Am Dienstag, 24. September trafen sich die Berliner Dachdecker wieder im CityCube auf dem Berliner Messegelände zu ihrem Landesverbandstag.

Bei der Begrüßung freute sich Landesinnungsmeister Jörg-Dieter Mann über einen mit rund 130 Teilnehmern nahezu vollbesetzten Saal.

Mann stellte in seinen Begrüßungsworten fest, dass der Höhepunkt der Berliner Baukonjunktur wohl überschritten sei: Man merke, dass die Nachfrage nicht mehr so hoch sei wie noch vor einem Jahr. Kontraproduktiv seien auch die Pläne des Berliner Senats zur Einführung eines Mietendeckels. „Diese Pläne bekämpfen wir gemeinsam mit anderen Verbänden entschieden“, so Mann.

Die bürokratischen Hemmnisse für die Betriebe bei der Müllentsorgung und bei der Einrichtung von Straßenbaustellen seien nach wie vor unzumutbar hoch, führte Mann weiter aus. Hier werde man weiter für eine Verbesserung für die Betriebe kämpfen.

Erfreut zeigte sich Mann über die Lehrlingszahlen. „Hier zahlen sich unsere langjährigen Bemühungen bei der Nachwuchswerbung endlich aus“, so Mann.

Nachdem die Teilnehmer des Verbandstags der toten Mitglieder Günter Mels und Andreas Rühr gedachten und Schatzmeister Matthias Dölle die Haushaltspläne 2020 vorgestellt hatte, widmete man sich dem Arbeitsschutz. Kein geringerer als der Hauptgeschäftsführer der BG BAU, Klaus-Richard Bergmann, war gekommen, um die Dachdecker unter dem Titel „Mit Sicherheit attraktiv! Wie das Dachdeckerhandwerk vom Arbeitsschutz profitiert“ zu informieren.

Bergmann wies darauf hin, dass die Unfallzahlen im Dachdeckerhandwerk im vergangenen Jahr gestiegen seien und man entschieden gegensteuern müsse, um eine Beitragsanhebung zu vermeiden. Mit einer lebhaften Multimedia-Präsentation machte Bergmann einen Streifzug quer durch die Arbeitssicherheit und wies auf die vielen Fördermöglichkeiten der BG BAU bei der Beschaffung von gesundheitsfördernden Arbeitsmaschinen hin. „Hauptunfallursache bei den Dachdeckern ist in den meisten Fällen immer wieder die Leiter“, so Bergmann. Er wies darauf hin, dass inzwischen nur noch Leitern mit Trittstufen zugelassen sind. „Am liebsten wäre es mir, wenn wir in Zukunft ganz auf Leitern verzichten könnten“, schloss Bergmann seinen Vortrag.

Anschließend erhielt der Geschäftsführer der SITA Bauelemente GmbH, Thomas Kleinegees, von Jörg-Dieter Mann für seine langjährige Unterstützung der Landesinnung die Ehrennadel überreicht.

Ebenfalls geehrt wurde der langjährige stellv. Bezirksmeister von Reinickendorf/Wedding, Bernd Rudolph, der dieses Amt von 2002 bis 2019 bekleidet hatte.

Über die richtige Entsorgung von HBCD-haltigen Dämmstoffen, Teerpappe und Bitumen berichtete anschließend der Geschäftsführer der Sonderabfallgesellschaft Berlin/Brandenburg, Berend Wilkens.

Wilkens betonte, dass man in der Vergangenheit gemeinsam mit der Landesinnung die großen Probleme bei der Entsorgung HBCD-haltiger Abfälle beseitigt habe. Inzwischen gäbe es keine Entsorgungsengpässe mehr. Leider sei das Preisniveau unverändert hoch geblieben, worauf er als Sonderabfallgesellschaft allerdings keinen Einfluss habe.

Bezüglich der Entsorgung von Teerpappe und Bitumen machte Wilkens klar, dass ohne vorherige Beprobung keine derartigen Abfälle von den Entsorgern mehr angenommen würden. Hier wies Wilkens auf die enge Zusammenarbeit mit der Landesinnung hin, die es ermöglicht habe, dass die Beprobung des Daches auch von qualifizierten Dachdeckern vorgenommen werden kann.

