Die Politik tappt noch immer im Dunkeln, wenn es um den Schutz der Dunkelheit geht, hat die Reduktion der Lichtverschmutzung und den Verlust der Nacht steht so gut wie nicht im Fokus, kritisierte Conrad Fink, Naturschutzexperte der Umweltstiftung NatureLife-International. Nach Einschätzung von NatureLife ist das Bewusstsein für die Problematik bisher äußerst schwach ausgebildet und es bestehen häufig rechtliche und technische Unsicherheiten beim Umgang mit Kunstlicht und fachliche Kenntnisse zur Umsetzung geeigneter Gegenmaßnahmen.

Die Stiftung NatureLife-International ruft deshalb zu mehr Aufklärung und wirksamen Gegenmaßnahmen auf.

In einer aktuellen Mitteilung verweist die Umweltstiftung jetzt darauf hin, dass unser Planet durch künstliche Beleuchtung immer heller wird. „Dies ist eine große Gefahr für die biologische Vielfalt“, konstatiert NatureLife Naturschutzexperte Conrad Fink.

So sei auf der Grundlage von Satellitendaten eine weltweite Zunahme der nächtlich beleuchteten Fläche und der Beleuchtungsintensität um jeweils etwa zwei Prozent pro Jahr festzustellen. Wenn das so weitergehe, gebe es noch mehr Verluste von Gebieten mit „echter Nacht“, beklagt die Stiftung.

So weisen die meisten Bundesländer steigende Werte sowohl für die beleuchtete Fläche als auch für die Intensität der Beleuchtung aus. „Diese Entwicklungen sind überall in Deutschland vor allem in den Ballungsräumen festzustellen“, so Fink.

Die stets hell erleuchtete 24-Stunden-Gesellschaft präge zunehmend unser Leben. Durch den Preisverfall von LED-Lampen werde mittlerweile auch im Privatbereich über die Maßen Licht eingesetzt. Die Erhellung der Nacht durch künstliches Licht hat viele dunkle Seiten: Direkte Blendung, Lichtglocke (sky glow), Energievergeudung, Aufheizung des Klimas, Veränderung der Nachtlandschaften, Auswirkungen auf Ökosysteme, Ortsbilder und die menschliche Gesundheit. Dazu NatureLife Experte Conrad Fink: „Moderne Menschen werden von zu viel und falsch eingesetztem Kunstlicht beeinträchtigt“. Für die Erkenntnisse zum Funktionieren der circadianen Uhr (Schlaf-Wach-Rhythmus) im Zellkern der Menschen wurde 2017 der Medizinnobelpreis verliehen.

Viele Menschen hätten bemerkt, dass sie unter den Lichtglocken der Städte und Gemeinden den Sternenhimmel nicht mehr sehen können. Die Kommunen sind aufgerufen, dem massiv entgegenzuwirken, fordert NatureLife und verweist auf die negativen Auswirkungen auf das Leben.

Ein hoher Anteil der Tiere ist nacht- bzw. dämmerungsaktiv, etwa 30 % der Wirbeltiere und über 60 % der Wirbellosen. Diese Arten werden durch die Lichtverschmutzung massiv beeinträchtigt. Stichwort: Insektensterben. Vögel brüten nicht in solchen Büschen und Bäumen, die mit Kunstlicht nachts angestrahlt werden. „Ebenso verlassen Fledermäuse angeleuchtete Quartiere, etwa  im Bereich von Burgen, Schlössern, Burgruinen, Kirchen und anderen historischen Gebäuden. So sind sie zu kräftezehrenden Umwegen gezwungen,“ betont NatureLife Naturschutzexperte Conrad Fink.

Das Thema Lichtverschmutzung fand in der Stadt- und Landschaftsplanung bisher vergleichsweise wenig Beachtung. Nach Angaben von NatureLife rüsten derzeit viele Kommunen oder Straßenbauämter ihre Lichtanlagen von insektenverträglichen gelben Natriumdampflampen auf die helleren LED-Lampen um. Dies bringe zwar eine Einsparung an Energie, führe aber zu einer höheren Lichtemission und sei in der Regel weniger insektenverträglich, wenn ein Lichtspektrum mit einem hohem Blauanteil gewählt wird. Hier seien dringend Korrekturen angesagt, so Hutter.

Wie die Umweltstiftung NatureLife betont, existieren mittlerweile zahlreiche Handlungsanleitungen und es gebe genügend technisches Knowhow um den nächtlichen Einsatz von Licht umweltverträglicher zu gestalten. Ebenso wurden technische Anforderungen an benötigtes Kunstlicht festgelegt und wie diese mit derzeitiger Rechtslage wirksam in der Genehmigungspraxis berücksichtigt und damit verbindlich umgesetzt werden können; z.B. in Bebauungsplänen auf der Rechtsgrundlage des BauGB.

So darf künstliches Licht eigentlich nur eingesetzt werden, wo es begründet notwendig ist. Um Überbeleuchtung zu vermeiden, darf nur die mindestens für den Bedarf notwendige Lichtmenge eingesetzt werden, welche vom Nutzungsverhalten abhängig ist.

Die Leuchtdauer sollte durch Schalter, Zeitschaltuhren, Bewegungsmelder, SmartHome Techniken auf die Nutzungszeit begrenzt werden. So wird Energie besonders effektiv gespart und unnötiger Lichtverschwendung vorgebeugt.

Zur Vermeidung ungerichteter Abstrahlung seien daher voll abgeschirmte Leuchten einzusetzen, welche nur auf die Nutzfläche und nicht in Umgebung oder Himmel abstrahlen.

Es sind nur Leuchtmittel mit geringem Ultraviolett (UV)- und Blauanteilen zu verwenden, daher soll nur bernsteinfarbenes bis warmweißes Licht mit Farbtemperaturen 1800 bis 2700 Kelvin, max. 3000 Kelvin eingesetzt werden. Die Lichtpunkthöhen sind möglichst niedrig zu halten. Werbebeleuchtung und Anstrahlungen großer Flächen sind auf das Nötigste zu begrenzen.

Die Stiftung NatureLife-International verweist auf die gesetzlichen Regelungen und die zahlreichen Handreichungen und Arbeitshilfen und fordert deren zügige Umsetzung ein. 

Es sei überfällig, dass die Politik das Thema ernst nehme.

Über NatureLife-International

NatureLife-International – Stiftung für Umwelt, Bildung und Nachhaltigkeit engagiert sich international mit praktischen Modell-Projekten für die Verknüpfung von Klimaschutz, Biodiversitätsbewahrung und Armutsbekämpfung durch Wiederaufforstung früher abgeholzter Regenwälder in den Tropen. Weitere Schwerpunkte gelten Initiativen und Bildungsprojekten zur Renaturierung und Biotopvernetzung in Deutschland, in verschiedenen Regionen Europas, Asien und Afrika.

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