- Opel-Werksfahrer Mitch Evans und Théo Pourchaire über das finale Renndesign des Opel GSE 27FE, ihre ersten Monate bei Opel und den Auftritt der Marke in Paris
- Nach intensiver Testphase schaltet Opel um auf Rennmodus
- FIA-Homologation abgeschlossen, Shakedown für Anfang November geplant
- Nächste Station: Offizielle Testfahrten Mitte November in Jarama
Für Théo Pourchaire war es ein Heimspiel, für Mitch Evans eine weitere Premiere: Gemeinsam haben die beiden Opel-Formel-E-Werksfahrer diese Woche auf dem Pariser Automobilsalon den Opel GSE 27FE in seinem finalen Renndesign enthüllt. In Schwarz, Silber und GSE Yellow startet der vollelektrische GEN4-Rennwagen in Opels erste Saison der ABB-FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft.
Vom Test- in den Rennmodus
Während der GSE 27FE in Paris im Rampenlicht steht, ist die Vorbereitung des Teams bereits in die nächste Phase eingetreten. An zwölf Testtagen hat das Team inzwischen mehr als 6.000 Kilometer zurückgelegt. Stand anfangs vor allem die Zuverlässigkeit im Mittelpunkt, konzentrierte sich die Arbeit zuletzt auf Performance, Energiemanagement und Set-up in den beiden Aerodynamik-Konfigurationen. Jetzt schaltet die Mannschaft um Teamchef Jörg Schrott hoch auf Rennmodus: Die Einsatzautos werden aufgebaut, die Abläufe in der Garage und am Kommandostand eingespielt.
Auch formal sind die Weichen gestellt: Die FIA hat den Opel GSE 27FE homologiert und damit die technischen Spezifikationen für die Saison festgeschrieben. Der Aufbau des ersten Rennwagens läuft, der Shakedown ist für Anfang November geplant. Nächste Station sind dann die offiziellen Testfahrten vom 16. bis 20. November im spanischen Jarama, bei denen das gesamte Feld erstmals gemeinsam auf die Strecke geht. Parallel dazu läuft die Logistik: Die erste Seefracht ist schon unterwegs, die zweite soll Anfang November folgen.
„Madrid und der Kurs in Jarama haben für uns eine besondere Symbolik. Hier erfolgte der offizielle Startschuss unseres Formel-E-Engagements. Wir kommen hochmotiviert zum Pre-Season-Test, der die erste echte Feuerprobe für den Opel GSE 27FE markiert“, sagt Jörg Schrott.
Ins Cockpit steigen Formel-E-Rekordsieger Mitch Evans und Rookie Théo Pourchaire, während Test- und Entwicklungsfahrerin Sophia Flörsch das Team im Simulator und bei den Tests unterstützt. Im Doppelinterview sprechen Evans und Pourchaire über das neue Design, ihre ersten Monate bei Opel, den Auftritt in Paris und ihre Erwartungen an die erste Saison.
Doppelinterview mit Mitch Evans und Théo Pourchaire
Das finale Design des Opel GSE 27FE ist enthüllt. Ihr erster Gedanke – und Ihr Lieblingsdetail?
Mitch Evans: „Mein erster Gedanke war: Es sieht mutig aus, schnell und aggressiv. Schon das Test-Design war ein starkes Statement, aber das finale Renndesign übertrifft das. Wir werden definitiv auffallen. Das Silber hat mich ein bisschen überrascht und ist ein schöner Touch. Gerade von oben sieht man, wie das Design vom Gelb ins Silber übergeht, dazu kommen einige schwarze Elemente. Mir gefällt die Kühnheit des Farbschemas, alle Elemente passen einfach perfekt zusammen.“
Théo Pourchaire: „Ich finde, es ist ein sehr edles Design, das Opel von seiner allerbesten Seite zeigt. Es sieht einfach cool aus. Mein Lieblingsdetail ist das Gelb, denn Gelb ist seit Beginn meiner Rennfahrerkarriere auf meinem Helm. Ich glaube, ich passe gut zu Opel.“
Sie sind beide neu bei Opel. Wie waren die ersten Monate?
