Der Markt für grünen und CO2-armen Wasserstoff wird derzeit zur Realität in Europa; er ermöglicht eine vollständige Dekarbonisierung des Energie­systems. Das CertifHy-Projekt „Entwicklung des 1. EU-weiten Zertifizierungssystems für grünen und CO2-armen Wasserstoff“ hat mit Pilotanwendungen 76000+ Herkunftsnach­weise in das Register eingestellt, von denen bereits 3600+ genutzt worden sind.   Für die Transformation des Energiesystems sind Flexibilität und die Transparenz von Energie­produktion von entscheidender Bedeutung, auch für Wasserstoff. Das CertifHy-Zertifizierungssystem erlaubt die verlässliche Information von Endkunden über die Herkunft und die Umwelteigenschaften des Produkts Wasserstoff und unterstützt Anbieter bei der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Es ermöglicht europaweit und unabhängig vom Anwendungs­ort den Verbrauch von grünem und CO2-armem Wasserstoff. Grüner und CO2-armer Wasser­stoff sind Schlüsselelemente der Energiewende und des Klimaschutzes. „CertifHy ,Grüner Wasserstoff‘ kann eine wichtige Rolle im Verkehr und bei der Entwicklung einer nachhaltigen Chemieindustrie spielen, wo Wasserstoff als Rohstoff weit verbreitet ist. Diese europäische Zertifizierung ist ein wichtiger erster Schritt, um den Markt für grünen Wasser­stoff zu entwickeln. Sie bietet der Industrie eine Grundlage dafür, um in dieser Entwicklung eine führende Rolle einzunehmen, sagt Marcel Galjee, Energy Director von Nouryon.  

Das CertifHy-Zertifizierungssystem wurde von einem Konsortium unter der Führung von Hinicio zusammen mit Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST), Grexel, TNO und TÜV SÜD entwickelt und vom Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking finanziert. Dabei wurden die 900+ Mitglieder der CertifHy Stakeholder Platform aus europäischen, an grünem und CO2-armem Wasserstoff interessierten Stakeholdern in umfangreichen Konsultationen und Arbeitsgruppen eingebunden. Von 2014 bis 2016, der CertifHy-Projektphase 1, hat das Konsortium das europäische Herkunftsnachweissystem inklusive einer Definition von grünem und CO2-armem Wasserstoff und eine Roadmap mit konkreten Schritten zur Einführung des Systems entwickelt. Im nächsten Schritt (CertifHy-Projektphase 2) von Oktober 2017 bis März 2019 wurde das System eingeführt und in Pilotprojekten angewendet. In den Piloten wurden praxisnahe Problemstellungen identifiziert und bearbeitet, die sich bei der Einführung des neuen Systems gezeigt haben. Die Ergebnisse wurden auf der Abschlusskonferenz am 25. März 2019 in Brüssel 120+ Stakeholdern aus Industrie, Politik, Zertifizierungssystemen, Privatsektor und NGOs vorgestellt.

Das Industriegase-Unternehmen Air Liquide, das Spezialchemikalien-Unternehmen Nouryon gemeinsam mit Air Products, die Einzelhandelskette Colruyt und der Energieversorger uniper waren als Wasserstoffhersteller an den Piloten beteiligt und haben Herkunfts­nach­weise erzeugt. „Wir suchen ständig nach Möglichkeiten, um unsere Effizienz im Betrieb zu erhöhen und um die Mitgliedsländer der Europäischen Union darin zu unterstützen, ihre Treibhausgas-Emissionsreduktionsziele kosteneffizient zu erreichen. Ein europaweites Herkunfts­nachweissystem für erneuerbaren Wasserstoff wird diese Ziele unterstützen. Unser Projekt mit Nouryon ist ein innovatives Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, sagt Kurt Lefevere, Vice President Northern Continent bei Air Products.

Die ersten Herkunftsnachweise wurden im Dezember 2018 ausgestellt. Bis Anfang März 2019 waren zehn Organisationen im Register als sogenannte Kontoinhaber und 76000+ Herkunftsnachweise registriert. Erste kommerzielle Transaktionen wurden mit Kunden wie H2Mobility Deutschland abgewickelt. Nikolas Iwan, Geschäftsführer von H2Mobility Deutschland: „Die CertifHy ,Grüner Wasserstoff‘ Zertifikate von Air Products erhöhen den Anteil an grünem Wasserstoff in unseren Wasserstofftankstellen deutlich. Wir glauben fest daran, dass CertifHy dazu beitragen wird, einen innovativen, transparenten europäischen Markt für erneuerbaren Wasserstoff zu etablieren.

Auf dem Weg zu einem etablierten Markt für grünen und CO2-armen Wasserstoff  

Im nächsten Schritt hat CertifHy in seiner kommenden Phase für die breite Markteinführung das Ziel, ein EU-weites Zertifizierungssystem umzusetzen, das sowohl Herkunftsnachweise zur Kundeninformation über die erneuerbare oder CO2-arme Herkunft des Wasserstoffs, als auch Versorgungs-Zertifikate für den Nachweis der Erfüllung gesetzlicher Quotenvorgaben im Verkehrsbereich geeignet ist. CertifHy wird einen europäischen Issuing Body (erteilende Stelle) gründen und ein Register einführen, das sich mit nationalen Registern und mit Registern für andere Energieträger über Schnittstellen verbinden kann. Der Pilotbetrieb wird fortgesetzt und ausgebaut mit dem Ziel, das System auch formal zu etablieren. Wichtig für die erfolg­reiche Implementierung sind die kontinuierliche Abstimmung mit den regulatorischen Vorgaben und dem Standardisierungsumfeld sowie die Marktstimulierung durch konkrete Aktionen wie beispielsweise Informationskampagnen, um die Wahrnehmung der Vorteile von Wasserstoffzertifikaten und -herkunftsnachweisen zu erhöhen. Durch die Implementier­ung des CertifHy-Zertifizierungssystems wird grüner und CO2-armer Wasserstoff zu einem wichtigen Eckpfeiler des europäischen Energiesystems.

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