Analysten und Investoren diskutieren derzeit, ob wir nach Jahrzehnten des rückläufigen Inflationsdrucks wieder zu einem inflationären Umfeld zurückkehren. Eines ist sicher: „Wenn die Angst vor einer Hyperinflation wächst, hat das deutliche Implikationen für die Finanzmärkte, sagt Ben Leyland, Fondsmanager des JOHCM Global Opportunities Fund bei J O Hambro Capital Management. 

Kommt es nach so langer Zeit wieder zu einer Inflation, wird die Angst vor einer Hyperinflation, also erheblichen Preissteigerungen groß sein. „Die Folge wäre: Aktien und Anleihen würden positiv miteinander korrelieren. Damit würden Multi-Asset-Portfolios ihre natürliche Absicherung verlieren und Anleihenproxys würden nicht mehr als Ballast in einem Aktienportfolio funktionieren“, sagt Leyland.

Gleichzeitig würden viele Unternehmen unter Margendruck leiden, da ihnen die Preissetzungsmacht fehle, um die Kosteninflation auszugleichen (wenn der Rückenwind durch Löhne, Steuern und Zinssätze zu Gegenwind wird, dann sinken auch die Unternehmensgewinne als Prozentsatz des BIP), so der Fondsmanager. Ein Anstieg der Zinssätze würde auch Probleme für Unternehmen mit sich bringen, die überzogene Bilanzen refinanzieren müssen. „Wobei es auch Stimmen gibt, die argumentieren, dass die finanzielle Repression die Realzinsen sehr negativ halten würde, indem sie einen zu starken Anstieg der Zinsen verhindert“, meint Leyland. Infolgedessen würde die Aktienselektion wichtiger werden. „Aktive Anleger wären gegenüber passiven Anlegern im Vorteil, und das Pendel würde von den extremen Pro-US- und Pro-USA-Wachstumspositionen, die es in diesem Jahr erreicht hat, zurückschwingen. Damit würde das Argument, dass niedrige Zinsen hohe Multiplikatoren für knappe Wachstumswerte rechtfertigen, unterminiert werden.“

„Unsere Priorität bleibt daher die Minderheit der Unternehmen, die über eine echte Preissetzungsmacht verfügen, sei es aufgrund von Wettbewerbsvorteilen oder weil sie durch Verträge oder regulatorische Strukturen explizit an die Inflation gekoppelt sind (z.B. Versorger und Contract-Caterer). Darüber hinaus sind wir auf der Suche nach Rohstoffproduzenten mit der richtigen Kombination aus kostengünstiger Produktion, starker Bilanz, ESG Compliance und angemessener Bewertung“, erläutert Leyland.

Eine interessante Rolle spielten Banken in der Diskussion um die Folgen einer Inflation. „Viele Finanzmarktkommentatoren argumentieren, dass eine höhere Inflation mit höheren Zinsen und einer steileren Renditekurve zu höheren Bankgewinnen und letztlich zu einer Neubewertung von Bankaktien (ausgehend von den derzeit sehr niedrigen Kurs-Buchwert-Verhältnissen) führt.“ Tatsächlich waren Finanzwerte einer der Sektoren mit der schlechtesten Performance in den letzten zehn Jahren und sie sind eine große Komponente des "Value"-Index. Leyland sieht das kritisch: „Niedrige Renditen spiegeln letztlich einen Mangel an Preissetzungsmacht wider. Außer in einigen wenigen Märkten konnten die Spreads für Vermögenswerte nicht ausgeweitet werden, um den Einbruch der Spreads für Verbindlichkeiten auszugleichen. Sparer könnten von steigenden Zinsen (durch steigende Einlagenzinsen) mehr profitieren als Aktionäre. „Wie üblich wird eine strategische Selektion unerlässlich sein“, so Leyland.

Ein kurzfristiger Inflationsausblick ist laut dem Fondsmanager angesichts des komplexen Zusammenspiels von gestörtem Angebot und eingeschränkter Nachfrage im Zuge von Corona schwer vorhersehbar. Die unmittelbaren Auswirkungen des Lockdowns seien deflationär, so dass man erwarten könne, dass die Wiederaufnahme der Arbeit von einem Anstieg der Inflation begleitet wird. Wichtiger sei für die strategische Positionierung von Investoren jedoch ohnehin der langfristige Ausblick. Und hier sprächen eine Reihe von Gründen für eine Rückkehr der Inflation – wie die expansive Fiskalpolitik und die moderne Geldtheorie (MMT) als Reaktion auf Covid-19, die Demografie (US-Babyboomer, sinkende chinesische Erwerbsbevölkerung), die De-Globalisierung und ein Mangel an Investitionen in neue Produktionskapazitäten, insbesondere seit 2015 im Rohstoffsektor. Leyland: „Wir sollten uns all dieser Argumente bewusst sein und sie sehr ernst nehmen.“

Über J O Hambro Capital Management Ltd

J O Hambro Capital Management Limited (JOHCM) ist ein aktiver Vermögensverwalter im Stil einer Investment-Boutique mit Sitz in Großbritannien. In der Unternehmenskultur liegt der Fokus von JOHCM auf guten Anlageergebnissen. Das verwaltete Vermögen in Aktienfonds und Spezialmandaten beträgt 33 Mrd. EUR. Mit einem breiten Angebot an Aktienstrategien deckt JOHCM Großbritannien, die USA, Kontinentaleuropa, Asien, Japan, Global/International und die Schwellenländer ab. Angeboten wird auch ein globaler Multi-Asset Value-Ansatz. Zur besseren Wahrung der Chance auf langfristige Spitzenergebnisse wird das Fondsvolumen nach oben begrenzt.

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