Donnerstag, 17.2.2022

„Entschieden und zukunftsweisend“: Mit diesen Worten würdigt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, die Forderung Johannes-Wilhelm Rörigs, der Staat müsse sich bei der Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs künftig stärker engagieren. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hatte gestern ein Positionspapier veröffentlicht, demzufolge der bestehenden unabhängigen Aufarbeitungskommission eine zentrale Rolle zukommen soll.

„Damit nähern wir uns einer Instanz, die im Sinne der Wahrheit, der Transparenz, der Kontrolle, möglicherweise auch der Versöhnung arbeiten kann“, sagte Irme Stetter-Karp. Die ZdK-Präsidentin hatte am 20. Januar, unmittelbar nach Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens in München, erklärt, dass sie eine Wahrheitskommission für gut halte. Sie glaube nicht mehr daran, dass die Kirche die Aufarbeitung allein schaffe. Zu zögerlich seien viele Diözesen daran gegangen, unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals einzusetzen. Es gehe nur schleppend voran. Es stelle sich mittlerweile die Frage „ob die Kirchenleitungen ohne politischen Druck ihrer Verantwortung gerecht werden“.

„Ich halte die Suche nach Gesprächsorten und Dialogräumen für wichtig“, sagte Stetter-Karp. „Es muss die Möglichkeit geben, Zeuginnen und Zeugen zu hören, Betroffene authentisch wahrzunehmen und Täter mit den eigenen Taten zu konfrontieren.“ Deshalb sei es nun ganz im Sinne des ZdK, dass Johannes-Wilhelm Rörig die Bundesregierung und den Bundestag auffordere, bis zum Sommer einen ersten Gesetzentwurf zur Stärkung der Aufarbeitungskommission zu erarbeiten und spätestens im kommenden Jahr zu Beschlüssen zu kommen.

„Es ist richtig, die 2016 ins Leben gerufene Aufarbeitungskommission gesetzlich zu stärken“, betonte Stetter-Karp. „Dann kann sie zwei Aufgaben erfüllen: Sie kann nach Herrn Rörigs Willen zu einer zentralen staatlichen Kontroll- und Monitoringstelle entwickelt werden, die die Arbeit regionaler Kommissionen kritisch begleitet – zum Beispiel die Unabhängigen Aufarbeitungskommissionen der Kirche. Sie kann dann aber auch selbst Befugnis zur Akteneinsicht sowie zur Einladung von Zeuginnen und Zeugen erhalten und über ihre Ergebnisse berichten.“

Das ZdK begrüße es ausdrücklich, dass Rörig dazu "ein fraktions- und ressortübergreifendes politisches Begleitgremium" vorschlage. „Damit ist nicht nur Betroffenen in den Kirchen geholfen, sondern auch in anderen Institutionen, im Sport, in der Kultur, in Bildungseinrichtungen“, sagte Stetter-Karp. Es sei dem ZdK als Vertretung der katholischen Zivilgesellschaft auch wichtig, Rörigs Amt dauerhaft gesetzlich verankert zu sehen. „Im Sinne einer starken Position einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers ist das entscheidend“, sagt sie im Blick darauf, dass Johannes-Wilhelm Rörig angekündigt hatte, sein Amt nunmehr nach zehn Jahren aufgeben zu wollen.

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