• Ost-Ausschuss gründet neuen Arbeitskreis „Fachkräftesicherung“
  • Sprecher ist Enrico Rühle, Vorstand der Festo Didactic SE
  • Konzepte zur Weiterqualifizierung und Unternehmenspartnerschaften

Am 8. Oktober 2020 traf sich der neue Arbeitskreis Fachkräftesicherung des Ost‑Ausschusses der Deutschen Wirtschaft online zu seiner Gründungssitzung. Er wird sich ab sofort mit einem drängenden Thema beschäftigen, das Deutschland und die Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas gleichermaßen betrifft: dem zunehmenden Fachkräfte- und Spezialistenmangel. Trotz einer durch die Corona-Krise bedingten, aktuellen Zunahme der Arbeitslosigkeit zählt das Thema weiterhin zu den größten Innovations- und Wachstumshemmnissen für die Mitglieder des Verbandes sowie für die Wirtschaft insgesamt.

„Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten seinen gravierenden Fachkräftemangel teilweise durch Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa ausgleichen können, wo es lange einen Arbeitskräfteüberschuss gab. Dieses Bild hat sich fundamental gewandelt. Der Fachkräftemangel ist zu unserem gemeinsamen Problem geworden, für das wir dringend Lösungen finden müssen“, betont der Vorsitzende des Ost-Ausschusses Oliver Hermes (President & CEO Wilo Gruppe). „Geburtenschwache Jahrgänge und die weiterhin zu beobachtende Abwanderung aus Mittel- und Osteuropa verschärfen die Lage auf den örtlichen Arbeitsmärkten. Auch deutschen Unternehmen, die dort in den vergangenen drei Jahrzehnten stark investiert haben und überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen anbieten können, fällt die Neu- und Nachbesetzung von Stellen immer schwerer“, so Hermes. Das von der Bundesregierung eingeführte Fachkräftezuwanderungsgesetz, das eine erleichterte Arbeitsaufnahme für Fachkräfte aus bestimmten Ländern in Deutschland vorsieht, könnte diese Engpässe sogar noch verschärfen.

Interessenausgleich zwischen Deutschland und der Region

Enrico Rühle, Vorstandsvorsitzender der Festo Didactic SE und Sprecher des Arbeitskreises, nennt denn auch „den Interessenausgleich zwischen Deutschland und den 29 Partnerländern des Ost-Ausschusses“ als eines der wichtigsten Arbeitsziele. „Die Einwanderung nach Deutschland darf nicht automatisch Lücken andernorts reißen. Gerade die innovativen und kreativen Köpfe sind für die Länder entscheidend für eine positive wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen“, so Rühle. „Der beste Ansatzpunkt, den wir gemeinsam haben, ist das Thema Weiterqualifizierung. An erfolgreichen Konzepten dazu sind alle Länder der Region stark interessiert.“ Enge Partnerschaften zwischen deutschen Unternehmen, der regionalen Wirtschaft und Ausbildungseinrichtungen vor Ort trügen zur Lösung bei. Dass der Ost-Ausschuss mit seinen Mitgliedsunternehmen hier bereits über eine breite Expertise verfügt, zeige das Zoran Djindjic Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans, das seit 17 Jahren erfolgreich läuft und mit dessen Hilfe mehr als 800 junge Nachwuchskräfte aus den Ländern des Westlichen Balkans und Kroatien in deutschen Unternehmen weitergebildet wurden. Viele von diesen sind in der Wirtschaft ihrer Heimatländer heute in Schlüsselpositionen tätig.

Zusätzlich zur Weiterqualifizierung engagierter Berufseinsteiger seien Faktoren wie ein modernes Schulsystem, ein funktionierendes und qualitativ hochwertiges Gesundheitswesen oder eine funktionierende Verwaltung entscheidend. Nur so blieben die Standorte attraktiv für ausländische und nationale Unternehmen. „Ausgehöhlte Gesellschaften und ausblutende Länder würden schnell auch zu einem großen Risikofaktor für die ganze Europäische Union“, werden“, betont Rühle. „Wir sitzen alle im gleichen Boot.“

Über Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft

Der "Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (gegründet 1952) fördert die deutsche Wirtschaft in den 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens. Der deutsche Osthandel steht insgesamt für rund ein Fünftel des gesamten deutschen Außenhandels und ist damit bedeutender als der Handel mit den USA und China zusammen. Der Ost-Ausschuss hat rund 350 Mitgliedsunternehmen und -verbände und wird von sechs Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft – BDI, BGA, Bankenverband, DIHK, GDV und ZDH – getragen.

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