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– CET1-Kapitalquote bei 18,5% (2018: 18,4%)
– Bilanzsumme um 13% reduziert auf 48 Mrd. Euro
– Ergebnis vor St. mit 77 Mio. Euro etwas besser als geplant – Alle Restrukturierungsschritte
– Portfolioumbau, De-Risking und Personalabbau – planmäßig gestartet

Das Jahr 2019 stand für die Hamburg Commercial Bank AG (HCOB) im Zeichen der erfolgreichen, mehrjährigen Transformation zu einer kapitalstarken und profitablen Bank, die als Spezialfinanzierer mit strikten Rendite- und Ertragszielen in einem schwierigen Konjunkturumfeld ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt hat. Geschäftsvolumen und Bilanzsumme wurden dabei frühzeitig und konsequent reduziert. Im bewusst niedriger ausgesteuerten Neugeschäft sind die Margen gestiegen, auch bedingt durch höhere Preisdisziplin sowie die im Zuge der Privatisierung spürbar verringerten Fundingkosten. Zugleich entfalten die Kosteneffizienzprogramme ihre Wirkung und trugen zu den guten Ergebnissen bei.

„Wir haben uns bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres und damit frühzeitig dafür entschieden, die Bank auf eine dauerhaft schwächere Konjunkturphase vorzubereiten. Dazu gehören das bewusst eingebremste Neugeschäft in den konjunktursensiblen Bereichen der Wirtschaft bei insgesamt weiter verschärften Risiko- und Renditevorgaben sowie die mit dem niedrigeren Geschäftsvolumen zwingend verbundenen Kosten- und Effizienzprogramme. In diesem Umfeld steht eine möglichst starke Kapitalausstattung im Zentrum, um zum richtigen Zeitpunkt nach der Krise handlungsfähig zu sein. Heute ist aufgrund der erheblichen Unsicherheit noch nicht zu quantifizieren, was die massiven Verwerfungen der Weltwirtschaft wegen des Coronavirus für das Bankenumfeld insgesamt und die HCOB im Einzelnen bedeuten. Deshalb werden wir alles daran setzen, unsere Kunden bei der Sicherung ihrer Interessen zu unterstützen und unsere Bank gerade für die größeren Herausforderungen der nächsten Monate noch widerstandsfähiger zu machen“, sagte Stefan Ermisch, CEO der Hamburg Commercial Bank AG.

Margen steigen – Kostenabbau greift – Fundingposition klar verbessert

Wie bereits im Februar mitgeteilt, verzeichnet die HCOB solide Finanzkennzahlen mit einem Gewinn vor Steuern (IFRS) von 77 (Vorjahr: 97) Mio. Euro. Dieses operativ zufriedenstellende Ergebnis ist vor allem getragen von den Geschäftsbereichen Real Estate und Shipping, insgesamt profitierte die Bank von hoher Kostendisziplin und der guten Qualität ihrer Kreditportfolien. Aufgrund einer planmäßigen Minderung von latenten Steuern im Zuge der erfolgreichen Restrukturierung der Kapitalstruktur, ergibt sich ein Ergebnis nach Steuern von 12 (77) Mio. Der Gesamtertrag belief sich auf 463 Mio. Euro und ist nicht mit dem Vorjahreswert von 1.586 Mio. Euro vergleichbar, in dem wesentliche Sondereffekte enthalten waren, insbesondere ein Ertrag von fast 1 Milliarde Euro nach der Neubewertung von Hybridinstrumenten.

Selektiv im Neugeschäft – gute Portfolioqualität Angesichts der sich abzeichnenden deutlichen konjunkturellen Eintrübung wurde das Neugeschäft bewusst reduziert und erzielte 7,2 (2018: 8,4) Mrd. Euro im Konzern. Erfreulich sind dabei die steigenden Nettomargen. Zudem ist für alle Asset-Klassen in den Ausbau der Syndizierungskompetenz investiert worden, um die Umschlagsgeschwindigeit der Bilanz zu erhöhen.

Im Einzelnen bedeutet dies für den Bereich Real Estate: ein Ergebnis vor Steuern von 161 (33) Mio. Euro, das – bei soliden Zins- und Provisionsüberschüssen – auch von positiven Effekten aufgrund von erhaltenen Vorfälligkeitsentschädigungen profitiert. Das Neugeschäft von 4,0 (4,6) Mrd. Euro wurde insbesondere im zweiten Halbjahr an die schwieriger gewordenen Entwicklungen des deutschen Immobilienmarktes angepasst . Real Estate mit einem Gesamtbestand von 12,5 (12,4) Mrd. Euro zeichnet seit vielen Jahren ein starkes Geschäft mit nationalen und internationalen Investoren im deutschen Markt ebenso aus wie eine hohe Marktdurchdringung in Deutschlands wichtigsten Metropolen. Selektiv werden künftig auch ausgewählte Kunden bei Vorhaben in europäischen Großstädten unterstützt. Das Neugeschäft im Real Estate wird bis auf Weiteres stark differenziert. Die Bank reduziert ihr Exposure seit dem zweiten Halbjahr in den Bereichen Projektentwicklungen, Hotels und Einzelhandelsimmobilien deutlich bzw. verzichtet auf Neugeschäft. Bei klassischen Büro- und Logistikimmobilien sieht die Bank nach wie vor moderates Wachstumspotenzial.

