• Der sentix Konjunktur-Gesamtindex für die Eurozone verbessert sich um 2,4 Punkte auf -8,7 Punkte. Damit werden die Analystenerwartungen leicht übertroffen. Die Daten sind dennoch nicht gut, denn die Erwartungen bleiben mit -13,0 Punkten negativ.
  • Auch die deutsche Wirtschaft ist besser über den Winter gekommen als von vielen erwartet. Die Lagewerte steigen zum sechsten Mal in Folge auf -2,3 Punkte. Doch auch hier bleiben die Erwartungen mit –
    11,5 Punkten klar negativ.
  • Im internationalen Kontext dominiert grundsätzlich das gleiche Bild. Während sich die Lagewerte meist moderat verbessern, bleiben die Erwartungen negativ. Für die USA messen wir sogar einen deutlichen Rückgang der Erwartungen auf -12,5 Punkte. Dies sollte beunruhigen. In Osteuropa verbessern sich gegen den Trend Lage und Erwartungen.

Kommentierung der Umfrageergebnisse von April 2023

Besser und doch nicht gut

Die Euroland-Wirtschaft kann sich auch Anfang April weiter erholen. Die großen Verwerfungen, die durch die Gas- und Strompreiskrise in Europa befürchtet wurden, sind in diesem Winter ausgeblieben. Die Lagebeurteilung der 1.300 von sentix befragten Anleger reflektiert dies mit dem sechsten Anstieg der Lagewerte in Folge für die Eurozone. Dass damit keine Entwarnung verbunden ist, wird beim Blick auf die Erwartungswerte deutlich. Diese bleiben unverändert negativ. In Osteuropa wird ein freundlicheres Bild gezeichnet, mit einem Anstieg beider Komponenten. Für die USA messen wir gegen den Trend eine Verschlechterung von Lage und Erwartungen. Das sollte nicht unbeachtet bleiben!

Euroland: Gut durch den Winter, aber im Frühjahr nicht über den Berg

Der sentix Konjunktur-Gesamtindex für die Eurozone steigt, stärker als übrigens von Ökonomen erwartet, Anfang April um 2,4 Punkte auf -8,7 Punkte. Angetrieben wird dieser Anstieg von dem inzwischen sechsten Anstieg der Lagewerte in Folge. Diese liegen mit -4,3 Punkte auf dem höchsten Wert seit März 2022. Zweifelsohne ist die Euroland-Wirtschaft besser über die Wintermonate gekommen, als von vielen noch im Herbst befürchtet. Der milde Winter und eine Gasbevorratung „um jeden Preis“ haben in Verbindung mit doch erheblichen Einsparungen von Haushalten und produzierendem Gewerbe eine gefährliche Energiemangellage verhindert. Bezahlt wurde dies zwar nicht mit einer Rezession, wohl aber mit einer Stagnation der Wirtschaft.

Beim Blick in die Zukunft sind die Anleger jedoch weit weniger optimistisch. Die Erwartungswerte bleiben mit -13 Punkten unverändert negativ. Hierfür zeichnen die nach wie vor erheblichen Unsicherheitsfaktoren über den weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges, die Sorge um eine nachhaltige Belastung des energieintensiven Industriesektors und – neu – Fragezeichen zum Zustand der US-Wirtschaft (siehe nachfolgenden Kommentar).

Deutschland: Nach der Energiekrise ist vor der Energiekrise?

Der einstige ökonomische Musterknabe schwimmt im Durchschnitt der Eurozone mit. Auch in Deutschland verbessert sich die Lagebeurteilung zum sechsten Mal in Folge – der befürchtete Energie-Gau ist glücklicherweise ausgeblieben, wenn auch zu immensen Kosten. Und mit dieser Politik scheint man in Deutschland fortfahren zu wollen. Während man in der Ukraine Atomkraftwerke in einem Kriegsgebiet „selbstverständlich weiter betreiben“ kann, werden in Deutschland am 15. April die letzten Meiler vom Netz genommen. Rund 5-7% der täglichen Stromproduktion müssen damit kompensiert werden. Die anhaltend negativen Konjunkturerwartungen der Anleger sind vielleicht auch ein Fingerzeig, dass damit die Frage der Energiesicherheit wohl nicht nachhaltig und positiv beantwortet ist.

Das sentix Themenbarometer unterstreicht dagegen, dass zumindest in Sachen Inflation und Notenbankpolitik die negativen Erwartungen spürbar gesunken sind. Keine Entwarnung, aber die negative Dynamik wird schwächer.

USA: Was ist los auf der anderen Seite des Atlantiks?

Entgegen der allgemeinen Tendenz in den sentix Konjunkturindizes sinken in den USA die Lage- und die Erwartungsbeurteilungen. Die Lagewerte fallen moderat auf 8,5 Punkte, die Erwartungen dagegen kippen deutlich auf -12,5 Punkte ab. Der Schock über die Pleite der Silicon Valley Bank wurde hier anscheinend weniger gut verdaut als die Übernahme der CS Group in der Schweiz. Aber auch vom US-Arbeitsmarkt kommen erste schwache Daten, wie auch von anderen Konjunkturdaten. Es scheint, als würden sich die stark gestiegenen Zinsen doch breiter negativ auswirken.

Osteuropa: Solidarität hilft

Die Konjunktureinschätzungen der Anleger zur Region Osteuropa verbessern sich deutlich auf -19,8 Punkte im Gesamtindex. Lage (+5,5 Punkte) und Erwartungen (+3 Punkte) verbessern sich beide. Hier scheint sich zumindest anzudeuten, dass die europäische Solidarität und die Hilfsprogramme unterstützend auswirken. Allerdings zählt auch Russland laut unserer Definition zu dieser Region. Auch Russland erfährt Unterstützung durch viele andere Länder. Der Absturz bleibt auch hier aus.

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