Die angekündigten Milliardeninvestitionen der Bundesregierung in den Zivilschutz sind aus Sicht der internationalen christlichen Hilfsorganisation Samaritan’s Purse ein wichtiger und notwendiger Schritt. Zugleich fordert die Organisation, beim Ausbau des Bevölkerungsschutzes stärker auf die Erfahrung und Infrastruktur international tätiger Hilfsorganisationen mit Sitz in Deutschland zurückzugreifen.

Hintergrund sind die am Montag bekannt gewordenen Pläne von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, bis 2029 unter anderem mehrere Milliarden Euro in Feldbetten, Spezialfahrzeuge, Schutzräume und einheitliche Ausbildungsstandards für den Bevölkerungsschutz zu investieren.

„Wir müssen beim Zivilschutz nicht bei null anfangen.“, sagt Sylke Busenbender, Vorstandsvorsitzende von Samaritan’s Purse Deutschland. „In Deutschland gibt es internationale Hilfsorganisationen mit jahrzehntelanger Erfahrung in Katastrophengebieten – vom Erdbeben über Kriege bis hin zu Flüchtlingskrisen. Dieses Wissen und diese Einsatzstrukturen sollten systematisch in den Bevölkerungsschutz eingebunden werden.“

Die deutsche Sektion von Samaritan’s Purse hat ihren Sitz in Berlin und greift auf umfangreiche Erfahrung aus internationalen Katastrophen- und Kriseneinsätzen zurück – unter anderem nach den Erdbeben in der Türkei und Syrien, in Myanmar, Haiti, in der Ukraine, im Sudan, in Gaza und Israel oder aktuell im Libanon. Speziell ausgebildete Einsatzkräfte des internationalen Disaster Assistance Response Teams (DART) arbeiten unter extremen Bedingungen – dort, wo Infrastruktur zusammengebrochen ist und Menschen kurzfristig versorgt werden müssen.

„Andere Länder mussten aufgrund von Naturkatastrophen oder Krisen früher professionelle Strukturen für den Bevölkerungsschutz entwickeln“, erklärt Busenbender. „Deutschland holt hier derzeit auf. Die notwendige Expertise ist aber längst vorhanden, sie muss nur konsequenter genutzt werden – nicht zuletzt für die Aus- und Weiterbildung.“

Die angekündigte Einführung einheitlicher Ausbildungsstandards sei, so Busenbender, ein wichtiger Schritt. Weltweit stehen Samaritan’s Purse neben den Projektmitarbeitern derzeit über 3000 nach internationalen Standards ausgebildete DART-Mitglieder für akute Katastropheneinsätze bereit. Sie bringen berufliche Erfahrung aus unterschiedlichsten Bereichen mit und werden unter anderem für medizinische Hilfe, Notunterkünfte, Logistik, Wasseraufbereitung und Hilfsgüterverteilungen geschult. Samaritan’s Purse engagiert sich derzeit zudem beim Aufbau des „Nationalen Christlichen Netzwerks Katastrophenhilfe“ in Deutschland, einer Initiative von Gemeinden und christlichen Werken, die nach den Erfahrungen der Ahrtal-Flutkatastrophe im Juli 2021 gegründet wurde.

„Zivilschutz bedeutet heute mehr als Gulaschkanone und Feldbetten“, erklärt Busenbender. „Es geht um funktionierende Logistik, schnelle Versorgung, Krisenkommunikation, um Seelsorge und die Fähigkeit, auch unter chaotischen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Genau dafür bringen internationale Hilfsorganisationen wertvolle Erfahrung mit.“

Über Samaritan’s Purse e. V.

Samaritan’s Purse widmet sich der Unterstützung von Menschen in Not, unabhängig von deren Herkunft, Religion oder Kultur. Unter dem Motto „Helping in Jesus‘ Name“ leistet Samaritan’s Purse weltweit humanitäre und medizinische Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist vor allem die internationale Geschenkaktion „Weihnachten im Schuhkarton“, die Menschen einlädt, Kindern nicht nur das Nötigste zukommen zu lassen, sondern sie zu beschenken und ihnen die Botschaft von der Liebe Gottes zu überbringen. Der deutsche Zweig von Samaritan’s Purse wird von Sylke Busenbender und Marina Nobiling geleitet.

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