Zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2022 erklärt Jan Philipp Albrecht, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung: „Wir gratulieren den Preisträgern des Friedensnobelpreises 2022 von Herzen! Das ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten, der belarussische Menschenrechtler Ales Bialiatski, und seine Organisation Vjasna und die russische Menschenrechtsorganisation Memorial stehen seit Jahrzehnten für ein Europa der Menschenrechte, des Respekts und des Friedens. Die gleichzeitige Auszeichnung der drei Organisationen ist eine bedeutende Würdigung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der europäischen Zivilgesellschaften und ein klares Signal gegen den russischen Aggressionskrieg gegen die Ukraine.

Wir freuen uns besonders, dass mit Memorial die älteste Partnerorganisation der Heinrich-Böll-Stiftung diese hochverdiente Auszeichnung erhält. Seit 1988 besteht zwischen Memorial und der Heinrich-Böll-Stiftung eine enge inhaltliche, politische und persönliche Freundschaft, die auf der gemeinsam empfundenen Verantwortung für die Aufarbeitung der Kriegs- und Gewaltverbrechen im 20. Jahrhundert und die Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte beruht. Die Forschungs- und Aufklärungsarbeit von Memorial hat Maßstäbe für die europäische Erinnerungskultur gesetzt. Gleichzeitig tritt Memorial unbeirrt für die Wahrung der Bürger- und Menschenrechte ein.“

Memorial International wurde Anfang 2022 durch russische Gerichte zur Zwangsauflösung verurteilt. Heute, am Tag der Preisverkündung, wird in einer Gerichtsverhandlung in Moskau über die Konfiszierung des Memorial-Gebäudes durch den russischen Staat entschieden.

Ales Bialiatski erhielt 2012 den Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung. Er zählt zu den wichtigsten und mutigsten Stimmen der belarussischen Zivilgesellschaft, die selbst unter den Bedingungen totaler Repression nicht verstummt. Seit Juli 2021 sitzt er als einer von über 1300 politischen Gefangenen in belarussischer Haft.

Das ukrainische Zentrum für bürgerliche Freiheiten ist eine der prominentesten Stimmen der ukrainischen Zivilgesellschaft, die für die Offenheit, die Kraft und die Resilienz eines Landes steht, dass in den letzten Jahren zu einem Zentrum der europäischen Demokratiebewegung geworden ist und gerade deshalb Ziel des brutalen russischen Angriffskrieges geworden ist.

Jan Philipp Albrecht: "Der Friedensnobelpreis stärkt in diesem Jahr Menschen und Organisationen, deren Arbeit für ein friedliches und demokratisches Europa von unschätzbarem Wert ist. Sie haben unser aller Unterstützung verdient und dringend nötig."

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