Mit einer besonders perfiden Betrugsmasche versuchen Kriminelle, Menschen um Geld und Wertsachen zu bringen: Am Telefon geben sie sich als Beschäftigte eines Krankenhauses aus und behaupten, ein naher Angehöriger benötige dringend medizinische Hilfe. Unter massivem emotionalem Druck fordern sie hohe Geldbeträge für eine angeblich lebensrettende Behandlung. Die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) hat gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) eine Aufklärungsaktion zu derartigen Schockanrufen gestartet, die der VPKA Bayern ausdrücklich unterstützt.

Bei den Anrufen schildern die Betrüger dramatische Notlagen: Ein Familienmitglied sei nach einem schweren Unfall oder aufgrund einer lebensbedrohlichen Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Eine dringende Operation oder die weitere medizinische Versorgung könne angeblich nur erfolgen, wenn sofort Geld gezahlt werde. Die Täter setzen dabei gezielt auf Angst, Zeitdruck und die Sorge um nahestehende Menschen. Betroffen sein können Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten. Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz lassen sich solche Täuschungsversuche zusätzlich glaubwürdiger gestalten.

„Krankenhäuser verlangen niemals die Bezahlung per Vorkasse, Bargeld oder Wertsachen, um medizinische Behandlungen durchzuführen oder fortzusetzen. Krankenhausbeschäftigte holen kein Bargeld, keinen Schmuck oder Wertsachen bei Angehörigen ab“, unterstreicht VPKA-Geschäftsführer Michael Strobach. „Darum unser dringender Appell: Übergeben Sie niemals Wertsachen oder Geld an Unbekannte! Medizinische Notfallbehandlungen oder Operationen werden sofort durchgeführt und nicht von vorherigen Zahlungen abhängig gemacht.“ Auch persönliche oder finanzielle Daten sollten niemals an unbekannte Anrufer weitergegeben werden. „Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit!“

Das Landeskriminalamt rät: Wer einen entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch umgehend beenden und sich nicht auf Diskussionen mit dem Anrufer einlassen. Betroffene sollten anschließend die angeblich erkrankte oder verunfallte Person direkt unter der ihnen bekannten Telefonnummer kontaktieren und den Vorfall zudem bei der örtlichen Polizeidienststelle melden.

Wer unsicher ist, ob ein Anruf tatsächlich von einem Krankenhaus stammt, sollte die offizielle Telefonnummer des Krankenhauses wählen und sich direkt mit der entsprechenden Station oder der zentralen Auskunft verbinden lassen.

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