Über den EU-Kompromiss zur Verschiebung des Verbrenner-Verbots will der Präsident des europäischen Zulieferer Verbandes Clepa, Schaeffler-Vorstand Matthias Zink, mit der EU nachverhandeln. Ein Verbot lasse sich nicht gleichzeitig in allen Ländern umsetzen, dafür seien die Voraussetzungen zu unterschiedlich. „Es wäre falsch, diesen binären Übergang hart durchzuziehen. Wenn man die Marktdaten in Europa genau betrachtet, dann ist das Käuferverhalten noch zu heterogen in den verschiedenen Ländern“, sagt Zink im Gespräch mit auto motor und sport. „Wir müssen auch Märkte wie Spanien, Italien und Griechenland im Auge behalten. Wie sieht es dort mit der Bezahlbarkeit von E-Autos aus, mit Kaufkraft und Infrastruktur, mit grünem Strom? Die Situation in diesen Märkten wurde wahrscheinlich unterschätzt in den Zeiten, als man gesagt hat, wir gehen „all-in“.“

Man müssen den Kunden im Blick behalten. „Wir dürfen den Endkunden nicht vergessen: Was möchte er kaufen, was kann er kaufen? Wie ausgereift ist die Peripherie dieses Ökosystems? Und dann müssen wir gemeinsam einen einfachen Plan auf drei Blatt Papier machen – Hersteller, Zulieferer, Politik und Länder. Das wäre der richtige Weg, das ist mein Ziel für dieses Jahr“, sagt Clepa-Chef Zink. „Wir müssen ein realistisches und ganzheitliches Übergangsszenario entwerfen.“

Auch die Nebenbedingungen des EU-Vorschlages sieht Zink kritisch. „Was bedeutet Kompensation durch grünen Stahl, was heißt E10 in der Flotte, aber gedeckelt? Wir werden sicher noch mal diskutieren und wahrscheinlich auch streiten müssen, wenn es dann ins EU-Parlament und in den Rat geht“, sagt Zink.

Redakteurin: Birgit Priemer

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