• 45 Jahre GEPA / 2019 Umsatzsteigerung 9,5 Prozent /aktuelle Lage / #FairCoffeeNow
  • Bundesentwicklungsminister Gerd Müller würdigt Arbeit von GEPA und Weltläden 

Die aktuelle Corona-Krise betrifft nicht nur den Fairen Handel und die GEPA hier in Deutschland, sondern ganz besonders auch die Partner im Globalen Süden. Am 14. Mai 1975, also vor 45 Jahren, wurde die GEPA gegründet, um gerade diese benachteiligten Produzentengruppen zu unterstützen. Viele, wie etwa Kaffeegenossenschaften oder Handwerksorganisationen, haben jetzt mit besonders existenziellen Nöten zu kämpfen, weil es nicht nur um eine gesundheitliche, sondern auch um eine soziale und wirtschaftliche Krise geht. Anlässlich seiner Jahres-Pressekonferenz hat das Fair Handelsunternehmen im Livestream über die aktuellen Entwicklungen berichtet.

Sehr positive Entwicklung 2019
Mit dem Kalenderjahr 2019 kann der Fair Trade-Pionier auf ein sehr positives Geschäftsjahr zurückblicken: Der Umsatz wurde um 9,5 Prozent auf einen Großhandelsumsatz von 80,7 Millionen Euro gesteigert. Konsument*innen kauften für rund 119,5 Millionen Euro (Umsatz zu Endverbrauchspreisen) z. B. Kaffee, Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikel ein.

Die GEPA und Corona – April gesamt noch leicht im Plus
„Auch das Jahr 2020 ist sehr gut gestartet, bis uns dann seit Mitte März die Corona-Krise ebenfalls stark beeinflusst hat“, sagte der Kaufmännische Geschäftsführer Matthias Kroth. In den besonders betroffenen Vertriebsbereichen Weltläden/Gruppen und Außer-Haus-Service (z. B. Gastronomie, Bildungsstätten) gab es im April Umsatzeinbrüche von deutlich über 50 bis zu 70 Prozent. Durch die guten Anfangsmonate und die erfreulich guten Zuwächse im Vertrieb Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel von deutlich über 20 Prozent sowie im Endkunden-Onlineshop von fast 50 Prozent zeigt sich im ersten Quartal noch ein leichtes Umsatzplus für die GEPA gesamt. Um Kosten aufzufangen, wurde für ca. 50 Prozent der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet. „Einen Erfolg würde dieses Jahr bedeuten, wenn wir bei zunehmender Lockerung der Corona-Beschränkungen einen Verlust vermeiden können. Die GEPA ist aber generell gut aufgestellt, um diese wirtschaftlich schwierige Phase ohne Folgeschäden zu überstehen“, erklärte Matthias Kroth.

Neue Impulse soll auch weitere Digitalisierung wie etwa der Aufbau eines CRM (Customer Relationship Management) zur Unterstützung und Optimierung der Vertriebs- und Marketingaktivitäten geben.

Solidarität ist jetzt von allen gefordert, und wir dürfen die Produzent*innen im Globalen Süden nicht vergessen“, so GEPA-Geschäftsführer Peter Schaumberger. „Anders und besser weiter: Weil alle weltweit von der Pandemie betroffen sind, ist faires und partnerschaftliches Handeln besonders wichtig. In den 45 Jahren ihres Bestehens hat sich die GEPA immer dafür eingesetzt. Weltläden sind dabei das Rückgrat und Herz des Fairen Handels“, beschrieb er deren tragende Rolle. „Gerade jetzt in der Krise danken wir ihnen besonders dafür, wie sie sich mit vielfältigem Einsatz und neuen Ideen ihre Läden nicht nur als Einkaufsorte, sondern auch als ‚Bewusstseinsorte für Fairen Handel‘ positionieren und dazu beitragen, dass das Thema in der Gesellschaft immer präsenter wird. Peter Schaumberger dankte auch allen Verbraucher*innen, die dazu beitragen, den Fairen Handel der GEPA weiter zu entwickeln.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller schrieb der GEPA und forderte Verbraucher*innen zu fairem Konsum auf: "Es ist auch der Arbeit der GEPA und der Weltläden zu verdanken, dass immer mehr Menschen zu fairen Produkten greifen. In diesen Zeiten zeigt sich besonders, wie wichtig langfristige und partnerschaftliche Handelsbeziehungen sind. Denn sie sichern auch in der Krise Arbeitsplätze in Entwicklungsländern, obwohl viele Lieferketten drohen zusammenzubrechen. Wir müssen global zusammenhalten. Das Entwicklungsministerium hat deswegen ein Corona-Sofortprogramm auf den Weg gebracht: zur Pandemiebekämpfung, zur Verhinderung von Hunger und der Sicherung von Arbeitsplätzen in globalen Lieferketten. Machen Sie auch mit und kaufen Sie fair – gerade in Zeiten, in denen es auf Menschlichkeit, Verantwortung und Solidarität ankommt, bei uns und überall in der Welt.“

Andrea Fütterer, Leiterin Abteilung Grundsatz und Politik bekräftigte aus Sicht der Handelspartner*innen:

„Soziale Ungleichheit und ungerechte Welthandelsstrukturen bilden sich durch die Corona-Krise verschärft ab. Massive Einkommensverluste, der Verlust von vielen Arbeitsplätzen und drohende Insolvenzen sind die Folge. Unterstützung vonseiten des Staates für Kleinproduzent*innen sind in den meisten Ländern des Globalen Südens wenig zu erwarten. Sie sind komplett auf sich selbst angewiesen und benötigen die Stabilität des Fairen Handels jetzt mehr denn je. Die fairen Wertschöpfungsketten dürfen nicht zusammenbrechen und daher unterstützen wir die Initiative zu einem weltweit verbindlichen Lieferketten-Gesetz.“

