Erneut ist ein Lebensmittelbetrieb in Hessen in die Schlagzeilen geraten. Der Schnitt- und Schälbetrieb einer Gemüse verarbeitenden Firma im Landkreis Groß-Gerau wurde offenbar im Februar 2022 wegen einer Verunreinigung mit Listerien geschlossen. Die Verbraucherzentrale Hessen fordert lückenlose Aufklärung und eine Neu-Strukturierung bei der Lebensmittelüberwachung in Hessen. ­ ­ ­„Vieles an diesem Fall ist noch ungeklärt“, sagt Philipp Wendt, Vorstand der Verbraucherzentrale Hessen. „Zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten wir eine umfassende Aufklärung. Denn nur eine lückenlose Aufarbeitung und Konsequenzen aus dem Fall bieten die Basis dafür, weiteren Lebensmittelskandalen in Hessen vorzubeugen.“ ­Aufklärung bietet Schutz ­­Die Behörden sind gefordert, Antworten auf folgende Fragen zu liefen:

  • Sind und waren andere Bundesländer von der Belieferung listerienbelasteter Produkte aus dem Betrieb betroffen? 
  • Es heißt in den Medien, dass nur der Verarbeitungsbereich geschlossen sei. Wie wurde sichergestellt, dass die hygienischen Verhältnisse einen Weiterbetrieb anderer Bereiche zulassen?
  • Sind die Lieferketten alle nachvollzogen? Wie viele und welche Betriebe an welchen Standorten (Gastronomen, Kantinen, Krankenhäuser etc.) wurden beliefert außer den beiden bekannt gewordenen Kliniken Markuskrankenhaus in Frankfurt und der Sana-Klinik in Offenbach?
  • Gab es eine Warnung auf www.lebensmittelwarnung.de? Wenn ja wann?
  • Welche Produkte waren betroffen außer den bekannt gewordenen geschnittenen Gurken, Rotkraut und Tomaten mit welcher Haltbarkeit und Chargennummer? Wurden die Produkte nur frisch ausgeliefert? Kann es sein, dass zum Beispiel auch gefrorene Ware noch lagert?
  • Ist sichergestellt, dass die Infektionskette geschlossen wurde? Ist die Infektionsgefahr durch belastete Produkte aus dem Betrieb für Verbraucherinnen und Verbraucher gebannt?
  • Wann und wie wurden die belieferten Betriebe informiert – gab es einen Rückruf?
  • Wie wurden mögliche Gäste informiert, die von den betroffenen Speisen gegessen hatten?
  • Wie kommt es dazu, dass der Fall erst zwei Monate nach Schließung des betroffenen Betriebes öffentlich wird?
  • Wie werden zukünftige Fälle, die durch fehlende Kapazitäten in der Lebensüberwachung verursacht sind und durch den Abzug von Personal in der Corona-Pandemie noch verschärft  wurden, verhindert? Sind abgezogene Kapazitäten wieder eingesetzt in der Überwachung?

­Lebensmittelüberwachung neu strukturieren ­­Das Land Hessen hat seit dem Wilke-Skandal einiges getan, um die Veterinärämter zu entlasten. Offenbar reichen diese Maßnahmen nicht aus. „Mehr Personal und effizientere Strukturen innerhalb der Behörden sind aus unserer Sicht unerlässlich“, so Wendt weiter. Die Verbraucherzentralen fordern schon seit Jahren ein bundeseinheitliches Transparenzsystem in der Lebensmittelüberwachung. ­Forderungen der Verbraucherzentralen zur Transparenz in der Lebensmittelüberwachung ­­www.verbraucherzentrale-hessen.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/lebensmittelueberwachung-es-muss-sich-dringend-etwas-bewegen-41050

www.vzbv.de/pressemitteilungen/lebensmittelkontrollen-deutschland-ruecklaeufig

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