Bildung in der demokratischen Gesellschaft ist einer der drei strategischen Schwerpunkte der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA). Hierfür stehen beispielsweise das gleichnamige Profilfeld Bildung der demokratischen Gesellschaft, das sich aus interdisziplinärer Perspektive mit den Herausforderungen der demokratischen Gesellschaft befasst, der Masterstudiengang Migration, Bildung und Demokratie oder das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot Demokratiebildung. Neu hinzu kommt nun das Lehr-Lern-Labor Demokratie, das am 9. Juli eröffnet wird. An diesem speziell ausgestatteten Ort für Forschung, Lehre und Transfer soll Demokratie nicht nur gelehrt, sondern auch erprobt und sichtbar gemacht werden. Auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern.
„Das Lehr-Lern-Labor Demokratiebildung erlaubt es, demokratiepädagogische und -didaktische Theorie und Praxis zu verschränken, methodisch und inhaltlich weiterzuentwickeln und dadurch Innovationen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse hervorzubringen“, sagt Erziehungswissenschaftler Jun.-Prof. Sebastian Engelmann, der das Lehr-Lern-Labor zusammen mit Prof. Janis Fögele, Professor für Didaktik der Sozialwissenschaften, konzipiert hat.
Das Labor bietet Raum für empirische Forschung, um Lehr-Lernmaterialien zu entwickeln und zu evaluieren sowie Unterrichtssequenzen mit Studierenden und Schüler:innen durchzuführen, für theoretische Forschung zum Prozess der Demokratiebildung und für Forschung im Bereich der Kinder- und Menschenrechtsbildung, beispielsweise für Interviews mit Kindern und Jugendlichen.
„Das Lehr-Lern-Labor Demokratie ist ein unverzichtbarer Beitrag zur Professionalisierung von Lehrkräften und zur nachhaltigen Verankerung demokratischer Prozesse in Schule und Hochschule“, sagt Janis Fögele.
Wer das neue Lehr-Lern-Labor Demokratie der PHKA (Bismarckstraße 10, Gebäude 3, Raum 214) kennenlernen möchte, hat dazu am Donnerstag, 9. Juli, Gelegenheit. Ab 13.30 Uhr informieren Sebastian Engelmann und Janis Fögele über das zugrundeliegende Konzept und Johannes Drerup, Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der TU Dortmund, hält einen Vortrag zum Thema „Wirklich nur ein Mythos? Demokratieerziehung, direktives Unterrichten und das Problem der Neutralität“. Außerdem stellen Sebastian Engelmann und Johannes Drerup um 17.00 Uhr ihr kürzlich erschienenes Buch „Krieg im Klassenzimmer. Demokratie und Erziehung in Kriegszeiten“ vor. Die Veröffentlichung zeigt, wie sich die Voraussetzungen pädagogischen Handelns in Kriegszeiten verändern, und entwickelt ein Plädoyer für eine liberale Demokratieerziehung und -bildung.
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