Der BARC Best Practice Awards für Business Intelligence und Analytics ging in der Kategorie Konzern diesem Jahr an WMF. BARC zeichnet das Unternehmen für seine Umsetzung einer innovativen Analytics-Lösung aus. Diese kombiniert IoT-Daten und klassische Datenquellen zur Unterstützung service-orientierter Geschäftsmodelle. Scout24 siegte in der Kategorie Mittelstand mit einem umfassenden Ansatz zum daten-getriebenen Unternehmen, der die Veränderung von Technologie und Organisation aber auch der Unternehmenskultur umfasst. In der Finalrunde konnten die beiden Teams die Expertenjury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien sowie das Fachpublikum überzeugen. BARC verlieh die Auszeichnungen am 8. November im Rahmen der Big Data World in Frankfurt am Main.

BARC Best-Practice Award zum 13. Mal verliehen

„Das Niveau der Finalisten war in diesem Jahr wieder sehr hoch und jede gezeigte Lösung hatte Vorteile und Best-Practice-Ansätze. Die Lösungsansätze und Schwerpunkte waren sehr unterschiedlich, von operativen BI-Ansätzen im Außendienst, über die weltweite Vertriebssteuerung bis hin zu fortgeschrittenen Analysemethoden für IoT-Daten oder Social Media. Zuschauern und Jury wurde es also nicht leicht gemacht bei diesem durchgängig hohen Niveau, aber das zeigt auch die inzwischen erlangte strategische Bedeutung und technische Breite von Analytics für Unternehmen“, fasst Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer BARC die Finalrunde zusammen.

Aus den diesjährigen Bewerbern wählte die Jury sechs Finalisten aus, die ihre Lösungen auf der Big Data World vor Jury und Publikum präsentieren durften. Die nach der Vorauswahl überzeugendsten „Konzernlösungen“ hatten DB Fernverkehr, Festo und WMF eingereicht. Die Finalisten in der Kategorie „Mittelstand“ waren die Unternehmen Hannover Rück und Scout24 sowie die Stadt Kaiserslautern. Die Wertung des Fachpublikums wurde mittels Online-Abstimmung erfasst und bei der Juryentscheidung berücksichtigt.

Die Lösungen der Finalisten im Überblick – Kategorie Konzern

DB Fernverkehr zeigte ihre Anwendung „Railmate“. Diese erfasst und wertet Kundenfeedback aus verschiedensten Kommunikationskanälen aus. Freitexte werden analysiert und kategorisiert, aber auch mit Kontext angereichert. Das Unternehmen weiß beispielsweise aus welchem Zug das Feedback stammt. Neben strategischen Entscheidungen beeinflusst die Analyse auch das operative Handeln. Zugbegleiter können informiert werden. Auch die Abbildung von Data Pipelines, Cloud-basierter Datenhaltung und Machine Learning ist bei „Railmate“ umsetzbar. Zudem wurden ein Live-Ticker für alle Mitarbeiter und die Möglichkeit zur Adhoc-Analyse geschaffen.

Festo entwickelte eine neue Anwendung für die vernetzte Vertriebssteuerung seiner 63 Landesgesellschaften und der Zentrale. 300.000 Kunden, 300.000 Produkte und die globale Nutzung sorgen hierbei für eine hohe Komplexität. Sowohl High Level Dashboards als auch tiefe Analysen sind abgebildet. Auffällig waren vor allem ein gutes Information Design mit einem durchgängigen Anwendungs- und Visualisierungskonzept. Die skalierbare technische Basis mit einem Hadoop Cluster ermöglicht perspektivisch auch die Unterstützung von Machine Learning und Advanced Analytics.

Der Sieger in der Kategorie Konzern, WMF, wertet im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie die Sensordaten aus seinen Kaffeemaschinen aus. Diese sind weltweit im Einsatz. Durch Predictive Maintenance verbessert das Unternehmen seine B2B-Serviceangebote. Über mobile Geräte oder E-Payment-Möglichkeiten können Kunden Getränke vorbestellen. Das Unternehmen nutzt neben ca. 140.000 verknüpften Kaffeemaschinen auch ERP-/CRM-Systeme und auch externe Daten wie Wasserhärte, Social Media oder das Wetter für seine Analysen. Diese Informationen werden alle in einem Data Lake gesammelt und verknüpft. Die IoT-Daten unterstützen dabei die WMF-Mitarbeiter, beispielsweise bei der Diagnose und dem Qualitätsmanagement der Maschinen bis hin zu vorausschauender Wartung auf Basis einer Ausfallvorhersage.

