HWG LU legt Konzept zur Wiederöffnung der Hochschule nach Corona-Zwangspause vor: Spätestens zum Wintersemester 2021/2022 möchte die Hochschule ihre Studierenden auf den Campus zurückholen und Präsenzlehre in größerem Umfang ermöglichen. Bereits im laufenden Sommersemester sollen mit Öffnung der Bibliothek und online buchbaren Lernplätzen erste Öffnungsschritte erfolgen.

Der Senat der Hochschule hat in seiner letzten Sitzung am 2. Juni 2021 ein Konzept beschlossen, das möglichst viele Veranstaltungen und Vorlesungen in persönlicher Präsenz vor Ort ermöglicht. In Abhängigkeit von Fachbereich und Studiengang sind nach derzeitigem Planungsstand für jeden Studierenden bis zu vier Präsenztage pro Woche vorgesehen. „Wir alle, Studierende wie Lehrende, haben uns bewusst für eine Präsenzhochschule entschieden. Gute Lehre lebt auch vom persönlichen Austausch untereinander. Unser Öffnungskonzept ist eine frühzeitige Botschaft der HWG LU an ihre Studierenden und alle sonstigen Hochschulmitglieder, die gleichzeitig Planungssicherheit mit Offenheit für Kreativität verbindet und ein Signal der Hoffnung und des Willkommenseins aussendet“, so Hochschulpräsident Prof. Dr. Peter Mudra. „Präsenzlehre ist nicht nur eine Frage der Didaktik. Sie ist für Studierende die Grundlage des Studierendenlebens, denn sie bringt die jungen Leute zusammen. Nur so wird es möglich, neue Menschen kennenzulernen und das Studium tatsächlich als positiven Lebensabschnitt zu erfahren“ ergänzt Dekan Prof. Dr. Klaus Blettner, unter dessen Leitung das Konzept entwickelt wurde.

Die Semesterplanung beginnt üblicherweise circa fünf Monate vor Vorlesungsbeginn – ein  langer Prozess in Zeiten der Pandemie. Es stellen sich viele Fragen: Wer wird Ende September alles geimpft sein? Wer von den Lehrenden? Wie viele der Studierenden? Wird man ansonsten weiterhin einen Test benötigen, um vor Ort dabei zu sein? Werden die Abstandsregeln noch gelten? Insbesondere die letzte Frage ist für die Planung zentral, denn mit den Abstandsregeln reduzieren sich die ohnehin schon knappen Raumkapazitäten beträchtlich. Eine extra eingerichtete Arbeitsgruppe, in der insbesondere auch zahlreiche Studierende, aber natürlich auch Dozierende, Mitarbeitende der Verwaltung und der Personalrat eingebunden waren, hat unter dem Titel „Reboot“ hier eine innovative Lösung entwickelt. Jeder Fachbereich hat an einem Wochentag priorisierten Zugriff auf die Räume am Hauptcampus in der Ernst-Boehe-Straße. So ist sichergestellt, dass Studierende ihre komplette Semestergruppe möglichst jede Woche sehen. Die weiteren Präsenztage werden mit den Kapazitäten geplant, als würden keine Abstandsregeln mehr gelten. Sind diese zu Semesterbeginn doch noch gültig, werden die dann reduzierten Präsenzplätze wöchentlich für die Studierenden im Internet buchbar sein. Regelmäßig sollen die Studierenden, die nicht vor Ort sein können, möglichst an allen Veranstaltungen im Wintersemester auch per Zoom online teilnehmen können. Als erste Öffnungsschritte sollen noch im laufenden Sommersemester bereits die Bibliothek und weitere Lernplätze wieder für die Studierenden zugänglich gemacht werden. Auch hier können Plätze dann online reserviert werden.

Mit Blick auf die Vielfalt der Studiengänge soll die Entscheidung, inwieweit die Rückkehr in die Präsenz im Wintersemester zum Tragen kommen kann, dezentral erfolgen. So gilt es, gerade in den Bereichen ‚Pflege‘ und ‚Soziale Arbeit‘ die besonderen Anforderungen zu berücksichtigen, die sich aus dem beruflichen Umfeld ergeben.

Die Resonanz bei den Studierenden auf die „Reboot“-Pläne ist sehr positiv: „Alle studentischen Senatsmitglieder stehen hinter dem Konzept. Es tut gut zu sehen, wie sehr die Interessen der Studierenden bei den Entscheidungen der Hochschule gerade in der Pandemie immer wieder berücksichtigt werden“ so Bachelorstudierende Anika Werner, die selbst an dem Konzept zum Wiederhochfahren der Präsenzangebote mitgearbeitet hat.

„Für die gesamte Leitung der Hochschule möchte ich feststellen, dass wir seit Beginn der Pandemie verantwortungsbewusst, aber immer auch im Interesse unserer Studierenden und Beschäftigten mit flexiblen Ansätzen vorangegangen sind“, betont Hochschulpräsident Mudra. „Mit dieser klaren Perspektive auf die sichtbare Rückkehr zum Präsenzstudium in Ludwigshafen setzt die HWG LU auch für die Hochschullandschaft wieder einmal ein klares und wichtiges Zeichen“, zeigt er sich hinsichtlich der Tragweite der frühen Entscheidung überzeugt.

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