Die zentrale Eröffnung des diesjährigen Aktionstages findet am Sonntag, dem 31. Mai 2026, um 10 Uhr in Seifhennersdorf, An der Läuterau 27 statt. Dort hat die Sächsische Bildungs- und Begegnungsstätte Windmühle Seifhennersdorf e. V. ein vormals baufälliges Umgebindehaus saniert und ausgebaut.
„2023 haben wir das mehr als 360 Jahre alte Haus erworben, um es ab diesem Jahr für Seminare und Workshops zu nutzen“, sagt Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer Markus Kranich. „Wir möchten dazu beitragen, Wissen zum Thema Umgebindehaus umfassend und grenzüberschreitend weiterzugeben.“ Der Verein Windmühle in Seifhennersdorf ist Leadpartner im deutsch-tschechischen INTERREG-Projekt „Das Umgebindeland touristisch erlebbar machen“ (Umgebinde 2.0.).
Sachsens Staatssekretär für Infrastruktur und Landesentwicklung, Sören Trillenberg, würdigt das Engagement der Stiftung Umgebindehaus, der Eigentümerinnen und Eigentümer sowie der vielen Beteiligten: „Umgebindehäuser sind gebaute Heimat. Sie geben vielen Orten in der Oberlausitz ihr unverwechselbares Gesicht und zeigen, wie viel Geschichte, Können und Identität in dieser regionalen Baukultur stecken. Wer ein Umgebindehaus erhält, bewahrt nicht nur Holz, Lehm und Fachwerk. Er übernimmt Verantwortung für das Ortsbild und gibt einem Stück Sachsen Zukunft. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Das braucht Ausdauer, Sachverstand und viel Herzblut. Deshalb danke ich der Stiftung Umgebindehaus, den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie allen, die diese besondere Bauweise lebendig halten.“
Der Tag des offenen Umgebindehauses war 2005 in der Oberlausitz ins Leben gerufen worden, um für das Leben und Arbeiten in diesen speziellen Fachwerkhäusern zu werben. Private Eigentümer, Firmen und Vereine gewähren seither auf ganz unterschiedliche Weise Einblick in beispielhafte Objekte, darunter Gaststätten, Pensionen und Museen. Vorgestellt werden sowohl gelungene Restaurierungslösungen als auch Häuser während der Sanierung.
Susann Christoph hat ein um 1661 entstandenes und ursprünglich sehr marodes Haus in Sohland/Spree in ein gemütliches Domizil verwandelt. Zum 4. Mal ist sie am 31. Mai beim Tag des offenen Umgebindehauses dabei. Ihr Schmuckstück an der Taubenheimer Straße 27 nennt sie „DenkMalWiese!“ und nur kleine Teile davon sind noch Baustelle. „Ich ziehe immer wieder den Hut vor der Arbeit vergangener Generationen. Mit viel geringeren Mitteln als heute möglich haben sie dieses Haus gebaut und erhalten. Da steckt Energie aus mehr als drei Jahrhunderten in den Gemäuern“, offenbart Susann Christoph. Sie hofft, dass bei Besuchern der Funke überspringt, sich intensiver mit diesen Unikaten zu beschäftigen. „Es gibt noch viele vergessene Häuser, die auf die richtigen Menschen warten.“ Schon am 30. Mai steht die „DenkMalWiese!“ von 17 bis 20 Uhr für Erfahrungsaustausch und Hausführungen offen.
Federführend vorbereitet wird der Aktionstag von der Stiftung Umgebindehaus mit Sitz in Ebersbach-Neugersdorf. Neben der Besichtigung denkmalgeschützter Bauten gehören Vorführungen von Handwerkern, Ausstellungen, Angebote für Kinder und Ortsführungen zum Programm. Die beliebte Veranstaltung lockt jährlich etwa 10.000 Interessierte an.
