Eben erteilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) dem Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Johnson & Johnson (J&J) die Zulassung für die EU. Die Entwicklungsorganisation ONE begrüßt diesen Schritt, mahnt die Pharmafirma jedoch an, sich stärker für eine gerechte Verteilung ihres Impfstoffs einzusetzen, damit alle Menschen auf der Welt Zugang dazu haben.

Karoline Lerche, Interims-Direktorin der Entwicklungsorganisation ONE Deutschland, sagt: „Der neue Impfstoff von Johnson & Johnson kann eine echte Wunderwaffe gegen die Pandemie werden. Dadurch, dass er relativ unkompliziert gelagert und verabreicht werden kann, lässt er sich auch sehr gut in Ländern einsetzen, die von Armut betroffen sind. Die US-Pharmafirma muss alles dafür tun, dass nicht nur die Menschen in Europa, sondern auf der ganzen Welt Zugang zu seinem Impfstoff erhalten – und zwar so schnell wie möglich. Wir empfehlen Johnson & Johnson dringend, mit anderen Herstellern Lizenzvereinbarungen abzuschließen, um die Produktionskapazitäten für den Impfstoff zu erhöhen. Wenn wir der Pandemie ein Ende bereiten wollen, gilt es, keine Zeit zu verlieren.” 

In seinem Impffairness-Test hat ONE sich die Länder und Pharmafirmen genauer angeschaut, die Corona-Impfstoff-Verträge abgeschlossen haben. Dabei hat ONE insbesondere analysiert, ob die etwaigen Impfstoffe auch allen Menschen zugänglich sein werden, die sie benötigen. Die Ergebnisse sind übersichtlich hier aufbereitet: https://bit.ly/35rI6y5

Das US-Unternehmen Johnson & Johnson landet hier mit 6 von 20 möglichen Punkten auf Platz 5 aller untersuchten Hersteller. Der J&J-Impfstoff kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert und transportiert werden, was einen Einsatz in ärmeren Ländern erleichtert. Zudem muss lediglich eine Dosis verabreicht werden statt der zwei Impfdosen, die bei den bereits zugelassenen Corona-Impfstoffen üblich sind. Darüber hinaus hat der US-Hersteller der internationalen Impfstoff-Allianz COVAX zehn Prozent seiner Produktion für 2021 zugesagt. COVAX setzt sich dafür ein, dass insbesondere die ärmeren Länder Zugang zu Corona-Impfstoffen erhalten. Außerdem schlägt positiv zu Buche, dass J&J für die Zeit der Pandemie zugesagt hat, keinen Profit mit seinem Impfstoff erzielen zu wollen. Ein großes Manko sind die mangelnden Produktionskapazitäten für den Impfstoff. Insbesondere mit Blick auf die Mutationen ist es entscheidend, dass der Impfstoff so schnell wie möglich allen Menschen weltweit zugänglich gemacht wird. J&J hat sich bisher nicht bereit erklärt, anderen Herstellern Lizenzen zu erteilen, damit diese dabei helfen können, die Produktionskapazitäten zu erhöhen.

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