Einst wurden sie als Wundermittel gegen bakterielle Infektionen gefeiert, aber der Einsatz von Antibiotika im Krankenhaus wird durch eine zunehmende Unempfindlichkeit der Erreger gegen die Wirkstoffe erschwert. Weltweit verursachen multiresistente Keime Millionen Todesfälle. Dem internationalen Kampf gegen Antibiotikaresistenz schließen sich die Ubbo-Emmius-Kliniken in Aurich und Norden sowie das Klinikum Emden durch den Einsatz von sogenannten Antibiotic-Stewardship-Experten an. Diese unterstützen ärztliche Kollegen bei der Entscheidung über Antibiotikatherapien, schulen Mitarbeiter zu aktuellen Entwicklungen und erstellen Leitfäden zum Umgang mit den Medikamenten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der wachsenden Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika. Auch die deutsche Politik hat bereits auf die bedrohliche globale Entwicklung reagiert und ein Bündel von Maßnahmen zur Förderung eines bedachten Antibiotikaeinsatzes – das Antibiotic Stewardship (ABS) – gefordert. „In den Kliniken in Aurich, Emden und Norden bewerten daher Teams aus ABS-Experten den Antibiotikaeinsatz und beraten Ärzte bei Antibiotikatherapien gegen spezielle Infektionen bei einzelnen Patienten“, erklärt Annette Ruwe-Wilken, leitende Apothekerin und ABS-Expertin am Klinikum Emden. An den Ubbo-Emmius-Kliniken arbeitet seit Jahresbeginn zusätzlich Oberarzt Masen Sueifan einen Großteil seiner Arbeitszeit daran, Strategien und Prozesse zu optimieren. Zu den etablierten Maßnahmen im Bereich Antibiotic Stewardship in den drei Kliniken gehören unter anderem hauseigene Therapieleitlinien und regelmäßige Fortbildungen. Dabei setzen sie nicht nur auf digitale Lernverfahren. „Besonders im persönlichen Gespräch ist es möglich, Wissen effektiv zu vermitteln und Routinen zu durchbrechen“, sagt Sueifan. Deshalb sind nun auch spezielle Antibiotika-Visiten in verschiedenen stationären Bereichen sowie ausführliche Antibiotikaberatungen bei komplexen Erkrankungsbildern Teil des Programms. „Bei den Visiten wird ermittelt, ob eine Antibiotikatherapie erforderlich ist, und dann die optimale Substanz in passender Dosierung ausgewählt“, erklärt Sueifan. Auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten stünden im Fokus. „Durch all diese Maßnahmen wird für den Patienten das bestmögliche Behandlungsergebnis erzielt und zugleich das Resistenzrisiko für die Allgemeinheit minimiert." Um die Antibiotikaberatung noch fundierter gestalten zu können, durchläuft Sueifan, der parallel auch als Arzt in der Anästhesie tätig ist, aktuell eine zusätzliche Weiterbildung zum Infektiologen. Die Kliniken tauschen sich untereinander zu Fragen des Antibiotikaeinsatzes aus und nehmen regelmäßig an nationalen oder internationalen Erhebungen teil, die einen Überblick zur Situation von Krankenhausinfektionen und Antibiotikaverbrauch verschaffen. Dies unterstreicht ihr medizinwissenschaftliches Interesse an dem Thema. Alle drei Kliniken der Trägergesellschaft sind mit dem Qualitätssiegel EQS 2 des EurSafety Health-net ausgezeichnet. Dieses bestätigt hohe Standards beim Umgang mit multiresistenten Erregern und Antibiotikaresistenz, zum Beispiel durch engmaschige Kontrollen, ein hochwertiges Hygienemanagement und einen aktiven Daten- und Wissensaustausch.

Antibiotika-Resistenz
Eine Resistenz besteht, wenn bekämpfte Bakterien nicht durch das Antibiotikum vernichtet werden. Das kann passieren, wenn bei einem vorausgegangenen Antibiotikaeinsatz einige Bakterien überlebt haben. Diese resistenten Bakterien können sich ausbreiten und die Resistenz auch auf andere Erreger übertragen. Dabei muss die Resistenz nicht zwingend nur gegen ein Antibiotikum gerichtet sein: Eine Widerstandsfähigkeit der Bakterien gegen alle einsetzbaren Antibiotika bedeutet meist eine sehr geringe Chance auf Heilung.

Die Zunahme von Antibiotikaresistenzen stellt ein ernstzunehmendes Problem dar. Rund 1,3 Millionen Menschen weltweit sind im Jahr 2019 einer im medizinischen Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Studie zufolge unmittelbar an einer Infektion mit einem antibiotika-resistenten Erreger gestorben, bei insgesamt fast fünf Millionen Todesfällen war eine solche Infektion mitverantwortlich für den Tod.

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