Was tun mit der eigenen Immobilie im Alter? Was tun mit der vielleicht ans Herz gewachsenen Mietwohnung, in der man schon so lange lebt? Sind beide möglicherweise zu groß, wenn die Kinder erst einmal aus dem Haus sind? Oder sollte man vielleicht an eine spätere Betreuung im eigenen Haus denken, die dann dort auch gleich untergebracht werden könnte? Immer mehr Menschen im fortgeschrittenen Alter müssen sich mit solchen oder ähnlichen Fragen beschäftigen.

„Am besten tut man dies rechtzeitig“, findet der Vorsitzende des Deutschen Energieberater-Netzwerks DEN e.V., Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. „Wir neigen zwar alle dazu, uns für jugendlicher zu halten, als wir in Wirklichkeit sind – das ist nur zu menschlich. Aber irgendwann holt uns dann doch die Wahrheit ein“, sagt er mit Blick auf eigene Erfahrungen. Dannecker hat sein über lange Jahre bewohntes großes Haus eingetauscht gegen ein deutlich kleineres Nachbargebäude, welches er nun zusammen mit seiner Frau altersgerecht und weitestgehend barrierefrei gestaltet hat. In seinem ehemaligen Haus wohnt jetzt eine seiner Töchter mit ihrer Familie.

„Wir haben bei diesem Haustausch natürlich auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht“, sagt der Ingenieur. Sein neues, bislang energetisch nicht saniertes Zuhause bekam eine 26 Zentimeter starke Außendämmung. Auf dem Dach arbeitet jetzt eine Photovoltaikanlage und versorgt unter anderem die neu installierte Luft-Wärmepumpe mit Strom. „Wir haben so aus einer bereits betagten Immobilie ein modernes und durchaus energieeffizientes Haus gemacht“, bilanziert Dannecker. Er verweist bei dieser Gelegenheit auf hochinteressante Förderungen der öffentlichen Hand: „Eine Internet-Recherche bei der KfW oder bei der BAFA lohnt sich!“

Unabhängig von seinem persönlichen Beispiel rät er dazu, sich frühzeitig mit solchen Fragen zu beschäftigen: „Es ist nie gut, wenn so schwerwiegende Entscheidungen unter Druck oder gar in finanzieller Not getroffen werden müssen. Alte Bäume sollte man nicht mehr verpflanzen. Dieses Sprichwort stimmt durchaus. Aber das Verhältnis zum eigenen Haus ändert sich im Laufe eines Lebens. In frühen Jahren legt man vielleicht mehr Wert auf viel Platz, besonders wenn man Kinder hat. Treppen stellen noch kein Problem dar, wenn man jung ist. Aber das wird sich mit zunehmendem Alter ändern. Man sollte diesen Überlegungen nicht ausweichen.“

Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, die eigene Situation und die eigene Zukunft zu überdenken und zu gestalten, meint Dannecker: „Es muss ja nicht gleich immer ein Verkauf oder ein Umzug sein. Man kann Teile seines Hauses auch untervermieten. Eventuell werden Umbauten nötig. Hier sollte man kompetente Fachleute zu Rate ziehen, etwa Architekten und Energieberater, wie man sie im DEN findet. Der Umbau einer Immobilie bietet gleichzeitig auch die Chance, sie energetisch auf den neuesten Stand zu bringen.“

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