• Mehr als die Hälfte der Befragten hat KI bereits für Finanz- oder Versicherungsthemen genutzt
  • 75 Prozent vertrauen bei wichtigen Finanzentscheidungen eher oder ausschließlich einem Menschen
  • Frauen stehen Anlageentscheidungen auf Basis von KI-Empfehlungen deutlich zurückhaltender gegenüber
  • 46 Prozent erwarten künftig bessere Finanzberatung durch das Zusammenspiel von Mensch und KI

Künstliche Intelligenz wird für Verbraucherinnen und Verbraucher zu einer relevanten Informationsquelle bei Finanz- und Versicherungsthemen. Für wichtige finanzielle Entscheidungen bleibt menschliches Vertrauen jedoch ausschlaggebend. Das zeigen die Ergebnisse für Deutschland aus der OVB Studie »Finanzberatung im Zeitalter der KI«, die den Einfluss von KI auf die Finanzberatung in fünf europäischen Märkten untersucht.

In Deutschland hat mehr als die Hälfte der Befragten KI-Anwendungen bereits für Finanz- oder Versicherungsthemen genutzt: 37 Prozent tun dies regelmäßig oder gelegentlich, weitere 18 Prozent zumindest selten. Bei wichtigen Finanzentscheidungen würden 75 Prozent eher oder ausschließlich einem Menschen vertrauen.

Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass KI derzeit vor allem der Information und Orientierung dient: Von denjenigen, die KI für Finanz- oder Versicherungsthemen mindestens selten einsetzen, verwenden 51 Prozent sie, um Finanzthemen besser zu verstehen, 49 Prozent zur Produktrecherche und 27 Prozent zur Analyse der eigenen Finanzen.

Bei Anlageentscheidungen stößt KI auf Vorbehalte

Die wachsende Nutzung von KI bedeutet nicht, dass Verbraucherinnen und Verbraucher finanzielle Entscheidungen allein auf Grundlage automatisierter Empfehlungen treffen möchten. 43 Prozent würden nicht aufgrund einer KI-Empfehlung investieren.

Weitere 23 Prozent würden dies nur tun, wenn eine Finanzberaterin oder ein Finanzberater die Empfehlung bestätigt.

Die größten Vorbehalte betreffen die Verlässlichkeit und Passgenauigkeit KI-basierter Empfehlungen: 59 Prozent sorgen sich um falsche oder ungeeignete Empfehlungen, 45 Prozent um eine unzureichende Berücksichtigung ihrer persönlichen Situation und 44 Prozent um den Datenschutz.

»KI erleichtert den Zugang zu Finanzwissen und die Auseinandersetzung mit finanziellen Themen. Bei konkreten Entscheidungen bleibt jedoch die Berücksichtigung der persönlichen Lebenssituation entscheidend. Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher gerade bei wichtigen Finanzentscheidungen weiterhin großen Wert auf menschliche Unterstützung legen. Dies unterstreicht für uns die zentrale Stärke persönlicher Finanzberatung: Informationen individuell einzuordnen und auf die persönliche Lebenssituation zu übertragen«, sagt Christian Höfel, CEO der OVB Vermögensberatung AG.

Frauen bei KI-basierten Anlageentscheidungen zurückhaltender

Bei Frauen ist die Skepsis gegenüber rein KI-basierten Finanzentscheidungen stärker ausgeprägt als bei Männern. 46 Prozent der Frauen nennen den fehlenden persönlichen Kontakt als Sorge beim Einsatz von KI für Finanzthemen, gegenüber 38 Prozent der Männer.

Auch bei Anlageentscheidungen zeigen sich deutliche Unterschiede: 26 Prozent der Frauen würden grundsätzlich auf Basis einer KI-Empfehlung investieren, bei den Männern sind es 42 Prozent. Umgekehrt geben 51 Prozent der Frauen an, aufgrund einer KI-Empfehlung nicht investieren zu wollen, gegenüber 35 Prozent der Männer.

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen KI-basierten Anlageentscheidungen zurückhaltender gegenüberstehen und dem persönlichen Austausch einen höheren Stellenwert beimessen als Männer. Digitale Informationsangebote können den Zugang zu Finanzwissen erleichtern. Für selbstbestimmte finanzielle Entscheidungen bleiben jedoch nachvollziehbare Informationen und die Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation wichtig.

Größter Beratungsbedarf bei Altersvorsorge und Vermögensaufbau

Den größten Beratungsbedarf sehen die Befragten bei langfristigen Finanzthemen: An erster Stelle steht die Altersvorsorge (41 Prozent), gefolgt von Geldanlage und Vermögensaufbau (31 Prozent).

Insgesamt haben 49 Prozent bereits professionelle Finanzberatung genutzt, weitere 16 Prozent ziehen sie in Betracht.

