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  • Aerosolforscher zu Gast beim Freitagsgespräch des FSCI
  • Sechs effektive Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsrisikos in Innenräumen
  • Plexiglasscheiben schaden eher

Die Hospitality-Branche stemmt den Re-Start nach dem fast siebenmonatigen Corona-Stillstand. Sommerliches Wetter und erweiterte Außenflächen ermöglichen vielerorts schon wieder erfreuliche Umsätze mit buchstäblich „ausgehungerten“ Gästen. Doch was, wenn sich schon in wenigen Wochen der Herbst ankündigt? Wie kann ein erneuter Shutdown von Hotellerie und Gastronomie verhindert werden? Was ist nötig, um Innenräume wirklich sicher vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu machen? Der Aerosolforscher Dr. Gerhard Scheuch ist überzeugt: Nur möglichst reine Luft kann Menschen vor einer Infektion schützen. Beim Freitagsgespräch des FCSI Deutschland-Österreich erklärte der renommierte Wissenschaftler, mit welchen Maßnahmen das am besten gelingt.

Die Freitagsgespräche des FCSI Deutschland-Österreich finden seit Beginn der Pandemie regelmäßig als virtuelles Treffen für Mitglieder und interessierte Gäste statt. Diskutiert werden unterschiedliche Themen, die den Verband, seine Mitglieder und deren Kunden aus der Hospitality Branche während der Corona-Krise beschäftigen. In der vergangenen Woche war mit dem Biophysiker Dr. Gerhard Scheuch ein international anerkannter Wissenschaftler zu Gast. Er berät seit Beginn der Covid 19-Pandemie zahlreiche Institutionen, darunter auch das Robert Koch Institut (RKI). Er erläuterte in einem spannenden Austausch mit den zahlreichen Zuhörern, welche Auswirkungen Aerosole auf die menschliche Gesundheit haben, wie sie sich in Räumen verteilen und mit welchen Mitteln sich ihre Ausbreitung verhindern lässt.

Sechs Maßnahmen der Gesellschaft für Aerosolforschung

Scheuch nannte sechs von der Gesellschaft für Aerosolforschung ausgearbeitete Maßnahmen, mit denen eine riskante Konzentration von möglicherweise virenbelasteten Aerosolen in Innenräumen effektiv vermieden werden kann:

  1. Reduktion der Personenzahl. „Eine der wichtigsten Entscheidungen zu Beginn der Pandemie war das Verbot von Großveranstaltungen in Innenräumen“, sagte Scheuch. Grund: „Je mehr Menschen zusammenkommen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person darunter ist und die anderen ansteckt.“
  2. Verkürzung von Zusammenkünften. Scheuch:Der Faktor Zeit ist entscheidend! Je länger ein möglicherweise ansteckender Mensch sich in einem Raum aufhält, desto höher die Virenlast, die er an die Luft abgibt. Halten Sie Treffen deshalb möglichst kurz!“
  3. Die Größe des Raumes. „Das ist eine einfache Rechnung“, erklärte Scheuch. „Je größer der Raum, desto geringer die Virenkonzentration in der Luft. Noch besser ist es allerdings, die Veranstaltung nach draußen zu verlegen!“
  4. Lüften, lüften, lüften! Statt der AHA-Regel sei vielmehr eine ALA-Regel – Abstand, Lüften, Alltagsmaske – sinnvoll: „Es handelt sich um eine Aerosol-Übertragung, also müssen wir die Aerosole bekämpfen. Je mehr Frischluft wir in einen Raum lassen, umso besser!“
  5. „Insbesondere in Alten- und Pflegeheimen, in denen Menschen zusammen unter einem Dach leben, ohne dass die Fenster ständig geöffnet sind, spielen Raumluftfilter eine extrem wichtige Rolle“, betonte Scheuch. Entscheidend für die Wirksamkeit von Luftfiltern sei die Umwälzrate, sprich: wie oft die Luft im Raum pro Stunde ausgetauscht wird.
  6. Wirksame Masken tragen. „Masken senken das Infektionsrisiko in Innenräumen um 14 Prozent“, berichtete Scheuch. Aber: „Draußen Masken zu tragen, ist absolut unnötig!“

Es reiche, in Gaststätten und bei Veranstaltungen zwei bis drei dieser Maßnahmen konsequent zu kombinieren, um das Risiko für eine SARS-CoV-2-Übertragung deutlich zu minimieren, so Scheuch. Plexiglasscheiben sind seiner Meinung nach dagegen eher kontraproduktiv: „Eine amerikanische Studie legt sogar nahe, dass sie schaden und die Infektionsrate erhöhen, da die Luftzirkulation gebremst wird. Je weniger Gegenstände den Luftaustausch im Raum behindern, desto besser!“

Kein erneuter Shutdown im Herbst

Einer erneuten Schließung der Gastronomie und Hotellerie im Falle einer möglichen „Vierten Welle“ im Herbst erteilte Scheuch eine deutliche Absage: „Ich hätte die Gastronomie zu keinem Zeitpunkt geschlossen. Was wir brauchen, sind Hygienekonzepte aus den oben genannten Maßnahmen, die bereits in vielen Restaurants und Hotels längst im Einsatz sind. Diese müssen kontrolliert sowie zertifiziert werden. Somit kann die Gastronomie geöffnet bleiben, denn eines ist klar: Dort herrscht ein deutlich geringeres Risiko, sich mit Covid-19 zu infizieren als in jedem privaten Wohnzimmer, da hier die meisten Ansteckungen passieren.“ 

Der FCSI Deutschland-Österreich stellt der Branche das vollständige Gespräch mit Dr. Gerhard Scheuch als Podcast über Soundcloud (https://soundcloud.com/user-275465915/die-gastronomie-ist-sicherer-als-wohnzimmer) und als Video auf dem YouTube-Kanal des Verbands (https://soundcloud.com/user-275465915/die-gastronomie-ist-sicherer-als-das-wohnzimmer-teil-2-fragen-zum-thema-aerosole) zur Verfügung. Die Freitagsgespräche gehen weiter: Interessierte erhalten via e-Mail an info@fcsi.de den Zugangslink.

Über FCSI Deutschland – Österreich e. V.

Als Bestandteil des weltweiten Verbandes mit insgesamt 1.400 zertifizierten Mitgliedern fokussiert sich der FCSI Deutschland-Österreich auf die Beratung von Betrieben der Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. In Deutschland und Österreich sind ca. 60 Professionelle Mitglieder registriert. Unterstützt und gefördert wird der Verband durch die branchenweite Zuliefer-Industrie. Das Engagement des Verbands für die Branche erstreckt sich von der Nachwuchsförderung, über die Anerkennung und Zertifizierung des Beraterstatus bis hin zur aktiven Mitgestaltung der Zukunftsfähigkeit der Hospitality Branche.

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