Soziale Arbeit ist eine Investition in das Gemeinwohl unserer Gesellschaft. Denn Soziale Arbeit unterstützt Menschen in Krisensituationen. Sie eröffnet ihnen mehr Teilhabechancen und hilft, problembelastete Lebens- oder Notlagen besser bewältigen zu können. Soziale Arbeit leistet damit einen großen Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Dies stärkt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Darauf macht die Caritas Baden-Württemberg zum Tag der Sozialen Arbeit (16.03.) aufmerksam. Einer neuen Landesregierung gibt die Caritas auf den Weg, in ihren Entscheidungen die tragende Rolle Sozialer Arbeit für eine demokratische, gerechte Gesellschaft stets einzubeziehen. Soziale Arbeit macht Mut, gibt Hoffnung und schafft Perspektiven, wie die Erfahrungen aus der täglichen Arbeit zeigen.

Claudia Dressler, Allgemeine Sozialberatung der Caritas in Bietigheim-Bissingen:
„Zu mir kommen Menschen, die Hilfe in akuten Notlagen suchen. Ihre Probleme sind vielfältig: Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Trennung oder Scheidung, Wohnungsnot oder auch Konflikte am Arbeitsplatz. Diese Menschen wissen einfach nicht mehr weiter. Ich versuche mit ihnen zu klären, was am dringlichsten ist und begleite sie bei den nächsten Schritten. Ich gebe ihnen einen Raum, wo sie mit ihren Problemen gesehen und ernst genommen werden. Dabei ist mir wichtig, nicht nur bestehende oder drohende Not zu lindern, sondern für die Menschen auch längerfristige Perspektiven zu schaffen.“

Elke Brunsch, Vermittlung für Arbeitsgelegenheiten beim Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald:
„Wir vermitteln Langzeitarbeitslose mit vielen Problemen in die sogenannten 1-Euro-Jobs und leisten die sozialpädagogische Begleitung in dieser Zeit. Sie arbeiten beispielsweise in der Tafel mit oder im Stromspar-Check für Haushalte mit geringem Einkommen. Gerade jetzt, wo alle so viel Zeit zuhause verbringen müssen, profitieren die Haushalte von der kompetenten Einsparberatung durch die Stromsparhelfer. Unsere Teilnehmer*innen können ihre Fähigkeiten einbringen, erhalten Anerkennung, haben soziale Kontakte und erhalten Zugang zu einem beruflichen Netzwerk. Sie finden wieder eine Tagesstruktur und können der Einsamkeit entfliehen. Ihre persönliche Situation kann sich stabilisieren. Wenn es gut läuft, entwickeln wir mit unseren Teilnehmer*innen neue berufliche Perspektiven. Wenn es nicht so gut läuft, stehen wir ihnen bei Rückschlägen zur Seite und suchen mit ihnen nach Alternativen.

Daniela Freifrau von Suesskind-Schwendi, Katholische Schwangerschaftsberatung Ulm; Brigitte Dom, Katholische Schwangerschaftsberatung Biberach:
„Manche Frauen oder junge Familien stürzt die Schwangerschaft in eine finanzielle Krise, weil zu wenig Geld da ist für die nötige Erstausstattung für das Baby. Wenn nach der Geburt dann noch ein Gehalt wegfällt, sind sie von Verschuldung und Armut bedroht. In der Schwangerschaftsberatung erhalten sie konkrete Informationen über ihre sozialrechtlichen Ansprüche, um ihre Existenz zu sichern.“ – „Die Ratsuchenden sind häufig auch mit anderen Nöten belastet: Angst vor der Verantwortung für ein Kind, noch nicht gefestigte oder belastete Partnerschaft, wenig Unterstützung aus der Herkunftsfamilie, Überschuldung, Sucht eines Elternteils. Diese emotionale Belastung der Eltern wirkt sich auch wesentlich auf ihre Fähigkeit aus, in eine gute Beziehung zum Kind zu gehen. Diese frühe Bindung ist wiederum eine wesentliche Voraussetzung für die spätere Resilienz des Kindes, auch mit schwierigen Situationen umgehen zu können.“

Bernhard Birmans, Schuldnerberatung beim Caritasverband Lahr:
„Durch Corona bedingte Einkommensminderungen und die Verkürzung der Restschuldbefreiung bei einer Insolvenz auf drei Jahre ist die Zahl der Anfragen bei unserer Schuldnerberatung gestiegen. Wir helfen unseren Klient*innen dabei, Übersicht über die eigenen Schulden zu gewinnen, den Alltag besser abzusichern und zeigen ihnen Wege aus der Verschuldung auf. Unsere tägliche Arbeit umfasst persönliche Gespräche, Abstimmungen per Telefon und Mail, Ausstellen von Pfändungsschutz-Bescheinigungen, Online-Beratung, Formulieren von Entschuldungsvorschlägen und Vorbereiten auf eine Insolvenz. Wir erleben, dass Schuldner*innen neuen Mut fassen und aktiv werden, ihr Leben verantwortlich zu gestalten.“

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