Karl Jost leitete die Abteilung Bibliothek und Archive und war massgeblich beteiligt an der Einführung der Informatik bei SIK-ISEA in den 1980er Jahren. Vorausschauend erkannte er die Chancen, die in der Überführung des Dokumentationsbereichs in ein einheitliches EDV-System lagen. Unter seiner Leitung entstanden das «Künstlerverzeichnis der Schweiz, 1980–1990» (1991) und das «Biografische Lexikon zur Schweizer Kunst» (1998). Er initiierte die erste Online-Publikation des Instituts, die 2004 veröffentlichte Webdokumentation über das Schaffen von Martin Disler, und begründete 2006 das «SIKART Online-Lexikon zur Kunst in der Schweiz» – ein wegweisender Schritt, der die endgültige Ablösung der gedruckten Lexika durch die webbasierte Vermittlung der Inhalte bedeutete.
Ursprünglich von einem handwerklichen Beruf herkommend, interessierte sich Karl Jost in seinen eigenen Forschungen besonders für das Zusammenwirken von Kunst und Alltag: Sein Studium schloss er mit einer Arbeit über das Auto in der Bildenden Kunst ab, sein Doktorat war dem Architekten, Maler und Bildhauer Hans Fischli gewidmet. Verantwortlich für die Speicherung und Vermittlung von Informationen zum Kunstschaffen in der Schweiz, gelang Karl Jost bei SIK-ISEA die Verbindung von wissenschaftlicher Akribie und technischer Innovation. Dass SIKART in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert und sich als das meistgenutzte Nachschlagewerk zur Kunst in der Schweiz etabliert hat, unterstreicht die Weitsicht und nachhaltige Bedeutung seines Wirkens.
Wir werden Karl Jost in dankbarer Erinnerung behalten.
Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA)
Zollikerstrasse 32
CH8032 Zürich
Telefon: +41 (44) 38851-51
https://www.sik-isea.ch
![]()