Da sich diese Behälter häufig über Unternehmens- und Standortgrenzen hinweg bewegen, reicht eine einfache Bestandsführung oftmals nicht aus. Ein strukturiertes Behältermanagement in der Automobilindustrie soll deshalb sicherstellen, dass Unternehmen jederzeit nachvollziehen können, welche Lademittel verfügbar sind, wo sie eingesetzt werden und wann eine Rückführung erforderlich ist.
Digitale Behältermanagement Software stellt hierfür aktuelle Informationen bereit und bildet die einzelnen Bewegungen innerhalb des Behälterkreislaufs nachvollziehbar ab.
Welche Ladungsträger kommen in der Automobilindustrie zum Einsatz?
Die Auswahl eines geeigneten Behälters richtet sich unter anderem nach Abmessungen, Gewicht, Empfindlichkeit und Transportweg des jeweiligen Bauteils. Entsprechend vielfältig ist die Zahl der eingesetzten Ladungsträger.
Kleinladungsträger (KLT) werden vor allem für kleinere Teile und Komponenten verwendet. Dazu zählen beispielsweise Sensoren, Schrauben, Verbindungselemente oder elektronische Bauteile. Insbesondere standardisierte VDA-KLT sind in der Automobillogistik weit verbreitet und ermöglichen den Einsatz in unternehmensübergreifenden Behälterkreisläufen.
Für größere oder schwerere Teile kommen Großladungsträger (GLT) infrage. Auch für diesen Bereich existieren standardisierte Lösungen, die auf die Anforderungen der Automobilindustrie zugeschnitten sind.
Gitterboxen zeichnen sich durch ihre robuste Metallkonstruktion aus. Sie eignen sich unter anderem für schwere Komponenten, Gussteile und Waren, bei denen eine hohe mechanische Belastbarkeit des Transportmittels erforderlich ist.
Eine weitere wichtige Gruppe bilden Paletten. Europaletten, Kunststoffpaletten und individuell entwickelte Sonderpaletten werden für zahlreiche inner- und außerbetriebliche Transportprozesse eingesetzt.
Für besonders große, empfindliche oder geometrisch anspruchsvolle Fahrzeugteile werden häufig Spezialladungsträger und Transportgestelle verwendet. Solche Konstruktionen können beispielsweise auf Karosserieelemente, Scheiben, Motoren oder Getriebe abgestimmt sein.
Bei elektronischen und elektrostatisch empfindlichen Bauteilen kommen zudem ESD-Behälter zum Einsatz. Ihre Aufgabe besteht darin, sensible Komponenten während Transport und Lagerung vor elektrostatischen Entladungen zu schützen. Auch in diesem Bereich bestehen entsprechende VDA-Lösungen.
Container und andere Großbehälter ergänzen das Spektrum insbesondere bei hohen Transportvolumen, sperrigen Gütern oder internationalen Lieferketten.
Viele dieser Lademittel verbleiben dauerhaft in einem wiederkehrenden Kreislauf. Ein Behälter wird beispielsweise beim Zulieferer befüllt, zum Produktionsstandort geliefert, dort entladen und anschließend leer an den Ausgangspunkt oder einen weiteren Partner zurückgegeben. Ein systematisches Ladungsträger- und Leergutmanagement sorgt dafür, dass diese Prozesse transparent bleiben.
Typische Probleme beim Behältermanagement
Eine zentrale Schwierigkeit besteht häufig darin, den tatsächlichen Aufenthaltsort von Mehrwegbehältern zu bestimmen. Ohne eine durchgängige Erfassung ist nicht immer eindeutig feststellbar, ob sich ein Ladungsträger noch beim Lieferanten befindet, bereits im Werk angekommen ist, bei einem Logistikunternehmen steht oder sich auf dem Rücktransport befindet.
Darüber hinaus treten in der Praxis verschiedene weitere Herausforderungen auf. Dazu gehören unter anderem Verluste von Behältern und insbesondere von kostenintensiven Spezialladungsträgern. Auch Abweichungen zwischen den Behälterkonten unterschiedlicher Geschäftspartner können zu Unstimmigkeiten führen.
Fehlt es an ausreichendem Leergut, kann die Materialversorgung erschwert werden. Im ungünstigsten Fall können fehlende Transportmittel sogar Auswirkungen auf Produktionsabläufe haben. Manche Unternehmen halten deshalb vorsorglich größere Behälterbestände vor, obwohl ein Teil dieser Sicherheitsbestände bei besserer Transparenz möglicherweise nicht erforderlich wäre.
Zusätzlicher Aufwand entsteht durch manuelle Erfassungen, Papierdokumente oder nachträgliche Buchungen. Solche Arbeitsweisen erhöhen das Fehlerrisiko und erschweren eine zeitnahe Bestandsübersicht. Hinzu kommen mögliche Unklarheiten bei der Verantwortungsübergabe zwischen Lieferanten, Kunden und Transportdienstleistern.
