Parasitäre Fadenwürmer (Nematoden) spielen in der Biologischen Schädlingsbekämpfung eine große Rolle und besonders bei im Boden lebenden Schädlingen zeigen sie beeindruckende Wirkungsraten. Gegen Nacktschnecken wird bei Bodentemperatur ab 5 °C die nur ca. 1,5 mm große Art Phasmarhabditis hermaphrodita eingesetzt. Die Nematoden suchen im Boden aktiv nach geeigneten Wirten und dringen über die Mantelhöhle in den Nacktschneckenkörper ein, wo sie ein Bakterium aus ihrem Vorderdarm in die Blutbahn abgeben. Dieses vermehrt sich sehr stark, tötet die Schnecke und zersetzt den Schneckenkörper. Die Infizierung der Nacktschnecke ist von außen durch ein deutliches Anschwellen des Mantels erkennbar. Die befallene Schnecke stellt nach 3 – 5 Tagen das Fressen ein und verendet nach 1 – 2 Wochen.

Im Schneckenkörper aber tobt das Leben: die eingedrungenen Nematoden ernähren sich von den Bakterien und der sich zersetzenden Schnecke, erreichen ihre Geschlechtsreife und vermehren sich erheblich. Nach der vollständigen Verwertung des Schneckenkadavers – wenn die Lebensbedingungen für die Nematoden schlechter werden – findet die Entwicklung nur noch bis zum sogenannten Dauerlarvenstadium statt. Viele Tausend Dauerlarven verlassen den Schneckenkörper und begeben sich auf die Suche nach neuen Wirten, wodurch der Kreislauf von vorne beginnt. Auf diese Weise kann ein längerfristiger Schutz erreicht werden.

Die Ausbringung der Nematoden ist einfach: das Pulver mit den Nematoden in Wasser auflösen und mit der Gießkanne ausbringen.

Nacktschnecken im Überblick

Nacktschnecken sind mit 35 Arten in Deutschland vertreten, von denen einige durch ihre Fraßtätigkeit große Schäden an Gemüse- und Zierpflanzen verursachen und daher nicht gern gesehen werden. Sie tragen kein schützendes Haus mit sich herum und sind so besonders gefährdet, auszutrocknen oder von Feinden verspeist zu werden. Als Schutz besitzen sie deshalb einen starken Körperschleimfilm und sind überwiegend bei feuchten Wetter oder in der Dunkelheit unterwegs. Der Schleim soll Fressfeinde abschrecken, indem er besonders übelschmeckend oder so klebrig ist, dass er z. B. die Mundwerkzeuge von räuberischen Laufkäfern verklebt.

Zu den schädigenden Arten gehören die Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) und die Wegschnecken (Arion sp.), besonders die sich in den letzten Jahren massiv ausbreitende Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris). Als erwachsenes Tier ist diese nur durch Geschlechtsuntersuchung von der Roten Wegschnecke (Arion rufus) zu unterscheiden und es finden auch Hybridisierungen der Arten statt. Die Jugendstadien sind jedoch deutlich erkennbar: sie zeigen eine starke Bänderung und sind bunt gefärbt.

Viele Gehäuseschnecken (z. B. die Weinbergschnecke Helix pomatia oder die Hainbänderschnecke (Cepaea nemoralis) werden durch die ausgebrachten Nematoden nicht befallen. Wie neuere Untersuchungen gezeigt haben, werden die Fadenwürmer von den gehäusebildenden Zellen in Kalkkapseln eingeschlossen und damit abgewehrt.

Auch bei vielen Nacktschnecken sind noch unter der Haut Gehäusereste zu finden: die Schnegel-Arten besitzen kleine flache Kalkplatten und bei den Wegschnecken existieren noch kleine Kalkkörnchen in ihrem Mantelschild. Auch an diesen reduzierten Gehäusen konnten derartige Kapseln gefunden werden.

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