Alf Furkert, Sächsischer Landeskonservator betont: „Die Umgebindehäuser sind das Gesicht der Oberlausitz. In Sachsen sind etwa 6.500 als Kulturdenkmale erfasst. Die Stiftung Umgebindehaus stärkt ihre Wahrnehmung als wertvolle Baukultur – regional, bundesweit und international.“
Rund 2.500 Gäste wurden zuletzt allein in Tschechien registriert. Dort findet der Tag des offenen Umgebindehauses unter Leitung des Vereins DMO Lužické a Žitavské hory, z. s. (Destinationsmanagementorganisation Lausitzer und Zittauer Gebirge) zum dritten Mal statt. „Ziel ist es, auf die außergewöhnliche Form der Volksarchitektur aufmerksam zu machen, die Schutz verdient“, sagte Marie Kárová, Geschäftsführerin des Vereins und Koordinatorin des Aktionstages auf tschechischer Seite. „Es geht darum, das Bewusstsein für dieses kulturelle Erbe in der lokalen Bevölkerung zu stärken. Für Eigentümer ist es eine gute Möglichkeit zu zeigen, wie viel Arbeit sie in ihre Häuser investieren.“ Als besonderes Beispiel für ein Haus, das mit Respekt und geeigneten Methoden saniert wird, nennt Marie Kárová die ehemalige Gaststätte „U Ryšánků“ in Kamenický Šenov.
Hintergrund
In Umgebindehäusern verbinden sich Elemente von Fachwerk, Blockbau und Massivbau zu einer einmaligen Bauweise. Besonders markant ist die hölzerne Stützkonstruktion, das sogenannte Umgebinde. Bogenförmig umschließt es die Blockstube. Schätzungen zufolge gibt es noch insgesamt rund 20.000 dieser regionaltypischen Bauten. Sie verteilen sich auf Orte in Nordböhmen, im polnischen Niederschlesien, in der Oberlausitz und in der Sächsischen Schweiz.
Servicehinweis
Zum Tag des offenen Umgebindehauses erscheint wie jedes Jahr ein gedrucktes Programmheft, in dem sämtliche Angebote in Deutschland, Polen und Tschechien alphabetisch nach Orten sortiert sind. Die kleine Broschüre ist allen Tourist-Informationen der Landkreise Bautzen und Görlitz kostenlos erhältlich.
Zum Download steht das Programm auf der Seite der Stiftung Umgebindehaus bereit: stiftung-umgebindehaus.de .
Jederzeit aktuelle Informationen sind auch in der webApp www.umgebinde.haus zu finden.
Förderhinweis
Neben der Sächsischen Bildungs- und Begegnungsstätte Windmühle Seifhennersdorf e. V. als Leadpartner sind die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH, das Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge GmbH, Liberecký kraj (Bezirk Liberec) und die lokale Aktionsgruppe Český sever mit Sitz in Varnsdorf am deutsch-tschechischen INTERREG-Projekt „Das Umgebindeland touristisch erlebbar machen“ (Umgebinde 2.0) beteiligt.
Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 1.224.994,18 Euro. Davon werden 979.995,34 Euro durch die Europäische Union aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung, aus dem Kooperationsprogramm Freistaat Sachsen – Tschechische Republik 2021 – 2027 gefördert.
Kontakt
Veronika Franzbecker
Projektmanagerin Tourismusmarketing
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH
Humboldtstraße 25 | 02625 Bautzen
Telefon: +49 (3591) 4877 14
E-Mail: veronika.franzbecker@oberlausitz.com
Die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH arbeitet konsequent und gemeinsam für eine starke Region Oberlausitz. Im Auftrag der Landkreise Bautzen und Görlitz sowie mit Unterstützung der regionalen Sparkassen vermarktet sie die Ferienregion Oberlausitz und koordiniert als Destinationsmanagementorganisation (DMO) die touristischen Akteure der Region. Unter den Leitthemen „Aktiv.Sein!“, „Familien.Abenteuer“ und „Kultur.Schatz!“ entwickelt die MGO touristische Produkte und Kampagnen, die die Vielfalt und Einzigartigkeit der Oberlausitz erlebbar machen.
In der Urlaubsregion Oberlausitz, im Osten Sachsens, erwartet Gäste eine beeindruckende Vielfalt: sanfte Hügel, ausgedehnte Wälder, idyllische Teichlandschaften und traditionsreiche Städte wie Bautzen und Görlitz. Ob Naturerlebnis, kulturelle Entdeckungsreise oder kulinarischer Genuss – die Oberlausitz bietet für jede Altersgruppe und jeden Geschmack unvergessliche Urlaubserlebnisse.
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH
Humboldtstraße 25
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