Der deutsche Markt für Glas, Keramik, Porzellan und Hausrat lag 2025 bei 7,1 Milliarden Euro und damit auf Vorjahresniveau. Das meldete das Kölner Institut für Handelsforschung am 30. Juni 2026 bei der Vorstellung seines Branchenberichts. Gewachsen ist darin nur ein einziges Teilsegment, nämlich dekoratives Porzellan und Geschenkware. Wer nach passenden Präsenten für einen bestimmten Anlass sucht, findet Anhaltspunkte in der Zusammenstellung Geschenkideen für runde Geburtstage.

Worin sich die drei Teilmärkte voneinander unterscheiden

Das Institut teilt den Markt in drei Segmente. Nach Angaben des Branchenberichts umfasst Cucina Kochgeschirr, Backformen und Besteck und kommt auf einen Marktanteil von 45 Prozent. Tavola steht für die klassische Tischkultur mit Gläsern, Geschirr und Bestecken und erreichte 1,6 Milliarden Euro. Domus bündelt Dekorationsware, Ziergegenstände und Geschenkware.

Die Dreiteilung erklärt, warum ein stagnierendes Gesamtvolumen wenig über die einzelnen Warengruppen aussagt. Küchenausstattung wird angeschafft, wenn ein Haushalt gegründet oder eine Küche erneuert wird. Dekorationsware wandert dagegen häufig als Mitbringsel oder Präsent über den Ladentisch und folgt damit einem anderen Rhythmus.

„Ein Markt, der insgesamt stagniert und ausgerechnet bei der Deko zulegt, sagt etwas über die Kaufanlässe. Gekauft wird seltener für den eigenen Haushalt und häufiger für andere Leute“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wie sich das Marktvolumen seit dem Höchststand entwickelt hat

Im Einzelnen nennt der Branchenbericht folgende Werte:

  • Marktvolumen 2025: 7,1 Milliarden Euro, stabil gegenüber dem Vorjahr
  • Höchststand: 7,6 Milliarden Euro im Jahr 2022
  • Prognose für 2030: rund 7,5 Milliarden Euro im mittleren Szenario
  • Segment Cucina: 45 Prozent Marktanteil, größte Warengruppe
  • Segment Tavola: 1,6 Milliarden Euro, ein Rückgang um 0,5 Prozent
  • Segment Domus: plus 1,8 Prozent, einziges Wachstumssegment 2025

Der Abstand zwischen dem Höchststand von 2022 und dem heutigen Volumen beträgt rund eine halbe Milliarde Euro. Die Prognose bis 2030 sieht damit keine Rückkehr auf das alte Niveau vor, sondern eine langsame Annäherung.

Warum Geschenkartikel gegen den Markttrend zulegen

Nach Angaben des Instituts umfasst das wachsende Segment dekoratives Porzellan, Steingut, Ziergegenstände und Geschenkware. Anschaffungen für den eigenen Haushalt lassen sich verschieben, ein Präsent zum festen Termin dagegen nicht. Genau diese Terminbindung schützt Geschenkartikel in einem Umfeld, in dem Haushalte bei größeren Anschaffungen zurückhaltend bleiben.

Ein Vergleich mit einer anderen klassischen Geschenkkategorie zeigt, dass der Effekt nicht überall trägt. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels sank der Umsatz der Buchbranche 2025 um 2,7 Prozent auf 9,62 Milliarden Euro. Bücher und Dekoartikel stehen bei ähnlichen Anlässen zur Wahl, entwickeln sich derzeit aber gegenläufig.

Was Schenkende aus der Marktbewegung ablesen können

Wachsende Nachfrage nach Dekorationsware bedeutet nicht, dass jedes Deko-Objekt ankommt. Personalisierte und altersgerecht ausgewählte Präsente treffen erfahrungsgemäß besser, wie die Übersicht zu personalisierten Bildungsgeschenken für Kinder an Beispielen durchspielt. Der Anlass entscheidet über die Warengruppe, nicht der Markttrend.

Im August 2026 beginnt für den Handel die Vorbereitung des Jahresendgeschäfts, in dem Dekorations- und Geschenkware traditionell den größten Anteil ihres Jahresumsatzes erzielt. Der Branchenbericht liefert dafür die nüchterne Ausgangslage.

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