Bio-Kaffee „Orgánico“ steht für gelebte Solidarität
#FairCoffeeNow: Der 1986 erste faire Bio-Kaffee auf dem deutschen Markt steht schon jahrzehntelang für gelebte Solidarität und Unterstützung in Krisenzeiten. Rohkaffee kommt zum Beispiel von der Frauengenossenschaft APROLMA aus Honduras.Die Präsidentin Dilcia Edith Vasquez und Dolores Cruz Benitez, Koordinatorin der Röstkaffeegruppe, wurden aus Honduras zugeschaltet: „Die GEPA hat uns Frauen die Türen geöffnet, um unseren Kaffee in Deutschland verkaufen zu können“, sagte die Präsidentin. Seit den Anfängen haben wir uns für die Bio-Produktion entschieden, da wir so im Einklang mit der Natur wirtschaften können. Jetzt sorgen wir uns, weil die Pandemie die Wirtschaft beeinträchtigt, vor allen in den Ländern, die unseren Kaffee abnehmen. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen in Europa und Deutschland in dieser Situation.“

Tobias Mehrländer, Sortimentsmanager Kaffee, stellte die Highlights des fairen Klassikers „Orgánico“ heraus:
„Um noch mehr Menschen für fairen Kaffee zu gewinnen, haben wir die Orgánico-Familie Mitte März erweitert für alle Zubereitungsarten vom Filterkaffee bis zum Caffé Crema und Espresso und es gibt ihn jetzt auch in der nachhaltig und klimaneutral produzierten Kaffeekapsel – ohne Aluminium und Plastik. Die Orgánico-Mischung ist auch besser fürs Klima, da sie CO2-neutral produziert wurde. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir solche fairen Sortimente, die sowohl Stabilität für unsere Handelspartner bieten als auch den veränderten Kundenbedürfnissen entgegenkommen.“

Weitere Informationen:
Unter www.gepa.de/JPK-Solidaritaet-Corona finden Sie alle Informationen dazu, wie Sie den Livestream auch nach der Ausstrahlung noch ansehen können. Alle Informationen auch zur Situation der Handelspartner*innen im Globalen Süden gibt es unter www.gepa.de/Corona

Aktion #fairsorgung im GEPA-Endkundenshop
Um die Weltläden zu unterstützen, ist die GEPA Teil der Aktion #fairsorgung: Kund*innen können bei einer Bestellung im GEPA-Onlineshop für Endkund*innen ihren Weltladen angeben und dieser erhält dann einen Solidaritätsbeitrag über 10 Prozent des Bestellwertes. Infos dazu über www.gepa-shop.de und auf www.aktion-fairsorgung.de

#WeAreInThisTogether: Spendenaufruf für Handelspartner
Beim GEPA-Gesellschafter MISEREOR haben wir außerdem ein Spendenkonto eingerichtet, über das man die Produzent*innen im Globalen Süden auch über den Fairen Handel hinaus unterstützen kann: www.gepa.de/weareinthistogether

#FairCoffeeNow
Unter www.gepa.de/faircoffeenow findet man eine Musterkalkulation zum klassischen Filterkaffee Orgánico sowie Infos zum Klimathema, zu Produkten und Handelspartnern. Unter www.gepa.de/faircoffeenow/kapsel gibt es die entsprechende Musterkalkulation zur bio-fairen Kaffeekapsel und weitere Infos.

Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit 45 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis als „Deutschlands nachhaltigste Marke 2014“ und zuletzt mit TOP3 in der Kategorie „Unternehmenspartnerschaften 2020“ für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Teepartner Tea Promoters India. Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland hat sich die GEPA nach dem Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de

Mitgliedschaften:
•          World Fair Trade Organization (WFTO)
•          European Fair Trade Association (EFTA)
•          Forum Fairer Handel (FFH)

Hintergrund

Wirtschaftlichen Entwicklung Geschäftsjahr 2019

Vertriebsbereiche
Der Vertriebsbereich Weltläden und Aktionsgruppen stieg um 2,35 Prozent auf einen Umsatz von 20,3 Millionen Euro an.

Der Vertrieb Lebensmittel-, Bio- und Naturkosthandel konnte ein Umsatzplus von 5,57 Prozent auf 31,7 Millionen Euro verbuchen.

Der Vertrieb Außer-Haus-Service (z.B. Firmenkantinen oder Bildungsreinrichtungen) wuchs um 5,54 Prozent auf 8,22 Millionen Euro.

Der Onlineshop für Endkunden steigerte sich um 17,54 Prozent auf 1,78 Millionen Euro.

Der Umsatz im Bereich Ausland/Verarbeiter stieg um 28,68 Prozent auf 18,57 Millionen Euro an. (Dabei handelt es sich beispielsweise um saisonale Verschiebungen beim Rohwarengeschäft mit Verarbeitern.)

Produktgruppen: 84 Prozent Lebensmittelumsatz mit bio
Der Kaffee-Umsatz stieg um 4,2 Prozent auf 33,8 Millionen Euro. Schokolade steigerte sich um 13,5 Prozent auf 19 Millionen Euro. Der Bereich „Sonstige Lebensmittel“ wuchs um 13,7 Prozent auf 26,6 Millonen Euro. Handwerk zog ebenfalls an um 12,3 Prozent auf 1,2 Millionen Euro.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

GEPA – The Fair Trade Company
GEPA-Weg 1
42327 Wuppertal
Telefon: +49 (202) 26683-60
Telefax: +49 (202) 26683-10
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Barbara Schimmelpfennig
Pressestelle
Telefon: +49 (202) 2668360-64
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