Höchste Qualität unter Zeitdruck
In zwölf Stunden Arbeitszeit absolvierten die vier Teilnehmenden – allesamt Kammersiegerinnen und Kammersieger aus Baden-Württemberg – sechs anspruchsvolle Aufgaben. Das Spektrum reichte vom exakten Nachmischen eines Ausgangsfarbtons mit vier Farbabstufungen in Dispersionsfarbe über das maßgenaue Übertragen einer Zeichnung auf eine zwei Meter hohe Wandfläche bis hin zu einer Beschriftung mit Schablonenfolie, einer fugenlos auf Stoß ausgeführten Tapezierung sowie der Lackierung einer Platte. Bewertet wurden unter anderem Maßgenauigkeit, Farbharmonie, Kreativität und handwerkliche Exaktheit.
Gegen alle Widrigkeiten zum Sieg
Dass Selina Mohr den Wettbewerb für sich entschied, war nicht selbstverständlich. An beiden Wettbewerbstagen erreichte sie die Werkstatt mit Verspätung: am ersten Morgen wegen eines Staus, am zweiten Tag aus familiären Gründen. Ferrit Kellouche, Maler- und Lackierermeister und Aufsichtsperson des Wettbewerbs, zeigte sich beeindruckt: „Am Morgen habe ich mich noch gefragt, wie sie es schaffen will, die Lackierplatte rechtzeitig fertigzubekommen."
Starkes Ergebnis auf allen Plätzen
Hinter Selina Mohr belegte Nina Rießle (Handwerkskammer Konstanz) mit 81,56 Punkten den zweiten Platz. Den dritten Rang erreichte Alind Mohammed Yousif (Handwerkskammer Heilbronn-Franken) mit 76,11 Punkten, Platz 4 Marlene Reiche (Handwerkskammer Ulm) mit 70,28 Punkten.
Ein bemerkenswertes Detail des diesjährigen Landesentscheids: Drei der vier Teilnehmenden waren Frauen. Obwohl der Frauenanteil unter den Auszubildenden im Maler- und Lackiererhandwerk bei rund 20 Prozent liegt, zeigen Leistungswettbewerbe immer wieder, dass Frauen in diesem Gewerk besonders erfolgreich sind. „Sie sind oft fokussierter und sorgfältiger – und damit auch erfolgreicher“, bestätigt Ferrit Kellouche.
Nachwuchstalent mit klarem Weg
Selina Mohr absolvierte ihre Ausbildung bei Maler Eck in Dossenheim, wo sie als Junggesellin nun weiter Berufserfahrung sammeln möchte. Zuvor Kammersiegerin der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, krönte sie ihren bisherigen Werdegang nun mit dem Landessieg. „Das hätte ich nie gedacht", sagt sie.
Über die Deutsche Meisterschaft im Handwerk (DMH)
Die DMH ist der traditionsreichste Leistungswettbewerb im deutschen Handwerk. Junge Gesellinnen und Gesellen messen sich in ihrem jeweiligen Gewerk zunächst auf Kammerebene, Siegerinnen und Sieger dann weiter auf Landes- und schließlich auf Bundesebene. Der Wettbewerb fördert handwerkliche Exzellenz und gibt dem Nachwuchs eine Bühne.
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