Das Segment Corporates & Structured Finance (ehemals: Unternehmenskunden) umfasst Corporate Banking & Advisory sowie Projektfinanzierungen in den Bereichen Erneuerbare Energien und Infrastruktur mit einem Volumen von 12,3 (13,6) Mrd. Euro. Der Bereich verantwortet auch die Betreuung institutioneller Kunden, dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Syndizierungsaktivitäten. Corporates & Structured Finance erzielte ein Vorsteuerergebnis von -36 (27) Mio. Euro, was im Wesentlichen resultiert aus negativen Ergebniseffekten im Gesamtertrag und in der Risikovorsorge aus nicht strategischen Assets, die mit der Neuausrichtung des Kundenportfolios bereinigt wurden. Das Neugeschäft betrug 2,0 (2,8) Mrd. Euro, wobei das Volumen im Wachstumsfeld Projektfinanzierung – in den Bereichen Erneuerbare Energie und digitale Infrastruktur zunehmend als Lead-Arranger – weitgehend stabil blieb. Angesichts des seit langer Zeit extrem preissensitiven Wettbewerbsumfelds in der klassischen Mittelstandsfinanzierung ist die Bank schon seit Jahren in den zyklischen und stark umkämpften Sektoren wie etwa Maschinenbau, Automotive oder der Zuliefererindustrie kaum noch engagiert bzw. hat frühere Kreditbestände kräftig und zum Teil auch vollständig reduziert.

Insgesamt ist für das Segment eine weitere selektive Herangehensweise unter strikter Einhaltung der Renditeanforderungen vorgezeichnet, verstärktes Augenmerk wird hier auf die Kompetenz in der Working-Capital-Finanzierung und im Corporate Financing gelegt. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass praktisch der gesamte Unternehmenssektor in Deutschland noch lange mit den Auswirkungen der Coronakrise zu kämpfen haben wird. In dieser schwierigen Phase ist die HCOB ein verlässlicher Partner , sucht nach zügigen Lösungen und unterstützt ihre Kunden schnell, pragmatisch und zuverlässig. Das gilt für die von der Bundesregierung aufgelegten Hilfsprogramme der KfW ebenso wie für die umfangreichen Pakete auf Länder- und Bundesebene.

Einen erfreulichen Gewinn vor Steuern leistete das Segment Shipping mit 124 (-182) Mio. Euro, vor allem begünstigt von einem niedrigeren Risikovorsorgebedarf angesichts der durchweg verbesserten Portfolioqualität. Das Neugeschäft von 1,3 (1,0) Mrd. Euro wurde mit nationalen und internationalen Reedereien guter Bonität abgeschlossen und der Bestand des mittlerweile im Volumen kleinsten Kernsegments, klar fokussiert auf Handelsschifffahrt, lag bei 4,6 (4,5) Mrd. Euro.

Das neue Segment Diversified Lending & Markets (ehemals Treasury and Markets) fokussiert sich auf das internationale Corporates Geschäft sowie „Special Situations“ in Form von sich bietenden Geschäftschancen außerhalb der eigentlichen Kernkundensegmente im Inland und beinhaltet die unterstützenden Kapitalmarktaktivitäten der Bank. Das Portfolio wird behutsam und im Einklang mit den sehr strengen Risikovorgaben aufgebaut und soll künftig zur Diversifizierung des Bankportfolios beitragen. Diversified Lending & Markets erzielte ein über den Planungen liegendes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 33 (113) Mio. Euro. Ursächlich für den Ergebnisrückgang sind im Vorjahr enthaltene Effekte aus Wertpapierverkäufen. Im Berichtsjahr wurden noch keine nennenswerten Geschäftsabschlüsse im Diversified Lending vorgenommen, da zunächst der Aufbau der Strukturen erfolgte. Markets lieferte insbesondere durch die konsequente Optimierung der Fundingstruktur und die Steuerung der Liquiditäts- und Marktpreisrisiken gute Ergebnisse. Klassische Eigenhandelspositionen nimmt die Bank dagegen nicht ein. Sowohl die fortlaufende Konzentration auf profitables Kundengeschäft als auch die gute Spreadentwicklung der Positionen im Bankbuch wirkten sich ebenfalls positiv auf die Ergebnisse der Markets Aktivitäten aus.