Auch die Erwartungen an Finanzberatung sind hoch: 90 Prozent halten verständliche Erklärungen von Finanzprodukten und Geldanlagen für wichtig. Für 89 Prozent zählen Vertrauen und langfristige Begleitung, 88 Prozent erwarten schnelle und kompetente Unterstützung bei finanziellen Fragen.

Zusammenspiel von Mensch und KI prägt die Beratung der Zukunft

Die Befragten betrachten KI und persönliche Beratung nicht grundsätzlich als Gegensätze. 46 Prozent erwarten, dass das Zusammenspiel von persönlicher Finanzberatung und KI in fünf Jahren einen zusätzlichen Mehrwert für die Beratung schaffen kann.

Mario Freis, CEO der OVB Holding AG: »Künstliche Intelligenz verändert, wie Menschen Finanzinformationen suchen, verstehen und vergleichen. Bei wichtigen Entscheidungen bleiben persönliche Einordnung, Verantwortung und Vertrauen jedoch zentral. Die Zukunft der Finanzberatung liegt deshalb nicht in der Entscheidung zwischen Menschen und Technologie, sondern in einer intelligenten Verbindung beider Stärken.«

Schon heute bevorzugen 34 Prozent ein überwiegend menschliches Beratungsmodell mit KI-Unterstützung. Weitere 18 Prozent sprechen sich für eine gleichberechtigte Kombination aus Mensch und KI aus.

Einer Finanzberaterin oder einem Finanzberater mit nachgewiesener Schulung oder Zertifizierung im Umgang mit KI-Systemen würden 34 Prozent stärker vertrauen. Dieses Ergebnis deutet auf eine wachsende Akzeptanz des qualifizierten KI-Einsatzes als Bestandteil moderner Finanzberatung hin.

Heinrich Fritzlar, COO der OVB Holding AG, ergänzt: »Die Ergebnisse zeigen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auch im Zeitalter der KI bei wichtigen Finanzentscheidungen Wert auf persönliche Beratung legen. Gleichzeitig wächst die Erwartung, dass moderne Technologien die Beratung sinnvoll unterstützen. Genau darin sehen wir die Zukunft der Finanzberatung. Wir werden unsere Finanzvermittler und Finanzvermittlerinnen gezielt dabei unterstützen, technologische Möglichkeiten verantwortungsvoll in ihre Beratung zu integrieren.«

Die Studienergebnisse zeigen: KI etabliert sich als Instrument zur Information und Orientierung bei Finanzthemen. Bei konkreten finanziellen Entscheidungen bleiben persönliche Einordnung und menschliches Vertrauen jedoch zentrale Faktoren. Die Zukunft der Finanzberatung liegt daher in einer sinnvollen Verbindung technologischer Unterstützung mit persönlicher Beratung.

Über die Studie

Die Studie »Finanzberatung im Zeitalter der KI« untersucht den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Finanzberatung in fünf europäischen Märkten. Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich die dargestellten Ergebnisse auf Deutschland mit einer ungewichteten Basis von n = 1.000 Befragten; die Ergebnisse wurden gewichtet. Bei einzelnen Fragestellungen waren Mehrfachnennungen möglich, weshalb sich Prozentwerte auf mehr als 100 Prozent summieren können. Auswertungen zur konkreten Nutzung von KI basieren teilweise auf Personen, die KI für Finanz- oder Versicherungsthemen mindestens selten nutzen.

Über die OVB Holding AG

Der OVB Konzern mit Sitz der Holding in Köln zählt zu den führenden Finanzvermittlungskonzernen Europas. Seit Gründung im Jahr 1970 steht die langfristige, themenübergreifende und vor allem kundenorientierte Finanzberatung privater Haushalte im Mittelpunkt der OVB Geschäftstätigkeit. OVB kooperiert mit über 100 leistungsstarken Produktgebern und bedient mit wettbewerbsfähigen Produkten die individuellen Bedürfnisse ihrer Kund*innen, von der Existenzsicherung und der Absicherung von Sach- und Vermögenswerten bis zur Altersvorsorge und dem Vermögensauf- und ausbau. Die OVB Holding AG sowie die deutsche Tochtergesellschaft OVB Vermögensberatung AG bekennen sich ausdrücklich zur Charta der Vielfalt, der größten Arbeitgeberinitiative zum Thema Diversity in deutschen Unternehmen.

OVB ist aktuell in 17 europäischen Ländern aktiv. 6.653 hauptberufliche Finanzvermittler*innen betreuen 4,99 Millionen Kund*innen. 2025 erwirtschaftete die OVB Holding AG mit ihren Tochtergesellschaften Erträge aus Vermittlungen in Höhe von 437,2 Mio. Euro sowie ein EBIT von 10,6 Mio. Euro. Die OVB Holding AG ist seit Juli 2006 an der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard, ISIN DE0006286560) notiert.

Die OVB Vermögensberatung AG ist die deutsche Landesgesellschaft des europaweit tätigen Finanzvermittlungskonzerns OVB Holding AG.

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