Maßgebende Faktoren für ein Wiederanlaufen des Luftverkehrs sind laut Ralph Beisel die Lockerung von Corona-Maßnahmen, wie Grenzöffnungen, Quarantänebestimmungen und Reisewarnungen. Die ADV bedauere sehr, dass die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung entgegen ihrer Ankündigung heute noch nicht aufgehoben habe: „Der Sommerurlaub in Europa muss schrittweise wieder möglich sein – verantwortungsvoll und mit klaren Regeln. Hierfür haben die Flughäfen Standards in einem ADV-Leitfaden festgelegt und erfüllen damit die nationalen Vorgaben der zuständigen Behörden. Touristische und andere private Flugreisen in den Sommermonaten machen rund 68 Prozent Fluggäste und damit zwei Drittel Einnahmen aus. Die Rechnung ist einfach: Je länger die Krise dauere, desto mehr Existenzen stehen auf dem Spiel“, sagt ADV-Hauptgeschäftsführer Beisel.

Flughafenverband ADV: Die Corona-Krise wird weitreichende Folgen für Flugverbindungen, Tourismus und Wirtschaft haben

In der letzten Woche zählten die deutschen Flughäfen knapp 112.400 Passagiere, ein Rückgang von 97,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit bleiben die Verkehrszahlen jetzt schon in der 10. Woche um über 95 Prozent unter dem Normalniveau.

ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel kommentiert die Zahlen: "Seit drei Monaten befindet sich der Luftverkehr im Sinkflug. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erreichen die deutschen Flughäfen mit voller Wucht. Im Schnitt fehlen den Flughäfen 95 Prozent ihrer Einnahmen."

  • Seit Beginn des Covid-19 Ausbruchs Ende Februar haben die deutschen Flughäfen mehr als 50 Mio. Fluggäste verloren.
  • 80 Prozent der Mitarbeiter sind in der Kurzarbeit.
  • Die Vorhaltekosten pro Monat für die Betriebsbereitschaft belaufen sich auf 170 Mio. Euro.
  • Die Umsatzeinbußen belaufen sich auf 500 Mio. Euro pro Monat.

Der Flughafenverband ADV warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen für die regionale Wirtschaft und den Tourismus durch den Wegfall von Flugverbindungen. „Flughäfen sind die Visitenkarte von Regionen und Ländern. Als integraler Bestandteil von Prozessketten sind sie eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung verflochten. Noch kann niemand den Schaden für die exportabhängige Wirtschaft und die von der Luftfahrt abhängigen Unternehmen genau beziffern. Zumal Ausmaß und Dauer der Epidemie offen sind. Klar ist allerdings, dass alle ADV-Flughäfen mit den Folgen des Shutdown noch viele Jahre zu kämpfen haben werden.

Flughäfen in Deutschland vor Rezession nie gekannten Ausmaßes

Ralph Beisel warnt: „Die Flughäfen stehen mit dem Rücken an der Wand. Ob Beschäftigte bei den Flughäfen, den Bodenverkehrsdienstleistern oder in der Logistik, alle Dienstleistungsunternehmen rund ums Vorfeld oder in den Terminals sind nachhaltig von der Corona-Krise betroffen. Während Airlines ihre berechtigten Forderungen nach Staatshilfen vorgebracht haben, fehlen weiterhin flughafenspezifische Unterstützungsprogramme. Das ist die traurige Wahrheit”.

Als Teil der kritischen Infrastruktur spielen die Flughäfen in der aktuellen Corona-Krise eine wichtige Rolle. Normalerweise sind die Airports das „Tor hinaus in die Welt“. In Pandemie-Zeiten geht es darum, Kranke aus dem In- und Ausland zu versorgen, gestrandete Passagiere nach Hause kommen zu lassen und wichtige Waren, wie Medikamente und Masken zu transportieren. „Im Interesse unseres Landes sind weiterhin alle Flughäfen – ob groß oder klein – im Betrieb und anfliegbar“, betont Beisel.

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