Refinanzierung über Kapitalmarkt signifikant gestärkt

Mit der sehr erfolgreichen Platzierung einer Senior Preferred Emission über 500 Mio. Euro am Kapitalmarkt hat die HCOB ihre Fundingbasis signifikant gestärkt. Die Debut-Anleihe hat eine Laufzeit von drei Jahren und war bei starker Nachfrage von institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland mehr als zweifach überzeichnet, so dass attraktive Preiskonditionen erreicht wurden. Insgesamt hat die Bank im Geschäftsjahr 2019 rund 2,8 Mrd. Euro an langfristigen Mitteln aufgenommen und dabei von ihrer ebenso breiten wie diversen Investorenbasis profitiert.

Konsequentes De-Risking und starke Finanzkennzahlen

Wie bereits im Februar veröffentlicht, hat die HCOB durch konsequentes De-Risking ihre NPEQuote weiter auf 1,8 (Jahresende 2018: 2,0) Prozent und damit unter der strategischen Zielquote für das Non Performing Exposure von 2,0 Prozent verbessert. Die CET1- Kapitalquote belief sich trotz regulatorisch bedingter Auftriebe der risikogewichteten Aktiva auf sehr komfortable 18,5 (18,4) Prozent, bei einer erneut verbesserten Leverage Ratio von 8,2 (7,3) Prozent und einer planmäßig weiter verminderten Bilanzsumme in Höhe von 47,7 (55,1) Mrd. Euro.

„Die HCOB hat das Jahr 2019 erfolgreich abgeschlossen und stellt sich den immensen Herausforderungen der kommenden Monate. Als etablierter Spezialfinanzierer sind wir gerade in diesen unsicheren Zeiten in der Pflicht, unseren Kunden ein verlässlicher Partner zu sein und sie mit allem Engagement und Expertise zu überzeugen. In diesen schweren Zeiten wird es im Zusammenhang mit der Coronakrise zu steigender Arbeitslosigkeit und noch andauernden Einschränkungen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland kommen. Die HCOB unterstützt mehrere soziale Hilfsprojekte im Kampf gegen die Folgen des Coronavirus. Auch vor diesem Hintergrund hat der Vorstand auf eigene Initiative auf 30 Prozent seiner variablen Vergütung für das Jahr 2019 verzichtet“, sagte Stefan Ermisch.

Seit Privatisierung transparente, zukunftsweisende Restrukturierung

In Summe lag der zentrale Fokus des Transformationsprogramms 2019 auf dem konsequenten Kostenmanagement und der Steigerung der operativen Effizienz. Dieser ging einher mit einem im Frühjahr 2019 vereinbarten und schon 2018 bilanziell verarbeiteten Personal- und Sachkostenprogramm. Für 2019 ergibt sich ein Verwaltungsaufwand von -413 (-402) Mio. Euro, der vor dem Hintergrund von Investitionen z. B. in der IT und nachläufigen Entlastungen aus dem Personalabbau leicht über dem Vorjahr liegt.

Zum Jahresende 2019 verringerte sich die Mitarbeiterzahl der Bank auf 1.482 (31.12.2018: 1.716) Vollzeitarbeitskräfte (VAK). Das Effizienzprogramm von Ende 2018 wurde wegen der schwächer als zuvor angenommenen konjunkturellen Aussichten für Deutschland und die Weltwirtschaft im Dezember 2019 nachgeschärft, so dass sich jetzt eine Zahl von insgesamt rund 700 statt circa 1.000 Vollzeit-Beschäftigten im Zielbild 2022 ergibt. Die dafür notwendigen, zusätzlichen Rückstellungen sind bereits im Abschluss 2019 verarbeitet. Ende 2018 gab es in der HCOB noch rund 1.700 VAK. Damit hat sich die Hamburg Commercial Bank seit ihrer Privatisierung einem transparenten und zukunftsorientierten Restrukturierungsprogramm verschrieben, das zu den umfangreichsten in der europäischen Bankenlandschaft zählt .

Ausblick unter Vorbehalt der Auswirkungen des Coronavirus

Unter Berücksichtigung der zum Berichtsstichtag gebildeten Restrukturierungsrückstellungen geht die Bank für das zweite Jahr der mehrjährigen Transformation – das Geschäftsjahr 2020 – von einem positiven IFRS-Ergebnis vor Steuern aus. Diese Ergebnisprognose versteht sich vorbehaltlich etwaiger nicht vorhersehbarer Effekte aus der Umsetzung der Restrukturierung/Transformation, unvorhersehbaren geopolitischen Einflüssen und einer signifikanten Ausweitung der wirtschaftlichen Belastungen infolge des Coronavirus.

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