In den letzten Tagen haben wir uns vermehrt optimistisch geäußert, die Belastung durch das Virus sei ein temporäres Phänomen und eine nachhaltige, strukturelle Beeinträchtigung der Wirtschaft nicht zu erwarten.

Dabei hatten wir nicht mit einer Politik gerechnet, die erschreckend wenig positive und unterstützende Signale verbreitet. Immer noch wird meist nur von einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums geredet, unsere Kanzlerin sah bis vorgestern nicht die Notwendigkeit eines Konjunkturprogramms. Die nun überall verkündeten Geldmittel sind viel zu niedrig angesichts des plötzlichen Stopps der Sozial- und Wirtschaftsaktivitäten, den die Politik im Kampf gegen das Virus selber verordnet.

Die Notenbanken bewegen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, ohne für wirklich neue Impulse jenseits von Anleihekaufprogrammen zu sorgen. Insbesondere in Europa erschöpfen sich die Maßnahmen und enden in der Aufforderung an die Politik, endlich tätig zu werden.

Unsere neuen Szenarien beleuchten jetzt die Frage, wie weit sich diese „plötzlichen Stopps“ kaskadenförmig in alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche auswirken und verstärken werden. Die Beurteilung ist schwierig, zumal allen Akteuren klar ist, dass es irgendwann ein Mittel gegen das Virus gibt und dann die Wirtschaft schnell wieder durchstarten wird. Aktuell sind bereits ca. 20 Medikamente global in der Testphase. Aber bis auf welches Niveau werden Wirtschaft und vor allem Aktienmärkte fallen, bis das richtige gefunden ist?

Nachdem sich Politiker und Notenbanker wegducken, liegt dies neben den Medizinern vor allem in der Hand jedes einzelnen, seinem verantwortungsvollen Umgang mit der Virusgefahr im Alltag aber vor allem seinem Konsumverhalten.

Es hat sich in China, Taiwan, Singapur und Südkorea gezeigt, dass sich mit steigender Anzahl durchgeführter Tests zwar die Anzahl der Infektionen erhöhte, aber die Sterbequote geringer wurde, da oftmals Krankheiten milde verlaufen. Wenn Italien hohe Sterberaten verkündet, mag es auch daran liegen, dass bislang in erster Linie Menschen mit ausgeprägter Symptomatik auf das Virus getestet werden. Vermutlich droht auch in den USA eine überdurchschnittliche Sterberate, da auch dieses Land bislang kaum in der Lage ist, genügend Tests bereitzustellen. Die vermeintlich hohen Sterberaten begünstigen wiederum die Angst, die den Stillstand verstärkt.

Da sich die Hysterie als eigenständiges Virus ausbreitet und damit die negativen Effekte zu einer kaum kalkulierbaren Spirale formt, haben wir heute nach der wenig inspirierenden EZB-Entscheidung die Risiken in unseren Portfolien zugunsten von Liquidität reduziert, sind aber bereit, sobald positive Signale vor allem aus der Medizin kommen, unser Risiko wieder zu erhöhen. Unverändert sehen wir im Virus zunächst ein temporäres Problem, wenn Politik und Notenbanken es schaffen, zumindest Kettenreaktionen im Finanzsystem zu verhindern.

Nach den Erfahrungen der Finanzkrise sollten dafür genug Anschauungsmaterial und ausreichend Wille vorhanden sein. Das wird vermutlich bedeuten, auch den Banken mehr Geld bereitstellen zu müssen – einer Maßnahme, die man nach der Finanzkrise den Wählern nicht noch einmal erklären will, aber ohne Alternative ist.

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