Hier habe die Landesinnung in den vergangenen Wochen mehr als 150 Dachdecker entsprechend qualifiziert. Nach der Beprobung erfolge die Untersuchung durch ein qualifiziertes Labor, die inzwischen nur noch ca. zwei Wochen in Anspruch nehme. Danach könne entsorgt werden.

Nach der Kaffeepause berichtete dann Geschäftsführer Ruediger Thaler über Aktuelles aus dem Innungsgeschehen. Thaler hob hervor, dass durch hohe Lehrlingszahlen sowie volle Meister- und Helferkurse das Bildungszentrum sehr hoch ausgelastet sei. Man habe daher auch einen zusätzlichen Ausbilder einstellen müssen.

Thaler ging auf die aktuelle Tarifsituation im Dachdeckerhandwerk ein und wies darauf hin, dass der Mindestlohn II ab 1.1.2020 auf 13,60 Euro und ein Jahr später auf 14,10 Euro steigen werde. „Dieser Regelung haben alle Landesverbände zugestimmt, insbesondere auch die in Ostdeutschland“, so Thaler. Angesichts der vorherrschenden Personalknappheit habe sich die Einsicht durchgesetzt, den Mitarbeiter entsprechend zu bezahlen.

Thaler zeigte sich auch erfreut darüber, dass die Abbruchquote bei den neueingestellten Lehrlingen permanent zurückgeht. Waren es 2017 noch 35 %, so sank diese Quote 2018/2019 auf rd. 28 %. Bei den neuabgeschlossenen Lehrverträgen zeichne sich bereits jetzt ab, dass es 2019 wieder einen Rekord geben werde, womit die guten Zahlen des Vorjahres nochmals übertroffen werden.

Scharf kritisierte Thaler den vom Berliner Senat geplanten Mietendeckel. „Klares Ziel der Linkspartei ist es, die gesamte Berliner Wohnungswirtschaft zu verstaatlichen“, stellte Thaler fest. Anhand von aktuellem Zahlenmaterial machte er auch deutlich, dass die Wohnungsnot in Berlin nicht so dramatisch sei wie in der Öffentlichkeit dargestellt. Auch die Bestandsmieten bewegten sich im Durchschnitt sogar unterhalb des Mietspiegels und seien weit von den Zahlen entfernt, die immer wieder in den Medien auftauchen.

Anschließend ging es zur Fachtechnik. Der technische Berater des ZVDH, Christian Anders, berichtete hier über zahlreiche Neuerungen auf vielen Gebieten. Insbesondere ging er auf das neue Gebäudeenergiegesetz ein und erläuterte, was sich hier für den Dachdeckerunternehmer in der Praxis ändert.

Einen weiteren Schwerpunkt seines Vortrages bildeten sogenannte barrierefreie Übergänge, die bei einer alternden Gesellschaft immer wichtiger werden. Er erläuterte die Übergänge von der Sonderkonstruktion bis zum Regeldetail.

Abschließend gab Anders einen Überblick über das aktuelle Regelwerk des Dachdeckerhandwerks. Er wies darauf hin, welche Regelwerke erneuert werden und an welchen Regelwerkteilen derzeit in Fachausschüssen gearbeitet wird.

Abschließend wies Anders darauf hin, dass man gemeinsam mit den Landesinnungen praktische Planungshilfen für die Betriebe erarbeitet habe, die demnächst an die Betriebe verteilt werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die Jung-Meister des Prüfungsjahrgangs 2019 aus den Händen von Lehrlingswart Andreas Friedel ihre Meisterbriefe überreicht. Als Prüfungsbester wurde Patrick Kuschel geehrt und erhielt einen Werkzeugkoffer, gestiftet von der Firma Würth. Die Firma Borchert stattete alle Jung-Meister mit neuer Arbeitskleidung aus.

Zum Abschluss der Veranstaltung hatte die Landesinnung zu einem rustikalen Büfett eingeladen. Hier tauschten sich die Teilnehmer bis in die Abendstunden über aktuelle Themen aus.

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