Schon zum achtzehnten Mal fand der Landeswettbewerb der Solarfahrzeugbauer zwischen 10 und 25 Jahren im Zentrum für nachhaltige Entwicklung „artefact“ in Glücksburg/Ostsee,  doch von Langeweile und Routine war ebenso wenig zu spüren wie bei der aktuellen Fussballweltmeisterschaft – ganz im Gegenteil:
Aus allen Ecken Schleswig-Holsteins waren  die Teams angereist und trotzten der Gluthitze am Wochenende. Gleich mehrere Teams des Louise Weiss Gymnasiums aus Hamburg hatten die längste Anreise und nährten Spekulationen, ob es bald einen Nordstaat-Solarcup geben könnte; einen eigenen Regionalwettbewerb konnte die Hansestadt bislang nie organisieren.
Die nördlichsten Teilnehmer hatten den Bug vorn in der Solarboot-Klasse bis 14 Jahre: Ava Andresen und Julius Ketelsen von der Dänischen Schule in Leck siegten mit der „Schnellen Erna“ vor Julian Ochs und Mathis Wöhrmann aus Flensburg mit ihrem Blitzboot. Platz 3 sicherten sich Arthur, Constantin und Ole vom Internat Louisenlund bei Fleckeby und verwiesen damit mit nur einem Punkt Vorsprung die „Rasende Ente 2“ von Luca Linde, der vom Coppernikus Gymnasíum Norderstedt angereist war, auf den undankbaren vierten Platz. Bei den Solarboot-Bauern ab 15 Jahren konnten sich Tom, Abdulmanan und Amir vom regionalen Bildungszentrum Eckener Schule in Flensburg gegen die Übermacht von gleich drei Teams der Auguste Víctoria Schule auf den Folgeplätzen durchsetzen.

In der Ultraleicht-Juniorklasse der Solarautos flitzte Enno Lindenau aus Hamburg mit „Feuerblitz“ auf den ersten Platz vor den Teams „Optimus prime“ aus Louisenlund und dem „Energy Racer“ vom Louise Weiss Gymnasium Hamburg. Die amtierenden deutschen Meisterinnen aus Hohenwestedt durften aus Altersgründen nicht mehr in der Startklasse antreten.

In der um „Azubis“ erweiterten Expert-Klasse bis 25 Jahre konnten jedoch die Titelverteidiger antreten, die im Vorjahr sensationell mit Bahnrekord in Dortmud Deutsche Meister wurden. Das Team JATEC mit Anton Wellnitz und Jens Mathis Jessen aus Freienwill und Flensburg konnte trotz  kleiner Schikanen im neuen Reglement souverän die Konkurrenten „LWG“ aus Hamburg und „Phaenton-X“ vom RBZ Flensburg in die Schranken weisen.  Die beiden erstplatzierten Teams haben damit auch einen Startplatz beim SolarMobil Deutschland sicher.

Dies gilt auch für die Pokalsieger der verbleibenden Startklassen: in der Kreativklasse überzeugten Finja Ochs und ihre Cousinen Paulina und Amelie Wöhrmann  die Jury aus zwei Vertretern der Sponsoren Nord-Ostsee Sparkasse und dem Verein zur Förderung der Energiewende in Schleswig-Holstein:  ihr solarmobiler Robo-Dino mit dem Namen Gärda von Garten war mit vielen witzigen Details auf eine schwimmende Giesskanne gebaut.

Den nächsten Schritt hin zur solaren Elektromobilität konnte Eric Steinbrenner vom Schulzentrum Schenefeld in der Solar-E-Klasse überzeugend demonstrieren: sein „SolarLight 3“ lud an einer selbstgebauten Solarladestation einen Kondensator auf und konnte damit auf einem Rundparcours etliche Runden drehen.

Doch auch die Teams, die nach der Siegerehrung ohne Pokal die Heimreise antraten, waren Gewinner, meinte  Solarcup-Koordinator Werner Kiwitt: „Alle, die in den letzten Monaten getüftelt, gebaut und experimentiert haben, haben ganz bestimmt viel dazu gelernt – und vielleicht ja sogar für private Ideen oder berufliche Ziele:  denn die Energiewende braucht ganz viel junge engagierte Menschen wie euch. Und auf Solarenergie kann Niemand eine Importsteuer erlassen“ .

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