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• Die Leistungsbilanz wies im Dezember 2020 einen Überschuss von 37 Mrd € auf (nach 25 Mrd € im Vormonat).
• Der Leistungsbilanzüberschuss betrug im Gesamtjahr 2020 248 Mrd € (2,2 % des BIP des Euroraums), verglichen mit einem Überschuss von 281 Mrd € (2,3 % des BIP des Euroraums) im Jahr 2019.
• In der Kapitalbilanz beliefen sich die Nettokäufe ausländischer Wertpapiere durch Ansässige im Euro-Währungsgebiet im Jahr 2020 auf insgesamt 644 Mrd €, während der Nettoerwerb von Wertpapieren aus dem Euroraum durch Ansässige außerhalb des Euro-Währungsgebiets bei 164 Mrd € lag.

Die Leistungsbilanz des Eurogebiets wies im Dezember 2020 einen Überschuss von 37 Mrd € auf, was einer Erhöhung um 12 Mrd € gegenüber dem Vormonat entspricht (siehe Abbildung 1 und Tabelle 1). Dahinter standen Überschüsse im Warenhandel (38 Mrd €), bei den Dienstleistungen (11 Mrd €) und beim Primäreinkommen (1 Mrd €). Ausgeglichen wurde dies teilweise durch ein Defizit beim Sekundär-einkommen (14 Mrd €).

Im Jahr 2020 wies die Leistungsbilanz einen Überschuss von 248 Mrd € (2,2 % des BIP des Euroraums) auf, verglichen mit einem Überschuss von 281 Mrd € (2,3 % des BIP des Euroraums) im Jahr 2019. Verantwortlich für diesen Rückgang waren geringere Überschüsse bei den Dienstleistungen (36 Mrd € nach 59 Mrd €) und beim Primäreinkommen (28 Mrd € nach 45 Mrd €), aber auch ein höheres Defizit beim Sekundäreinkommen (159 Mrd € nach 152 Mrd €). Diese Entwicklungen wurden durch einen höheren Überschuss beim Warenhandel (343 Mrd € nach 328 Mrd €) teilweise ausgeglichen.

Bei den Direktinvestitionen tätigten Ansässige im Euro-Währungsgebiet im Jahr 2020 Nettoinvestitionen außerhalb des Euroraums in Höhe von 46 Mrd €; im Vorjahr hatte sich der entsprechende Wert auf 25 Mrd € belaufen (siehe Abbildung 2 und Tabelle 2). Gebietsfremde tätigten im Jahr 2020 Nettoinvestitionen in Anlagen des Euroraums in Höhe von 166 Mrd € nach 97 Mrd € im Jahr 2019.

Was die Wertpapieranlagen anbelangt, so stieg der Erwerb ausländischer Schuldverschreibungen durch Gebietsansässige im Jahr 2020 per saldo auf 436 Mrd € an, nachdem er sich im Jahr 2019 auf netto 367 Mrd € belaufen hatte. Zugleich erhöhte sich der Erwerb gebietsfremder Aktien und Investmentfondsanteile durch Ansässige im Euro-Währungsgebiet per saldo auf 207 Mrd € nach 69 Mrd € im Jahr zuvor. Im Jahr 2020 erwarben Ansässige außerhalb des Euro-Währungsgebiets per saldo Schuldverschreibungen aus dem Eurogebiet im Umfang von 47 Mrd €, nachdem 2019 netto ein Erwerb in Höhe von 227 Mrd € verzeichnet worden war. Der Nettoerwerb von Aktien und Investmentfondsanteilen aus dem Euroraum durch Gebietsfremde sank unterdessen auf 117 Mrd € nach 256 Mrd € im Jahr 2019.

Beim übrigen Kapitalverkehr weiteten Gebietsansässige den Nettoerwerb von Forderungen gegenüber dem Nicht-Euroraum im Jahr 2020 auf 381 Mrd € aus (nach 239 Mrd € im Vorjahr). Die Nettoveräußerung von Verbindlichkeiten durch Ansässige im Euroraum erhöhte sich zugleich von 93 Mrd € auf 466 Mrd €.

Die monetäre Darstellung der Zahlungsbilanz (siehe Abbildung 3) zeigt, dass sich die von MFIs im Eurogebiet gehaltenen Nettoforderungen an Ansässige außerhalb des Euroraums (erweitert) im Jahr 2020 um 16 Mrd € erhöhten. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren der Überschuss in der Leistungs- und Vermögensänderungsbilanz, die Nettozuflüsse gebietsansässiger Nicht-MFIs bei den Direktinvestitionen und in geringerem Umfang deren Nettozuflüsse beim Posten Sonstige. Diese Entwicklungen wurden durch Nettoabflüsse, die gebietsansässige Nicht-MFIs bei den Wertpapieranlagen (in Aktien und Investmentfondsanteilen sowie Schuldverschreibungen) und beim übrigen Kapitalverkehr verzeichneten, teilweise ausgeglichen.

Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven erhöhte sich im Dezember 2020 auf 878,7 Mrd €, verglichen mit 859,4 Mrd € im Vormonat (siehe Tabelle 3). Zurückzuführen war dieser Anstieg vor allem auf positive Preiseffekte beim Währungsgold (23,0 Mrd €) und in geringerem Maße auf den Nettoerwerb von Währungsreserven (1,7 Mrd €). Diese Entwicklung wurde durch negative Wechselkurs-effekte (5,2 Mrd €) nur teilweise kompensiert.

Datenrevisionen
Diese Pressemitteilung enthält Revisionen der Daten für Oktober und November 2020. Diese Revisionen hatten jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die zuvor veröffentlichten Angaben.

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