Studie OpinionTRAIN belegt starke erwartete Veränderungen in der Gesellschaft – besonders in Schweden / Deutschland mit ambivalenter Bewertung der Auswirkungen auf die Gesellschaft / In allen vier untersuchten Ländern ist die Unterstützung für ein bedingungsloses Grundeinkommen sehr hoch / Bedingungsloses Grundeinkommen mit besserer Beurteilung als die aktuellen Maßnahmen der Regierung

Die veränderten Rahmenbedingungen und die Existenzängste der Bevölkerung führen dazu, dass ein Konzept erneut diskutiert wird, welches in Deutschland bisher nicht ernsthaft untersucht oder als Alternativkonzept bewertet wurde: Das bedingungslose Grundeinkommen. Das Konzept sieht vor, dass prinzipiell jedem, ob arm oder reich, alt oder jung, mit Familie oder ohne, ein einheitliches Einkommen (deutlich über dem heutigen Niveau der Sozialhilfesätze) zusteht. Wenn die Beschlüsse der spanischen Regierung aus dem April 2020 umgesetzt werden, wäre Spanien das erste europäische Land, in dem ein bedingungsloses Grundeinkommen (zumindest in Ansätzen) dauerhaft gezahlt wird. Speziell soll es in Spanien Familien dabei unterstützen, durch die Coronavirus-Krise zu kommen. Finnland hatte zwischen 2017 und 2019 mit diesem Instrument experimentiert, die Testphase wurde aber nach zwei Jahren (erste Evaluationswelle, nur Test mit Arbeitslosen) beendet. In der Regel wird dem Konzept entgegengehalten, dass es nicht finanzierbar ist, nicht an der Bedürftigkeit ausgerichtet ist oder die falschen Signale setzt. Die Befürworter sehen das bedingungslose Grundeinkommen als Maßnahme zur Sicherung des Wohlstands, als notwendigen Schritt zur Veränderung des Arbeitsmarktes sowie als Instrument zur Anhebung der Zufriedenheit in der Bevölkerung und des positiven Lebensgefühls.

„Bisher wurden die Diskussionen zum bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland schnell beendet, weil dem Umfang der dazu erforderlichen Veränderungen keine gesellschaftliche Tragfähigkeit beigemessen wurde bzw. der politische Wille fehlte, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Welt hat sich in den letzten drei Monaten allerdings dramatisch verändert, sodass man auch über eine nachhaltige Veränderung unseres Sozialsystems nachdenken sollte“, betont Johannes Hercher, Vorstand der Rogator AG und Co-Autor der Studie OpinionTRAIN.

Die Ergebnisse der Studie im Überblick:

Studie OpinionTRAIN belegt starke erwartete Veränderungen in der Gesellschaft – besonders in Schweden

In der Studie wurde zunächst erfasst, ob die Befragten von nachhaltigen Veränderungen durch die Corona-Krise ausgehen. Dies ist bei 70 % der Fall. Länderspezifisch ergeben sich klare Unterschiede (86 % in Schweden, 73 % in der Schweiz, 68 % in Deutschland und 67 % in Österreich). In der Regel werden verschiedene Bereiche genannt, die von nachhaltigen Veränderungen betroffen sein werden – so steht in Schweden das Thema Arbeit an erster Stelle (58 %), gefolgt von Gesundheit (50 %) und Soziales/Gesellschaft (48 %). In Deutschland erreichen gleich vier Bereiche eine ähnlich häufige Nennung: Arbeit (42 %), Gesundheit (41 %), Konsum/Einkauf (41 %) und Soziales/Gesellschaft (40 %). Im Mittel nennen die deutschen Befragten knapp drei Bereiche mit erwartet nachhaltigen Veränderungen.

Deutschland mit ambivalenter Bewertung der Auswirkungen auf die Gesellschaft

Die Analyse der offenen Nennungen zu den Gründen für nachhaltige Veränderung im Bereich Soziales unterstreicht, wie stark die Corona-Krise die Wahrnehmung der Bevölkerung beeinflusst und wie stark sich auch Ängste manifestiert haben. So geben 17 % der Befragten als Grund eine Vergrößerung der physischen Distanz zu Mitmenschen an, aber auch die Verringerung der Kontakthäufigkeit. Stark ambivalent sind die Bewertungen hinsichtlich der Aspekte „stärkerer Zusammenhalt/mehr Solidarität“ (27 %) vs. „Spaltung der Gesellschaft/stärkerer Egoismus“ (22 %). Diesbezüglich ergeben sich nicht nur in Deutschland zwei klare Pole, auch in Österreich und der Schweiz ist dies feststellbar. Zusätzlich sehen die Befragten eine stärkere Rolle des Staates, zum Beispiel im Bereich der sozialen Sicherung.

