Aus drei Jahrzehnten Erfahrung und Begegnungen rund um die LebensLäufe ist über die Jahre ein umfangreiches Programm der Welthungerhilfe entstanden, das Kindern und Familien weltweit Perspektiven eröffnet und wichtige Unterstützung ermöglicht. Aus dem ersten Lauf hat sich längst auch ein eigenes, großes Bildungsprojekt entwickelt. „Es ist unglaublich schön und immer wieder beeindruckend zu sehen, mit welcher Begeisterung gerade junge Menschen sich auch schon im Vorfeld der LebensLäufe engagieren“, berichtet Hawa Djigo, die bei der Welthungerhilfe für Schulkooperationen zuständig ist. „Aber wir haben in den vielen Vorgesprächen auch gesehen, wie viel Informationsbedarf zu unseren Themen an den Schulen herrscht.“
Unterrichtseinheiten gegen Hunger
Aus dem wachsenden Interesse der Schulen entwickelte die Welthungerhilfe ihr Bildungsangebot Schritt für Schritt weiter. Die Idee: Mit den „Schulstunden gegen Hunger“ bringt die Welthungerhilfe globale Themen direkt ins Klassenzimmer. Als Dankeschön organisiert die Schule einen Spendenlauf. Wie bei allen Zeitzeugen, so ist auch das direkte Gespräch mit einem Menschen spannend, der vor Ort erfahren hat, dass die Überwindung von Hunger möglich ist. Den Anfang machten ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligendienstes “Weltwärts”, die in Projekten der Welthungerhilfe rund um den Globus mitgearbeitet hatten. Nach ihrer Rückkehr berichteten sie an Kooperationsschulen von ihren Erfahrungen und gaben Schülerinnen und Schülern authentische Einblicke in die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort. “Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, mit welcher Offenheit und mit welchem Interesse Kinder und Jugendliche das Thema Hunger aufgreifen”, sagt Hawa Djigo. “Die persönlichen Berichte haben viele Gespräche angestoßen und gezeigt, wie groß der Wunsch ist, globale Zusammenhänge besser zu verstehen”. „Über alle Jahrgangsstufen, Bundesländer und Schulformen hinweg haben die Schülerinnen und Schüler das Thema Hunger ernst genommen und sich intensiv damit auseinandergesetzt“, ergänzt Maxi Ernest, Schulreferent der Welthungerhilfe und ehemaliger Weltwärts-Teilnehmer.
Bildungsmaterialien zum Themenkomplex „Klimawandel und Hunger“
Die Rückmeldungen und Erfahrungsberichte der Weltwärts-Referenten und Referentinnen hinterließen auch bei der Welthungerhilfe großen Eindruck. Und so entstand ein Programm für die Gestaltung von Unterrichtsmaterialien. „Gemeinsam mit Pädagoginnen und Pädagogen und mit Schulbuchverlagen haben wir inzwischen für fast alle Altersklassen eigene kreative Unterrichtsmaterialien erstellt“, beschreibt die Djigo die Entwicklung.
Ein Beispiel dafür sind die Figuren Malick und Adissa, die gemeinsam mit dem beliebten Zeichentrickhelden Wickie Kinder im Grundschulalter an Themen wie Klimawandel, Ernährung und globale Gerechtigkeit heranführen. Auch die Wanderausstellung „Klimawandel macht Hunger“ ist ein spannendes Bildungsprojekt. Sie kann von Schulen und andere öffentliche Einrichtungen bestellt werden, wo sie schnell und verständlich die Zusammenhänge von Klimawandel, Wasserverbrauch, Lebensmittelverschwendung und Hunger darstellt. Nicht belehrend sondern als Anregung zum Nachdenken und mit weiterführenden Links zum besseren Verständnis in das Thema.
Die hochwertigen und didaktisch wertvollen Unterrichtsmaterialien sind kostenlos und damit für Lehrkräfte aller Schulen in ganz Deutschland geeignet. Ob als Begleitmaterial für Projektwochen, als Anregung für Unterrichtseinheiten oder eben als Vorbereitung für die Lebensläufe, an denen sich heute noch viele Schulen beteiligen.
Pfand macht Bildung
Die Reise der Lebensläufe ist damit aber längst nicht zu Ende. Je länger sich die Welthungerhilfe mit dem Thema Nachhaltigkeit auch in Deutschland beschäftigt, desto mehr Ideen kommen auf. Auch 30 Jahre nach dem ersten „LebensLauf“ entstehen neue Initiativen, um junge Menschen für globale Verantwortung zu begeistern. „Pfand macht Bildung“ ist eine davon: Schulen sammeln Pfandflaschen und unterstützen damit Bildung für Kinder in Regionen, in denen strukturelle Herausforderungen bestehen. „Das geht so leicht“, sagt Djigo: „Sammeltonne bei uns bestellen – leere Flaschen sammeln – Pfand einlösen!“
Warum Bildung entscheidend ist
Bildung eröffnet Chancen, schafft Perspektiven und stärkt Menschen darin, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten. Genau deshalb gehört Bildung heute zu den zentralen Bausteinen vieler Projekte der Welthungerhilfe weltweit. Dass immer mehr Schulen in Deutschland diese Arbeit unterstützen, schließt den Kreis zu den LebensLäufen: “Aus einem ersten Schritt vor 30 Jahren ist eine Bewegung entstanden, die Lernen, Engagement und Solidarität miteinander verbindet”, so die Referentin für Schulkooperationen bei der Welthungerhilfe.
Mehr Infos unter: www.welthungerhilfe.de/spenden/aktiv-werden/als-schule-aktiv-werden
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie setzt sich mutig und entschlossen für eine Welt ohne Hunger ein. Seit ihrer Gründung am 14.12.1962 wurden 12.777 Auslandsprojekte in rund 72 Ländern und Gebieten mit 5,42 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.
Deutsche Welthungerhilfe e. V.
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