Die Belastungen für Zahnarztpraxen nehmen weiter zu. Bürokratie, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Unsicherheiten erschweren den Alltag. Gleichzeitig wird es besonders im ländlichen Raum immer schwieriger, Praxen an die nächste Generation zu übergeben und die wohnortnahe Versorgung langfristig zu sichern.
„Viele Praxen fragen sich nicht mehr, wie sie wachsen, sondern wie lange sie unter den aktuellen Bedingungen noch verlässlich planen können“, sagt Öttl. „Wer gleichzeitig mehr Prävention, mehr Digitalisierung und eine flächendeckende Versorgung erwartet, darf die wirtschaftlichen Grundlagen der Praxen nicht weiter schwächen. Eine Vergütung unterhalb der Grundlohnsumme setzt aus Sicht des FVDZ das falsche Signal.“
Der FVDZ fordert spürbare Entlastungen von Bürokratie und warnt vor weiteren Eingriffen auf Kosten der ambulanten Versorgung. „Politik darf Versorgung nicht nur verwalten, sondern muss sie ermöglichen. Jede unnötige Dokumentationspflicht kostet Zeit für unsere Patientinnen und Patienten“, betont Öttl.
Zugleich warnt der Verband vor pauschalen Sparmaßnahmen in der Zahnmedizin. Prävention verhindert kostenintensive Folgeerkrankungen und entlastet das Gesundheitssystem.
„Prävention wirkt. Die sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) belegt den Erfolg von frühzeitiger Vorsorge und wohnortnaher Versorgung“, so Öttl weiter. „Diese Erfolge sind kein Selbstläufer. Sie brauchen starke freiberuflich geführte Praxen, Planungssicherheit und verlässliche gesundheitspolitische Rahmenbedingungen.“
Der FVDZ appelliert daher an die Abgeordneten, die Sommerpause für einen Praxisbesuch im eigenen Wahlkreis zu nutzen. „Kommen Sie zu uns in die Praxis und machen Sie sich selbst ein Bild. Über Versorgung wird in Berlin entschieden, umgesetzt wird sie in den Zahnarztpraxen. Gesundheitspolitik braucht Realität statt Schreibtischperspektive“, fordert Öttl.
Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) ist der größte unabhängige Berufsverband in Deutschland. Er handelt politisch frei und unabhängig. Seine Aufgabe sieht er darin, alternative Handlungsoptionen für Zahnärzte und Zahnärztinnen für ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen zu entwickeln. Er engagiert sich für zahnärztliche Therapiefreiheit, Offenheit moderner zahnärztlicher Methoden für alle Patientinnen und Patienten, Prophylaxeförderung, mehr Eigenverantwortung für die Patienten- und Zahnärzteschaft sowie eine solide Finanzierung der Zahnheilkunde.
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