Auch der Zustand der Behälter spielt eine wichtige Rolle. Werden Beschädigungen nicht unmittelbar erfasst, lässt sich später häufig nur schwer feststellen, zu welchem Zeitpunkt ein Schaden entstanden ist. Unterschiedliche IT-Systeme an verschiedenen Standorten können den Informationsfluss zusätzlich erschweren.
Je größer ein Behälterpool ist, desto stärker können sich selbst kleine Differenzen wirtschaftlich auswirken. Digitale Buchungs- und Dokumentationsprozesse schaffen hier die Grundlage für eine verlässlichere Steuerung.
COSYS Behältermanagement Software zur digitalen Verwaltung von Lademitteln
Mit der COSYS Behältermanagement Software können Unternehmen Prozesse rund um Leergut, Ladungsträger und Mehrwegbehälter digital erfassen. Bewegungen werden direkt im jeweiligen Prozess dokumentiert und stehen anschließend für eine zentrale Auswertung zur Verfügung.
Bei Behältern mit individueller Seriennummer kann jeder einzelne Ladungsträger beispielsweise über einen Barcode eindeutig identifiziert werden. Dadurch lässt sich nachvollziehen, an welchem Standort sich ein Behälter befindet, zu welchem Zeitpunkt die letzte Bewegung stattgefunden hat und welchem Geschäftspartner oder Vorgang er zugeordnet wurde.
Sind Lademittel nicht einzeln nummeriert, ist alternativ eine mengenbasierte Erfassung nach Behälterart möglich.
Digitale Verbuchung von Ausgabe und Rücknahme
Werden Behälter an Kunden, Lieferanten oder Transportdienstleister übergeben, können diese Bewegungen direkt digital erfasst werden. Kommt das Leergut zurück, wird die entsprechende Rücknahme ebenfalls im System dokumentiert.
Durch diese fortlaufenden Buchungen entstehen nachvollziehbare Behälterkonten. Unternehmen erhalten dadurch einen aktuelleren Überblick darüber, welche Bestände intern verfügbar sind und welche Ladungsträger sich bei externen Partnern befinden.
Bestände und Bewegungen zentral im COSYS WebDesk auswerten
Der browserbasierte COSYS WebDesk dient als zentrale Informations- und Auswertungsplattform. Dort können Anwender beispielsweise Bestände, Buchungsvorgänge und Behälterkonten einsehen.
Neben dem Standort lässt sich auch der jeweilige Zustand beziehungsweise Status eines Ladungsträgers berücksichtigen. Behälter können beispielsweise als leer, voll oder beschädigt gekennzeichnet werden.
Damit erhalten verantwortliche Mitarbeiter schneller einen Überblick darüber, an welchen Stellen ausreichend Behälter vorhanden sind und wo möglicherweise eine Rückführung oder weitere Maßnahme notwendig wird.
Schäden und Übergaben digital dokumentieren
Neben reinen Bestandsinformationen können auch Schäden an Ladungsträgern erfasst werden. Defekte Paletten, Behälter oder Transportgestelle lassen sich beispielsweise direkt mit einem Foto dokumentieren.
Bei Übergabeprozessen kann zusätzlich eine elektronische Unterschrift aufgenommen werden. Auf diese Weise entsteht ein digitaler Nachweis, der die Dokumentation gegenüber Kunden, Lieferanten und Logistikpartnern unterstützt.
Auswertungen, Systemanbindung und unterschiedliche Betriebsmodelle
Für die Analyse der Behälterprozesse können digitale Reports zu Bewegungen, Buchungen und Beständen genutzt werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Behälterverläufe oder die bei einzelnen Kunden befindlichen Mengen nachvollziehen.
Über Schnittstellen kann die Behälterverwaltung außerdem mit weiteren bestehenden IT-Systemen verbunden werden. Abhängig von den technischen Anforderungen eines Unternehmens kann die Lösung sowohl in einer Cloud-Umgebung als auch On-Premise betrieben werden.
Für die operative Erfassung stehen mobile Endgeräte zur Verfügung. Buchungen können beispielsweise über Smartphones oder professionelle MDE-Geräte direkt am jeweiligen Prozessschritt vorgenommen werden.
Fazit
Eine zuverlässige Steuerung von Mehrwegbehältern ist ein wichtiger Bestandteil funktionierender Material- und Lieferketten in der Automobilbranche. Insbesondere in Netzwerken mit zahlreichen Zulieferern, Produktionsstandorten und Logistikpartnern müssen KLT, GLT, Paletten, Gitterboxen und individuelle Spezialladungsträger möglichst transparent verwaltet werden.
Mit der COSYS Behältermanagement Software können Unternehmen relevante Behälterbewegungen digital dokumentieren, Bestände zentral einsehen und Übergabeprozesse nachvollziehbar erfassen. Eine verbesserte Datenbasis kann dabei helfen, Verluste schneller zu erkennen, Rückführungen gezielter zu organisieren und den Bedarf an Ladungsträgern zuverlässiger zu planen.
Damit unterstützt ein digitales Behältermanagement Unternehmen dabei, ihre Mehrwegkreisläufe transparenter zu gestalten und die Verfügbarkeit benötigter Lademittel entlang der Lieferkette besser sicherzustellen.
Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.
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