Théo Pourchaire: „Die Arbeit mit der Opel-Familie war bisher ein echtes Vergnügen. Ich habe viele Menschen kennengelernt – die Mechaniker und Ingenieure, aber auch das Marketing- und Kommunikationsteam. Das sind viele neue Gesichter, aber es macht mir richtig Spaß. Und hinter den Kulissen steckt viel Arbeit: viele Simulator-Sessions, viele Meetings mit den Ingenieuren und mit den Mechanikern, um mein Cockpit kennenzulernen. Es ist schließlich ein komplett anderes Auto für mich.“
Mitch Evans: „Es war ein wirklich nahtloser Übergang. Ich habe mich sofort als Teil der Familie gefühlt. Es ist jetzt ein paar Monate her, dass ich Opel-Fahrer geworden bin, und wir alle fiebern dem Saisonstart mit großer Vorfreude entgegen. Schön, ein Teil dieses neuen Abenteuers von Opel zu sein.“
Paris ist die erste große Bühne für das Team. Wie erleben Sie den Auftritt?
Théo Pourchaire: „Ich finde, diese Präsenz ist riesig und sehr wichtig. Opel ist ein sehr bedeutender deutscher Hersteller und eine legendäre Automarke mit so einer langen und spannenden Geschichte. Ich bin stolz, Opel zu repräsentieren – und freue mich umso mehr, die Marke in meinem Heimatland auf dem Pariser Automobilsalon zu sehen.“
Mitch Evans: „Der gesamte Auftritt ist beeindruckend. Für Opel ist das ein großer Moment: Die Marke steigt zum ersten Mal in die Formel E ein, da ist es großartig, unser Formel-E-Auto hier neben den anderen Modellen und dem STX Concept zu sehen. Das Renndesign vor all den Fans und Medien zu präsentieren, die diese Woche hierherkommen, ist ein nächster Meilenstein vor dem Saisonstart.“
Mehr als 6.000 Testkilometer sind absolviert. Wie fühlt sich das GEN4-Auto an?
Mitch Evans: „Das Auto ist ein Gamechanger für die Formel E. Ich habe alle Fahrzeuggenerationen erlebt, aber das ist der größte Schritt, den wir als Meisterschaft gemacht haben. Als ich zum ersten Mal die volle Leistung mit 600 Kilowatt ausprobiert habe, war das ein ziemlicher Schock. Die Tests waren bisher positiv, wir haben viele Kilometer gesammelt. Aber mit dem GEN4-Auto, dem technischen Reglement, den Systemen und den neuen Reifen eines neuen Herstellers gibt es vor dem ersten Rennen viel zu lernen. Bei jedem Test machen wir Fortschritte, damit wir bestmöglich aussortiert zum ersten Rennen kommen.“
Théo Pourchaire: „Es ist so stark, die Beschleunigung ist verrückt. Wir haben Rennstarts geübt, und jedes Mal fühlt es sich an, als könne man im Auto nicht mehr atmen. Es ist das Rennauto mit der stärksten Beschleunigung, das ich in meiner Karriere gefahren bin. Für alle ist es neu, also lernen wir viel und arbeiten gemeinsam sehr hart daran, vom ersten Tag der GEN4-Ära an konkurrenzfähig zu sein. Dafür habe ich volles Vertrauen ins Team.“
Was steht bis zum ersten Rennen an, und was ist Ihr Ziel für die erste Saison?
Théo Pourchaire: „Vor dem ersten Rennen stehen die letzten Testtage an, außerdem die offiziellen Testtage in Jarama bei Madrid. Das wird wichtig, weil wir dort zum ersten Mal alle gemeinsam auf der Strecke sehen und einen ersten Eindruck von unserer Performance bekommen. Wir haben hart und viel gearbeitet, also können wir zuversichtlich sein – aber nicht zu sehr, Motorsport ist wie immer hart umkämpft. Für mich persönlich heißt es: körperliche und mentale Vorbereitung, dazu viel Simulatorarbeit. Mein Ziel ist, mein Bestes zu geben und das Maximum aus mir und dem Auto herauszuholen. Und natürlich: Ich bin Rennfahrer, ich bin ein Wettkämpfer. Also möglichst schnell lernen und dann für Opel vorn dabei sein.“
Mitch Evans: „Ich bin hier, um zu gewinnen. Natürlich sind wir ein neues Team, es wird also eine Lernphase geben. Aber ich habe volles Vertrauen, dass wir zum ersten Rennen gut vorbereitet sein werden. Ich werde mich sicher herantasten, aber letztlich gehe ich in jedes Rennen, um es zu gewinnen. Wo wir in Sachen Performance stehen, wissen wir noch nicht – bei einem neuen Reglement kennt niemand die Kräfteverhältnisse. Ich möchte, dass wir uns über die Saison gut weiterentwickeln, aber natürlich will ich so schnell wie möglich an der Spitze sein.“
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