Wie fühlt sich Heimat an? Welche Farben, Formen und Erinnerungen verbinden wir mit ihr? Mit diesen Fragen beschäftigten sich 17 Jugendliche und Erwachsene beim Workshop „Atelier Naturdruck – Farben der Heimat“. Die dabei entstandenen Kunstwerke sind derzeit in einer Ausstellung, die von Landrat Dr. Jens Mischak und dem Erstem Stadtrat der Stadt Lauterbach, Ismet Tosun, eröffnet wurde, in der Stadtbücherei Lauterbach zu sehen.

Die Vernissage machte eindrucksvoll sichtbar, was kulturelle Bildungsarbeit bewirken kann: Sie bringt Menschen zusammen, eröffnet neue Perspektiven und schafft Raum für Kreativität und persönlichen Ausdruck. Das zeigte sich bereits beim Workshop selbst: Die 17 Jugendlichen und Erwachsenen ab 14 Jahren kamen aus dem gesamten Vogelsbergkreis zusammen, um sich gemeinsam kreativ mit dem Thema Heimat und Identität auseinanderzusetzen. Zwei Tage lang hatten sie sich Ende September im Kindergarten Landenhausen unter fachkundiger Anleitung der drei Künstlerinnen Friederike Greiner, Katja Niebuhr und Christiane Tietz mit dem Thema beschäftigt. Dabei konnten sie ganz ohne Vorkenntnisse verschiedene künstlerische Drucktechniken kennenlernen und selbst ausprobieren.

Ob Linoldruck, Gelli-Plate-Printing oder Pflanzen- und Textildruck – mit unterschiedlichen Materialien, Farben und heimischen Pflanzen entstanden individuelle Motive und Drucke. Diese wurden anschließend zu einzigartigen Kissenhüllen verarbeitet. Jedes einzelne Werk erzählt dabei seine eigene Geschichte und steht für persönliche Erinnerungen, Verbundenheit und das Gefühl von Zuhause.

Bei der Vernissage begrüßte Landrat Jens Mischak die Gäste und würdigte insbesondere das Engagement der drei Künstlerinnen sowie die Kreativität der Teilnehmerinnen. Er betonte, dass kulturelle Bildung weit mehr sei als das Erlernen künstlerischer Techniken: Sie schaffe Begegnungen, fördere den Austausch und ermögliche es, die eigene Umgebung mit neuen Augen zu betrachten. Auch der Erster Stadtrat Tosun griff in seinem Grußwort das Thema Heimat auf und stellte einen Bezug zur Stadt Lauterbach und zur Stadtbücherei her.

Besonders eindrucksvoll ist die Ausstellung selbst: Die Werke entfalten in den Räumlichkeiten der Stadtbücherei eine ganz eigene Wirkung. Die Farben, Strukturen und Naturmotive treten in einen spannenden Dialog mit dem Ort und laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und eigene Assoziationen zu entwickeln. Kunst wird hier unmittelbar erlebbar – mitten im öffentlichen Leben und für alle zugänglich, auch für Menschen, die vielleicht nicht regelmäßig eine Kunstausstellung besuchen.

„Die Ausstellung zeigt auf wunderbare Weise, wie vielfältig Heimat empfunden und künstlerisch ausgedrückt werden kann“, so das Fazit des Projekts. Gerade das Zusammenspiel unterschiedlicher Techniken und individueller Sichtweisen macht den besonderen Reiz der Arbeiten aus.

Das Projekt wurde von der Kulturförderung des Vogelsbergkreises getragen und durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat gefördert und vom AZN-Naturerlebnishaus Heideberg e. V. unterstützt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. November während der Öffnungszeiten in der Stadtbücherei Lauterbach zu sehen. Im Januar 2027 sollen die Arbeiten anschließend im Vulkaneum in Schotten präsentiert werden.

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