Die Finalisten in der Kategorie Mittelstand

Bei den „Mittelstandslösungen“ konnten sich die Hannover Rück, Scout24 und die Stadt Kaiserslautern in der Vorauswahl durchsetzen.

Hannover Rück bewarb sich mit einer schlank und agil entwickelten mobilen Anwendung für den gesamten Außendienst. Sie stellt Kunden- und Besuchsinformationen zur Vorbereitung und Durchführung von Kundenbesuchen komplett elektronisch bereit und verbindet dabei strukturierte Daten/Kennzahlen aus CRM- und BI-System mit textuell festgehaltenen Information wie Meetings Notes oder Verträgen. Die Vorbereitungszeit wird hierdurch massiv reduziert, was sowohl Kapazität steigert aber auch die Qualität der Gespräche, da umfassende Informationen zum Kunden und seiner Historie direkt verfügbar sind. Auch die technische Umsetzung zeigte Best Practices mit einem modernen Konzept auf Basis eines föderierten Date Lake.

Die Stadt Kaiserslautern präsentierte Best Practices aus dem öffentlichen Sektor mit ihrem  Informationssystem für Führungskräfte auf der kommunalen Ebene – vom Bürgermeister bis zu den Abteilungsleitern. Die BI-Anwendung „KLAR – KaisersLautern Analyse Recherche“ bietet eine Zusammenführung und visuelle Darstellung relevanter Informationen aus verschiedensten Bereichen, um so unter anderem auch die politische Entscheidungsfindung durch Fakten und Kennzahlen zu unterstützen.

Der letztendliche Sieger Scout24 schuf im Rahmen seiner umfassenden Transformation zur datengetriebenen Organisation eine föderierte Data Platform in einer Public Cloud. Verschiedene Zielgruppen werden über die Plattform mit den für ihre Use Cases notwendigen Daten versorgt. Die Datennutzung erfolgt dabei in unterschiedlichster Form, von Self Service BI bis zur Detailaufbereitung für Data Scientists. Das Ziel ist es, letztlich neue „Data Products“ zu schaffen. Ein Data Catalog sorgt für die unternehmensweite Transparenz verfügbarer Daten.

Neben der technischen Exzellenz zeigte aber auch das ganzheitliche und durchdachte organisatorische Konzept Best Practices. Kernansatz ist eine schlanke zentrale Organisation, die Business Analysten und Data Scientisten in jedem Team im Unternehmen unterstützt. Die Veränderung der Unternehmenskultur adressierte hierbei ein „Data Landscape Manifesto“. Es stellt die Regeln auf, um Autonomie der Datennutzer zur möglichst flexiblen Nutzung von Daten mit möglichst wenig aber wichtigen zentralen Regeln zu verbinden.

Über den BARC Best Practice Award

Mit dem Best Practice Award Business Intelligence und Analytics prämiert das unabhängige Beratungs- und Analystenhaus Business Application Research Center (BARC) alljährlich Softwareprojekte, die sich durch ihren wirtschaftlichen Nutzen sowie vorbildliche Methoden und Vorgehensweisen bei der Implementierung ausgezeichnet haben. Der Preis wird in den Kategorien Mittelstand- und Konzernlösung vergeben. Bewertungskriterien sind die eingesetzte Technik, das inhaltliche Konzept, eine erkennbare Anwenderorientierung, die Kosten-Nutzen-Relation sowie geschaffene Innovationen. Aus den Bewerbungen muss deutlich hervorgehen, warum das jeweilige Business-Intelligence-Projekt einen hohen Geschäftsnutzen erzielen konnte und welche quantifizierbaren und qualitativen Ergebnisse vorliegen.

Weitere Informationen unter www.barc.de, www.barc-research.com und www.bi-survey.com.

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