Trotz Corona-Einschränkungen, Materialpreisturbulenzen und anhaltender Lieferengpässe ergibt die aktuelle Frühjahr-Konjunkturumfrage für das E-Handwerk in Baden-Württemberg ein positives Branchenklima, meldet der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg.

„Dass insgesamt mehr als 96 Prozent der Betriebe die Geschäftssituation, trotz der negativen Begleiterscheinungen, derzeit als gut oder zumindest zufriedenstellend bewerten, ist überaus erfreulich. Die von der Politik nun angekündigten Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen werden zudem teilweise zu einer Entlastung bei den Betrieben führen,“ fasst Fachverband-Präsident Thomas Bürkle die Konjunkturumfrage zusammen.

Zuversicht im E-Handwerk

31,0 Prozent (Herbst 2021: 23,9 %) der Betriebe gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage weiter verbessert. 60,3 Prozent (Herbst 2021: 66,3 %) erwarten eine Stabilisierung auf hohem Niveau. 8,7 Prozent (Herbst 2021: 9,8 %) prognostizieren eine Verschlechterung.

Materialengpässe, Lieferverzögerungen und Preissteigerungen

Die Betriebe werden jedoch in ihrer Geschäftstätigkeit weiterhin mit großen Herausforderungen konfrontiert werden: „Unterbrochene Lieferketten sind in verschiedenen Bereichen die Ursache für Lieferengpässe und Verzögerungen bei der Ausführung von Aufträgen. Einher gehen kurzfristige und sprunghafte Materialpreiserhöhungen, die die Betriebe vor große Probleme stellt und einer verlässlichen Kalkulation entgegenstehen“, erläutert Thomas Bürkle. Entsprechend gaben 32,3 Prozent der Betriebe an, dass ihre Gewinne infolge der Materialpreissteigerungen stark oder sogar sehr stark gesunken seien. Die coronabedingte Absonderung von Mitarbeitern führten in 17,8 Prozent, Arbeitsschutz- oder Hygieneauflagen in 22,0 Prozent der Betriebe zu starken oder sehr starken Gewinneinbußen.

Qualifiziertes Personal gesucht

Der Fachkräftebedarf ist in der Branche ungebrochen groß: 66,1 Prozent der Betriebe verweisen auf offene Stellen (Herbst 2021: 57,1 %). Im Blickfeld sind dabei insbesondere Gesellen 54,0 Prozent, Auszubildende 24,0 Prozent und Meister 10,0 Prozent. Vor dem Hintergrund der energiepolitischen Rahmenbedingungen werden der Fachkräftebedarf in der Branche weiter steigen und die Themen rund um die Fachkräfte- und Nachwuchssicherung weiter an Bedeutung zunehmen. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass die Gesamtzahl der Ausbildungsverhältnisse im E-Handwerk bereits neun Jahre in Folge sukzessive ansteigt. Zum Jahresende 2021 befanden sich rund 5.500 Auszubildende in einem Berufsausbildungsverhältnis – auf dem höchsten Stand seit fast 25 Jahren.

Geschäftsklimaindex stabil auf hohem Niveau

74,3 Prozent der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage mit „gut“ (Herbst 2021: 77,8 %), mit „befriedigend“ 22,1 Prozent (Herbst 2021: 19,2 %) und 3,6 Prozent mit „schlecht“ (Herbst 2021: 3,0 %). Mit 85,4 Punkten hat sich der Geschäftsklimaindex auf einem hohen Niveau eingependelt. Deutschlandweit liegt dieser bei 83,9 Punkten.

Weiterhin gute Auftragslage

Die gute Auftragslage hält im E-Handwerk weiter an: 59,4 Prozent der Betriebe gaben an, über Aufträge für mehr als zwei Monate zu verfügen (Herbst 2021: 54,6 %). Die gute Auftragslage wird unverändert aus dem privaten Bereich gestützt. 53,3 Prozent (Herbst 2021: 55,4 %) der Betriebe bestätigen hier einen Anstieg. Impulse kommen aktuell vermehrt aus der gewerblichen Wirtschaft: 43,9 Prozent (Herbst 2021: 35,2 %).

Steigende Umsätze

Bei der Umsatzentwicklung im Handwerksbereich notieren 45,5 Prozent der Betriebe für die vergangenen sechs Monate steigende Umsätze (Herbst 2021: 43,0 %). In 48,0 Prozent der Betriebe gibt es keine Veränderungen bei den Umsätzen (Herbst 2021: 49,5 %), in 6,5 Prozent der Betriebe (Herbst 2021: 7,5 %) sind die Umsätze gesunken.

E-Handwerk steht vor Herausforderungen

Die Herausforderungen für die Branche werden auch in Zukunft beachtlich bleiben: So sind aktuell auch im Elektrohandwerk die Folgen der Ukraine-Krise spürbar: „Selbstverständlich trägt unser Verband die Sanktionen gegen Russland mit und bietet den geflüchteten Menschen Unterstützung an. Jedoch ist jetzt dringend ein Eingreifen der Politik gefordert, um Sicherheit und Berechenbarkeit für Verbraucher und Betriebe gleichermaßen herzustellen, betont Fachverband-Präsident Thomas Bürkle.

„Die aktuelle Krise, deren Auswirkungen in den Befragungsergebnissen noch gar nicht enthalten sind, hat die fragile Energieversorgung unseres Landes verdeutlicht und wird zu einer zusätzlichen deutlichen Beschleunigung bei der Energiewende führen. Die Geschäftsfelder der E-Handwerke rund um die regenerative Energie­erzeugung neben den Trend-Themen Elektromobilität und Digitalisierung rücken damit noch stärker in den Fokus. Aktuell ist der Fachverband im Rahmen von Kooperationen mit Handwerksverbänden aus anderen Branchen in Abstimmung, wie die aktuellen Herausforderungen gemeinsam durch das Handwerk insbesondere im Bereich der Photovoltaik und E-Mobilität bewältigt werden können.“

Über Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg

Der Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg ist die Dachorganisation der 37 Elektro- bzw. Informationstechniker-Innungen im Land und vertritt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband die Interessen von rund 7.500 Handwerksunternehmen der Elektrotechnik, der Informationstechnik und des Elektromaschinenbaus. Die gut 60.000 Beschäftigten der Branche erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von knapp acht Milliarden Euro. Rund 5.500 junge Menschen werden derzeit in einem der fünf attraktiven Ausbildungsberufe zum Facharbeiter ausgebildet. Weitere Informationen über das baden-württembergische Elektrohandwerk finden Sie unter www.fv-eit-bw.de

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