In allen vier untersuchten Ländern ist die Unterstützung für ein bedingungsloses Grundeinkommen sehr hoch

Aufgrund der Sorgen großer Teile der Bevölkerung hinsichtlich der sozialen Absicherung sowie der in der Öffentlichkeit wieder aufkommenden Diskussion zum bedingungslosen Grundeinkommen wurden die Befragten um Einschätzung zu diesem Konzept gebeten („jeder Bürger unabhängig von seinem Einkommen erhält einen festen Geldbetrag pro Monat“). Für alle vier untersuchten Länder kann ein klares positives Votum für eine entsprechende Grundsicherung bestätigt werden. Beispielsweise geben in Deutschland 50 % der Befragten an, sie unterstützen das Konzept, 21 % sprechen sich dagegen aus und 29 % sind unentschlossen. Wichtig ist dabei auch, dass sich eine durchgehend positive Bewertung unabhängig von Alters- und Einkommensklassen ergibt (auch wenn das Verhältnis der Befürworter zu den Ablehnern in der Klasse < 30 Jahre besonders hoch und bei mehr als 4.000 EUR Haushaltsnettoeinkommen relativ geringer ist). Selbst die Schweizer, die sich vergleichsweise kritisch äußern, favorisieren mit 42 % das bedingungslose Grundeinkommen (30 % Ablehner).

Bedingungsloses Grundeinkommen mit besserer Beurteilung als aktuelle Maßnahmen der Regierung

Um zusätzlich zur absoluten Bewertung auch eine relative Beurteilung zu erhalten, wurde das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens mit den aktuellen Maßnahmen der einzelnen Regierungen verglichen. In Deutschland favorisieren 44 % der Befragten das bedingungslose Grundeinkommen. 17 % sprechen sich für die aktuellen Maßnahmen der Regierung aus. Ähnliche Ergebnisse lassen sich auch für Österreich, die Schweiz und Schweden ausweisen.

„Die aktuelle Studie ist zwar nicht die erste, die eine hohe Präferenz der Bevölkerung für das bedingungsloses Grundeinkommen bestätigt, sie unterstreicht aber zum einen eine aktuell verstärkte Unterstützung in Zeiten der Corona-Krise und zum anderen eine breite Befürwortung in unterschiedlichen Teilgruppen der Gesellschaft“, resümiert Prof. Dr. Andreas Krämer, CEO der exeo Strategic Consulting AG und Professor an der University of Applied Sciences in Iserlohn als Co-Autor der Studie OpinionTRAIN.

Kostenfreier Studienbericht: https://www.rogator.de/app/uploads/2020/05/Studienbericht_Roga-tor_exeo_OpinionTRAIN-2020_Bedingungsloses-Grundeinkommen.pdf

 

Hintergrund der Studie: „OpinionTRAIN“ ist eine repräsentativ angelegte Studie zur Bewertung von Trends und des Wertewandels in der Bevölkerung (Kooperation von der Rogator AG und der exeo Strategic Consulting AG). Grundlage der Untersuchung ist eine Online-Befragung von 2.500 Personen (18 – 80 Jahre) in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden.

Über die Herausgeber der Studienreihe „OpinionTRAIN“

Rogator AG

Die Rogator AG steht seit 20 Jahren für leistungsstarke Software und erfolgreiche Online-Forschung. Erfolgsgarant des Unternehmens ist dabei die Kombination aus zuverlässigen Softwareprodukten, fundierten methodischen Kenntnissen im Online-Kunden- und Mitarbeiterfeedback sowie einem umfassenden Full-Service-Angebot: „Combined Competence“ für jedes Befragungsprojekt.

Getreu der Philosophie „more than you ask for“ denkt Rogator dabei immer einen Schritt weiter für maximale Kundenorientierung sowie innovative, maßgeschneiderte und sichere Lösungen. Qualität und Datenschutz bilden dabei die Basis des Handelns. Johannes Hercher ist Vorstand der Rogator AG.

exeo Strategic Consulting AG

Die exeo Strategic Consulting AG mit Sitz in Bonn wurde im Jahr 2000 gegründet und ist auf die datenbasierte Entscheidungsunterstützung im Marketing ausgerichtet. Schwerpunkte der Beratungsgesellschaft liegen im Bereich Mobilitäts-, Kundenwert- und Preismanagement. Zur Erarbeitung konkreter Empfehlungen setzt exeo auf die Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen, zu denen auch innovative Befragungen zählen. Prof. Dr. Andreas Krämer ist Vorstandsvorsitzender der exeo Strategic Consulting AG in Bonn und unterrichtet u.a. Preismanagement, CRM, Marktforschung und Statistik an der University of Applied Sciences Europe, Fachbereich Wirtschaft in Iserlohn. Seit 2014 hat er eine Professur für Pricing und Customer Value Management.

Die Studienreihen „OpinionTRAIN“, „Pricing Lab“ und „MobilitätsTRENDS“ sind Kooperationsprojekte der Rogator AG und der exeo Strategic Consulting AG.

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