben Schwarz und Weiß. Ergänzend dazu wird eine 40 x 50 Zentimeter große Fotomontage präsentiert, die von Kurator und Ausstellungsleiter Gerhard Daum gestaltet wurde. Sie zeigt die „FRAM2“-Mission und enthält ein auf der Mission geflogenes Missionsemblem. Die Fotomontage wurde von Rabea Rogge signiert. Mit diesen Leihgaben wächst der Ausstellungsbereich „Deutsche Astronauten“ auf insgesamt 239 Exponate von zwölf Astronauten und einer Astronautin.
Rabea Rogges Werdegang:
Rabea Patricia Rogge wurde 1996 in Berlin-Schöneberg geboren und ist die erste deutsche Astronautin, die in den Weltraum geflogen ist. Damit setzte sie nach zwölf deutschen Astronauten, die zwischen August 1978 und Mai 2022 an insgesamt 17 Missionen teilnahmen, einen bedeutenden Meilenstein in der deutschen Raumfahrtgeschichte. Nach ihrem Abitur am Georg-Büchner-Gymnasium studierte sie Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin sowie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, wo sie ihren Masterabschluss erwarb. Während ihres Studiums engagierte sie sich in der Akademischen Raumfahrt Initiative Schweiz (ARIS) und arbeitete im CubeSat-Team an Satellitenprojekten mit. Im Anschluss spezialisierte sie sich auf arktische Robotik und ist heute Doktorandin in der Abteilung für Meerestechnik an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Trondheim. In ihrer Doktorarbeit befasst sie sich mit datengesteuerter Navigation sowie der Steuerung und Kontrolle autonomer Überwasserfahrzeuge unter extremen Umweltbedingungen.
Rabea Rogge widmet sich seit Jahren der Erforschung extremer Umgebungen. Sie sammelte umfangreiche operative Erfahrungen in internationalen Expeditionen im Weltraum, im Meer und in der Arktis. Von 2021 bis 2023 übernahm sie die technische Leitung einer CubeSat-Mission, engagierte sich für den Schutz der Meere und nahm unter anderem an einer Grönlandüberquerung teil. Für die private Raumfahrtmission „FRAM2“ unterbrach sie ihre Doktorarbeit und begann im August 2024 mit dem Training. Dazu gehörten unter anderem Simulationen im DragonSimulator bei SpaceX in Kalifornien sowie ein Training für Extremsituationen in Alaska. Ziel der Mission war es, in einer niedrigen polaren Erdumlaufbahn in rund 400 Kilometern Höhe die Polarregionen der Erde zu beobachten und wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Als Besatzungsmitglied der Mission „FRAM2“ verbrachte Rabea Rogge vom 31. März bis 4. April 2025 knapp vier Tage im Weltraum.
Mission „FRAM2“ – SpaceX Dragon „Resilience“:
Die Raumfahrtmission „FRAM2“ war eine privat finanzierte Mission, die vom Unternehmer und Abenteurer Chun Wang initiiert und geleitet wurde. Rabea Rogge lernte ihn im Frühjahr 2023 während eines Expeditionstrainings auf Spitzbergen kennen. Bei einer fünftägigen Skiexpedition unter arktischen Bedingungen mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius trainierten die Teilnehmer das Zelten in extremer Kälte, den Umgang mit Spezialausrüstung sowie das Navigieren in anspruchsvollem Gelände. Während dieser Expedition berichtete Rabea Rogge von ihrer Arbeit im CubeSat-Team der ETH Zürich. Aus diesem Austausch entwickelte sich der gemeinsame Dialog über mögliche Raumfahrtprojekte. Rund ein halbes Jahr später erhielt sie von Chun Wang die Anfrage, an einer astronautischen Mission teilzunehmen; eine Möglichkeit, mit der sie zuvor nicht gerechnet hatte.
Die Mission wurde nach dem historischen Polar-Expeditionsschiff „FRAM“ benannt, das vor mehr als 100 Jahren wegweisende Expeditionen in beide Polarregionen der Erde ermöglichte. Auch das Missionsemblem von „FRAM2“ knüpft an diese Tradition an und basiert auf einem historischen Foto von Roald Amundsen und seinem Expeditionsteam am Südpol im Jahr 1911. An Bord des SpaceX-Dragon-Raumschiffs „Resilience“ befand sich zudem ein Stück des originalen „FRAM“-Schiffsdecks. Dieses war von Oscar Wisting signiert worden, der Roald Amundsen sowohl 1911 zum Südpol als auch 1926 mit dem Luftschiff „Norge“ zum Nordpol begleitete.
Die Mission „FRAM2“ startete am 31. März 2025 um 21:47 Uhr Ortszeit von der Startrampe 39A im Kennedy Space Center in Florida. Nach rund zehn Minuten erreichte das SpaceX-Dragon Raumschiff „Resilience“ die Erdumlaufbahn und Rabea Rogge wurde zur ersten deutschen Frau im Weltraum. Die Flugbahn führte die Crew auf eine polare Umlaufbahn in etwa 400 Kilometern Höhe. Während der Mission war Rabea Rogge für 22 wissenschaftliche Experimente verantwortlich, die im Auftrag von SpaceX, der NASA sowie mehrerer Universitäten in Europa und den USA durchgeführt wurden. Untersucht wurden unter anderem atmosphärische Lichtphänomene, die Polarlichtern ähneln, sowie die Auswirkungen der Raumfahrt auf den menschlichen Körper. In diesem Zusammenhang entstand auch das erste Röntgenbild eines Menschen im Weltraum. Die Wasserung der Raumkapsel erfolgte am 4. April 2025 um 09:19 Uhr Ortszeit und erstmals für eine bemannte Dragon-Kapsel an der Westküste der USA, etwa 45 Kilometer westlich von Oceanside in Kalifornien. Insgesamt verbrachte Rabea Rogge 3 Tage, 14 Stunden, 32 Minuten und 38 Sekunden im Weltraum und umrundete dabei 56 Mal die Erde.
Über die Technik Museen Sinsheim Speyer – Technik von Unterwasser bis ins Weltall
Vom gemeinnützigen Verein Auto + Technik Museum Sinsheim e. V. getragen und ganz nach dem Motto „für Fans von Fans“ gehören den Technik Museen Sinsheim Speyer weltweit rund 8.000 Mitglieder an. Im Jahr 2025 passierten ca. 1,3 Million Menschen die Türen der beiden Einrichtungen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Eintrittsgelder, Spenden sowie Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder. Alle Überschüsse werden zur Erhaltung und zum Ausbau der Museen verwendet. An 365 Tagen im Jahr geöffnet, zeigen die Technik Museen Sinsheim Speyer zusammen auf mehr als 200.000 m² über 6.000 Exponate aus allen Bereichen der Technikgeschichte in einer weltweit einzigartigen Vielfalt. Vom U-Boot bis zum Oldtimer, von der Concorde bis zum Space Shuttle Buran ist alles vertreten. Neben den Dauer- und wechselnden Sonderausstellungen gibt es zahlreiche Fahrzeug- und Clubtreffen sowie Events. Eine wahre Sensation sind die beiden IMAX-Großformat-Kinos. Während in Sinsheim das IMAX 3D Kino – „das schärfste Kino der Welt“ – exklusive Dokumentationen und die neuesten Hollywood-Blockbuster präsentiert, werden im IMAX DOME Kino im Technik Museum Speyer die Filme auf eine gigantische Kuppel projiziert.
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